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Südwest Presse: Kommentar zu Deutsche Telekom, Ausgabe vom 26. Mai 2008

Geschrieben am 25-05-2008

Ulm (ots) - Der Sittenverfall in diesem Land nimmt allmählich
erschreckende Ausmaße an. Spitzelaffäre bei Lidl, Korruptionsskandal
bei Siemens, Rotlicht-Verbindungen bei Volkswagen - der Weg in die
"Bananenrepublik" ist nicht mehr allzu weit. Dabei kann man nur
hoffen, dass es beim jüngsten Vorfall, dem Datenskandal bei der
Deutschen Telekom, bei den jetzigen Vorwürfen bleibt. Nicht
auszudenken, wenn die Bonner die Verbindungsdaten von Aufsichtsräten,
Mitarbeitern und Journalisten nicht nur ausgewertet, sondern diesen
Personenkreis auch abgehört hätten.
Das läge insofern nahe, weil die Verbindungsdaten allein nicht allzu
viel, zumindest nicht alles verraten, vor allem aber, weil niemand
bessere Möglichkeiten als der Telekommunikationsriese hätte,
Gespräche mitzuhören.
Das würde die Republik erschüttern, weil es zeigte, dass Gesetze noch
so klug gestrickt, Strafen noch so scharf und die öffentliche
Empörung noch so groß sein können: Wenn der Mensch sich über all das
hinwegsetzt, ist die Freiheit des Einzelnen in Gefahr.
Das alles ist noch nicht bewiesen - doch schon jetzt ist der Vorfall
ein unerhörter Skandal: Angriff auf die Pressefreiheit, Bespitzelung
des Aufsichtsrats ausgerechnet bei einem Unternehmen, das Kraft
seiner Tätigkeit im Umgang mit Daten Dritter besonders sensibel
umgehen sollte. Ein Desaster für das Unternehmen, eine Mahnung an
alle, die für ein weiteres Aufbrechen des Datenschutzes eintreten.

Originaltext: Südwest Presse
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/59110
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_59110.rss2

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218


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