(Registrieren)

LVZ: Schily bestreitet an Eides statt als Minister mehrfach mit Akten nach Mitarbeitern geworfen haben / Es sei nur einmal geschehen

Geschrieben am 16-12-2006

Leipzig (ots) - Der frühere SPD-Bundesinnenminister Otto Schily
möchte nicht, dass man über ihn sagt, er habe in seiner Amtszeit
quasi regelmäßig mit Akten nach Mitarbeitern geworfen, wenn er
unzufrieden gewesen sei. In einer eidesstattlichen Versicherung "zur
Vorlage bei Gericht" stellt Schily jetzt, nach einem Bericht der
"Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe), klar, wie es wirklich
gewesen sei.

Nach vorausgegangenen Berichten über ihn, seinen Sicherheitsstatus
als Ex-Minister und seine Ministeriumspraxis im "Stern" und in der
"Leipziger Volkszeitung" bestreitet Schily mit einer zweiseitigen
eidesstattlichen Versicherung entschiede, dass er quasi routinemäßig
mit Akten nach Mitarbeitern geworfen habe. "Ich werfe nicht
regelmäßig mit Akten. Richtig ist lediglich, dass ich ein einziges
Mal in einer Zornaufwallung eine Akte über den Schreibtisch geworfen
habe."

Unvergessen bleibe dagegen, nach dem Zeitungsbericht,
beispielsweise, wie Schily, noch in seinen Ministerzeiten, auf der
Regierungsbank im Bundestag auf seinen stets dienstbereiten Leiter
des Kabinettsreferats, Peter Bartel, reagierte, als der ihm gerade,
wie üblich, Akten zur Durchsicht und zur Unterschrift brachte. Vor
versammelter Öffentlichkeit warf Schily seinem Beamtenboten
wutentbrannt die angelieferten Akten vor die Füße. Nur der um
Ausgleich bemühten Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) war
es damals zu verdanken, dass die Sache nicht endgültig aus den Fugen
geriet. Die SPD-Frau, neben Schily sitzend, beugte sich nach unten,
hob dem älteren Herrn die Akten auf und beruhigte den gesichtsroten
Kollegen.

Wegen seines robusten Arbeitsstils, Tons und Umgangs galt Schily,
so ein hausinterner Spruch, als "der böse alte Mann". Manche nannten
ihn auch, in Erinnerung an den einstigen rumänischen Diktator Nicolae
Andruta Ceausescu, den "Schilyescu" von Berlin. Auch dagegen
protestiert Schily an Eides statt. Aber juristisch durchaus
spitzfindig: "Ich kann naturgemäß nicht ausschließen, dass der eine
oder andere Beamte mal die Formulierung ,Schilyescu' verwendet hat.
Jedoch haben mir die Mitarbeiter des Innenministeriums, mit denen ich
regelmäßig zu tun hatte, zu keinem Zeitpunkt berichtet, dass ein
solches Wort in Umlauf ist noch habe ich unmittelbar je dieses Wort
gehört." Möglicherweise funktionierte also Schilys hausinterner
Informationsdienst nicht ganz perfekt.

Ganz entschieden bestreitet Schily des Weiteren, er habe "darum
gekämpft, möglichst lange in der höchsten Gefährdungsstufe des
Personenschutzes zu bleiben". Dabei ist bekannt, wie wichtig dem
Ex-Minister der begleitende Sicherheitstross ist, nicht nur, wenn es
darum geht, in Lokalen Eindruck zu machen, um ganz gewiss einen
besonderen Tisch mit Sitzplatz zu ergattern. Das erlebte
beispielsweise auch der junge CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp
Mißfelder. Andere Polit-Reisende, die gelegentlich in Flugzeugen auf
Schily treffen, erklären schon mal, Schily brauche seine "Knechte"
zum Tasche tragen. Im Übrigen ist das jetzt von Wolfgang Schäuble
(CDU) geleitete Bundesinnenministerium der Ansicht, inzwischen, nach
über einem Jahr des Amtsverlustes, sei der Schily-Schutz auf höchstem
Niveau wirklich nicht mehr zwingend geboten.

