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WAZ: Beck auf Geisterfahrt - Kommentar von Rolf Potthoff

Geschrieben am 07-03-2008

Essen (ots) - Erst hatte er kein Glück, und dann kam auch noch
Pech dazu - nein, dies soll nicht die Stunde sein, um Spott über Kurt
Beck auszugießen, den Chef der SPD. Nur - seit der hessischen
Angelegenheit drängen sich auch dem Wohlwollendsten Zweifel an der
Führungsqualität auf.

Was hat Beck - lang ist es nicht her - veranlasst, der Partei
vorzugeben, im Westen keine Bündnisse mit den Linken einzugehen? Er
weiß doch, dass die SPD ihre Koalitionsentscheidungen in den Ländern
selbst fällt.

Was hat ihn dann so jäh zum Strategiewechsel verleitet? Und damit
viele (in anti-kommunistischer Tradition stehende) Sozialdemokraten
in Loyalitätskonflikte gestürzt?

Überhaupt: Wie kam er dazu, die SPD vom fernen Mainz aus führen
zu wollen? Verkennt er die Partei, dieses in Herzensangelegenheiten
sehr sensible Gebilde, oder überschätzt er sich selbst?

Becks Taktieren ist unausgegoren und nicht von möglichen Folgen
her durchdacht. Das gereicht weder einem Parteichef noch einem
möglichen Kanzlerkandidaten zur Ehre. Beck sollte sich nicht zu
sicher wähnen, weil die SPD (jetzt) keine Alternative zu ihm hat.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/55903
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_55903.rss2

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-2727
zentralredaktion@waz.de


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