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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Volkswagen und den angekündigten 8500 neuen Arbeitsplätzen

Geschrieben am 16-03-2008

Bielefeld (ots) - Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht.
Volkswagen will in diesem Jahr 8500 neue Stellen schaffen, die Hälfte
davon in Deutschland. Nicht nur angesichts der Entlassungswellen bei
BMW, Opel und Karmann sowie den Nicht-Auto-Unternehmen Henkel und
Siemens sorgen die Wolfsburger mit dieser Ankündigung für einen
Paukenschlag.
Die Ouvertüre dafür war indessen vor gar nicht langer Zeit von
ziemlichen Misstönen begleitet. Restrukturierungsprogramm hieß das
Musikstück, das weder bei Beschäftigten noch bei Betriebsrat und IG
Metall auf Begeisterung stieß. Schließlich sollten 20 000
Arbeitsplätze bei Volkswagen gestrichen werden. 16 000 sind es
letztlich geworden. Und zur Ehrenrettung des Konzerns muss gesagt
werden, dass Entlassungen damit so gut wie nicht verbunden waren.
Ausscheidende Mitarbeiter wurde nicht ersetzt,
Vorruhestands-Regelungen und Abfindungsangebote angenommen.
Gerade letzteres aber sorgte dafür, dass kluge Köpfe mit besten
Qualifikationen dem Unternehmen den Rücken kehrten und - mit
ansehnlich aufgestocktem Bankkonto - bei der Konkurrenz anheuerten.
Die Auswirkungen machen sich jetzt bemerkbar. Es fehlt an Entwicklern
und Strategen. Und das bei einem Programm mit einer Vielzahl von
neuen Modellen, die entweder schon auf dem Markt sind oder in naher
Zukunft kommen sollen.
Ein Volumenhersteller wie VW kann und darf es sich nun einmal nicht
erlauben, seinen Kunden - wie jetzt beim Tiguan - Lieferzeiten von
bis zu fast einem Jahr zuzumuten. Beim neuen Sportcoupé Scirocco
könnte es ähnlich laufen, denn die Verkaufszahlen des Konzerns sind
weltweit glänzend. Das gilt auch für den Golf, obwohl der Bestseller
schon in Kürze frisch überarbeitet auf den Markt kommt. Auch aus
diesem Grund ist es zwingend notwendig, den Personalbestand bei
Volkswagen wieder aufzustocken.
Interessant ist das Thema Neueinstellungen auch im Hinblick auf die
Auseinandersetzungen zwischen dem VW-Großaktionär Porsche und der IG
Metall, dem Wolfsburger Betriebsrat sowie dem Land Niedersachsen.
Schafft es Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, die neuen Arbeitsplätze
als Erfolg des Porsche-Einstiegs zu verkaufen, dürfte er
unangefochten als Dirigent den Taktstock schwingen.
Auf der anderen Seite werden IG Metall und Wolfsburger Betriebsrat
alles versuchen, den Stellenzuwachs als Verdienst von VW
herauszustellen, um so die Position im Machtspiel um
Mitsprache-Rechte zu verbessern.
Spätestens auf der VW-Hauptversammlung am 24. April wird sich zeigen,
wer die Argumentations-Klaviatur am besten beherrscht. Wiedeking will
dort mit einer Änderung der VW-Satzung Porsche zur dominanten Macht
bei Volkswagen ausbauen. Abzuwarten bleibt allerdings, wie Ferdinand
Piëch auf die Porsche-Töne reagiert. Bekanntlich gibt der
Aufsichtsratsvorsitzende den Taktstock nur äußerst ungern aus der
Hand.

Originaltext: Westfalen-Blatt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/66306
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_66306.rss2

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261


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