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Südwest Presse: Kommentar zum Waffenrecht

Geschrieben am 10-04-2009

Ulm (ots) - Weniger Waffen - weniger Tote. So lautet die Gleichung
jener Politiker, die nach dem Amoklauf von Winnenden und der
Schießerei im Landgericht Landshut darauf dringen, das ohnehin
scharfe Waffenrecht weiter zu verschärfen. Studien aus anderen
Ländern legen nahe, dass sie Recht haben könnten: Der schnelle
Zugriff auf die häusliche Schusswaffe birgt in eskalierenden
Situationen tödliche Gefahr.
Also weg mit allen privaten Waffen? Waffenlager an Schießständen
laden Kriminelle ein, und der beste, mit biometrischer
Zugangssicherung ausgestattete Tresor nützt nichts angesichts der
Verantwortungslosigkeit Einzelner, die die Pistole im Wohnzimmer
herumliegen lassen. Die totale Entwaffnung der Bevölkerung stellt
alle unter Generalverdacht - stehen Jagd und Schießsport doch ohnehin
im Geruch, archaisch zu sein und der Pflege dumpfer Traditionen zu
dienen.
So ungerecht diese Verallgemeinerung im Einzelfall sein mag, die
Betroffenen tragen einen beträchtlichen Teil dazu bei.
Selbstkritischer Umgang und freiwilliger Verzicht auf unnötige
Gewehre und Pistolen sind gefragt. Waffenfetischismus, das Horten
privater Arsenale, Prestigegehabe und ein oft wenig sensibler
öffentlicher Umgang mit dem Thema sind das falsche Signal. Sie geben
jenem Unbehagen Nahrung, das sich - aus jeweils gegebenem Anlass - in
scharfen Gesetzen niederschlägt. Darüber darf sich niemand wundern.

Originaltext: Südwest Presse
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/59110
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_59110.rss2

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218


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