Originaltext: Leipziger Volkszeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6351
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6351.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/72626-2000


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

45426

weitere Artikel:
  • Rheinische Post: Künast attackiert Merkels Haltung zur Stammzellforschung: "Sündenfall für eine C -Partei" Düsseldorf (ots) - In der Debatte um eine mögliche Lockerung des Stammzellgesetzes haben die Grünen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heftig attackiert. " Für eine C-Partei ist das ein echter Sündenfall: menschliches Leben darf niemals zum bloßen Mittel für fremde Zwecke degradiert werden", sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Ganz offensichtlich knickt die Forschungsministerin jetzt unter dem Druck von Merkel und der Forschungsgemeinschaft ein." Bislang darf in Deutschland nur mit importierten mehr...

  • LVZ: SPD-Linke Nahles: Zweifel an Mehrheit für die Gesundheitsreform / Ab Sommer 2007 habe die große Koalition ihre Arbeit erledigt, dann müsse es für die SPD "mit eigenen Projekten" losgehen Leipzig (ots) - Die Zukunft der Gesundheitsreform, einem der Kernprojekte der großen Koalition, ist fraglich geworden. Neben verfassungsrechtlichen Problemen und Dutzenden von Änderungsvorhaben ist die Zustimmung zur vorliegenden Reform auch innerhalb der SPD heftig umstritten. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe) machte Andrea Nahles, Wortführerin der Parlamentarischen Linken in der SPD und Präsidiumsmitglied, die Zustimmung der SPD-Linken zur von SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt vorgelegten mehr...

  • KBV zum Bericht der BILD über angebliche Ärzte-Demo Bericht ist von hinten bis vorne falsch Berlin (ots) - In ihrer Samstagsausgabe behauptet die BILD unter der Überschrift "Falsche Ärzte demonstrieren gegen Gesundheits-Reform", die KBV habe Demonstranten gemietet. Dazu erklärte heute der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler in Berlin: "Der Bericht ist von hinten bis vorne falsch. Die KBV hat nie zu einer Demonstration vor dem Reichstag aufgerufen bzw. nie davon gesprochen, eine solche gegen die Gesundheitsreform durchzuführen. Die KBV hat am Donnerstag die längste Garderobe der Welt vor dem Reichstag mit Tausenden mehr...

  • Der Tagesspiegel: Zentralrat der Muslime geht nicht zu "Idomeneo" Berlin (ots) - Berlins "Idomeneo" verliert weitere Zuschauer aus den Reihen der Islamkonferenz. Auch der Zentralrat der Muslime verzichtet; weder der Zentralratsvorsitzende Axel Ayyub Köhler noch Generalsekretär Aiman Mazyek werden am Montagabend in der Deutschen Oper sein. Mazyek sagte dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel am Sonntag": "Ich gehe sehr gern in die Oper und war und bin entschieden gegen die Absetzung von Idomeneo." In diesem Falle fühle er sich aber "politisch instrumentalisiert", sagte der Generalsekretär. "Ich gehe mehr...

  • Der Tagesspiegel: Gerhardt dringt auf Kampfeinsatz im Sudan Berlin (ots) - Der FDP-Außenpolitiker Wolfgang Gerhardt hält einen Kampfeinsatz im Sudan mit deutscher Beteiligung für unabwendbar. Den Versuch der Afrikanischen Union, das Morden in der Region Darfur zu stoppen, halte er nicht für durchschlagkräftig, sagte Gerhardt dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Die Afrikanische Union hat nicht die Kraft, die Menschen im Darfur vor der Vernichtung zu bewahren." In dieser Situation, in der auch die Regierung des Sudan "ihre Bevölkerung erkennbar nicht schützen" wolle, mache das Völkerrecht eine humanitäre mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht