(Registrieren)

Lausitzer Rundschau: Das ist Krieg! Die Bundeswehr und der Nato-Luftangriff von Kundus

Geschrieben am 04-09-2009

Cottbus (ots) - Es sind noch zu viele Fragen unbeantwortet, um
sich ein gesichertes Urteil über das ganze Ausmaß dessen zu erlauben,
was in der Nacht zum Freitag im Verantwortungsbereich der Bundeswehr
in Afghanistan geschah. Was unstrittig ist, beinhaltet allerdings
schreckliche Nachrichten. Die Nachschublinien des deutschen
Kontingents sind selbst wenige Kilometer von den Lagern entfernt
nicht sicher und die einheimischen Hilfskräfte riskieren ihren Hals.
Die deutschen Offiziere vor Ort wissen sich nicht anders zu helfen,
als mit dem letzten Mittel, einem gnadenlosen Luftangriff, zu
antworten. Die Begründung dafür klingt traurig genug. Man sei davon
ausgegangen, dass nur "Beteiligte" betroffen sein würden - was offen
lässt, ob und wie die Bundeswehr etwas vom Schicksal der von ihr
bezahlten Fahrer wusste. Unstrittig ist auch das
schlagzeilenträchtige Ergebnis: Es sind Dutzende von Menschen
gestorben. Möglichst viele Gegner umzubringen, sollte allerdings
nicht das Ziel des deutschen Einsatzes sein, hieß es früher. Selbst
wenn die Toten des Freitags alle Taliban-Kämpfer gewesen sein
sollten, so waren sie auch junge Männer mit Vätern und Müttern und
Geschwistern. Wer die Taliban nur noch durch Massaker zu stoppen
weiß, hat den Krieg schon verloren, den der deutsche
Verteidigungsminister nicht einen solchen nennen will. Nicht erst
seit Freitag, aber jetzt um so drängender, stellt sich der deutschen
Politik die Frage, ob sie die Streitkräfte des Landes in ein
Abenteuer führt. Es gibt viele gute Argumente, die ein Engagement in
Afghanistan rechtfertigen. Denn die Herrschaft der Taliban war ein
großes Verbrechen. Aber es gibt keine Gründe dafür, solch einen
Einsatz herunterzuspielen. Den Preis dafür zahlen Deutsche wie
Afghanen. Es ist inzwischen viel zu viel schief gelaufen, als dass in
Berlin weiter zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Der Einsatz
der Bundeswehr bedarf einer schnellen Neuausrichtung und der Abzug
aus dem fernen Land darf dabei kein Tabu sein.

Originaltext: Lausitzer Rundschau
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/47069
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_47069.rss2

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

223104

weitere Artikel:
  • Lausitzer Rundschau: Der nächste Dresen "Whisky mit Wodka" in der Lausitz nicht zu sehen Cottbus (ots) - Die gute Nachricht generell: Es ist ein neuer Film von Andreas Dresen ("Sommer vorm Balkon", "Wolke.9") da. "Whisky mit Wodka" hatte am Donnerstag seinen Kinostart. Die gute Nachricht für die Lausitz speziell: In der Dresen-Komödie gibt Kai Börner sein Leinwand-Debüt, den kulturell interessierte Menschen als vielgeschäftigen Schauspieler des Staatstheaters Cottbus schätzen. An dieser Bühne hat Regisseur Dresen seit Mitte der 90er-Jahre auch selbst mehrfach inszeniert. Die schlechte Nachricht: Der Streifen, der doch einen mehr...

  • Neue OZ: Kommentar zu Datenschutz / Arbeitnehmer / Scholz Osnabrück (ots) - Reichlich spät Eines ist unbestritten: Der Datenschutz von Arbeitnehmern muss bald verbessert werden. Es darf nicht sein, dass Firmen ihre Mitarbeiter auf Toiletten und in Umkleideräumen überwachen oder dass sie private E-Mails mitlesen. Und es muss allen Beteiligten klar sein, was erlaubt ist und was nicht. Das Ausspähen von Beschäftigten bei der Bahn, bei Lidl und der Telekom hat belegt, dass die Politik bald gefragt ist. Denn die vorhandenen Gesetze sind recht lückenhaft - sie regeln längst nicht jede Einzelheit. mehr...

  • Neue OZ: Kommentar zu Nordkorea / Konflikte / Atom Osnabrück (ots) - Ernste Abschreckung Obwohl aus Pjöngjang lediglich nicht überprüfbare Behauptungen zum Bau von Atomwaffen zu vernehmen sind, wird die Drohkulisse abermals ein Stück konkreter. Denn die vermutlich vorhandenen zwei Wege zur Herstellung einer Atombombe - mithilfe von Uran und Plutonium - sind das einzige, wenn auch irrsinnig gefährliche, Machtmittel, das Diktator Kim Jong Il und die kommunistische Führung in den Händen halten. Ihre Befürchtung ist es, ohne die Karte der atomaren Abschreckung im Pokerspiel mit den mehr...

  • Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Bundeswehr / Kundus Osnabrück (ots) - Ein trauriger Tag Dies ist ein trauriger Tag für Afghanistan - und für die Bundeswehr: Dutzende Menschen kommen auf deutschen Befehl hin ums Leben, nachdem erstmals Luftwaffenunterstützung gegen die Taliban angefordert wurde. Dass unter den Toten viele zivile Opfer sind, ist zwar nicht sicher, aber höchst wahrscheinlich. Augenzeugen berichten von zahlreichen Dorfbewohnern, die sich zum Zeitpunkt der Bombardierung in unmittelbarer Nähe der Taliban aufgehalten hätten. Ob es sich um eine krasse Panne in der Einsatzführung mehr...

  • Neue OZ: Kommentar zu Europa / Finanzmärkte / G-20 Osnabrück (ots) - Bonus und Malus gehören zusammen Was muss sich ändern, damit sich ein Desaster wie die aktuelle Finanzkrise nicht wiederholt? Eine populäre Antwort auf diese Frage lautet: die Bonuszahlungen. Doch wird dies nur eines der eher kleinen Stellräder sein, an denen die Mächtigen der Welt beim Finanzgipfel in den USA drehen müssen. Es stimmt zwar, dass hohe Boni Manager dazu verleitet haben, unüberschaubare Risiken einzugehen. Dies war ein wichtiger krisenverschärfender Faktor. Es führt deshalb kein Weg an neuen Regeln vorbei. mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht