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Westfalenpost: Keine Festgedanken Toleranz hilft, aber es muss Grenzen geben

Geschrieben am 10-04-2009

Hagen (ots) - Von Bodo Zapp

Wir feiern Ostern. Christen - die Kirchgänger unter ihnen - hören
in den Gotteshäusern, worum es beim Fest der Auferstehung geht. Doch
es gibt viele, denen die religiöse Botschaft gleichgültig ist. Oder
die anderen Glaubens sind. Leben und leben lassen sollte unter
zivilisierten Menschen eine selbstverständliche Grundregel sein.
Das Miteinander von Menschen verschiedener Lebensauffassung, von
Angehörigen unterschiedlicher Kulturkreise ist selten irgendwo völlig
problemfrei. Alles in allem hat Deutschland gute Fortschritte
gemacht. Extreme Negativbeispiele Einzelner dürfen nicht den Blick
auf Erfolge verstellen. Toleranz ist ein guter Helfer. Doch es gibt
Grenzen.
In Menschenrechtsfragen darf es keine Kompromisse geben. Es ist
unerträglich, dass in unserem Lande junge Frauen Angst um ihr Leben
haben, nur weil sie sich für den westlichen Lebensstil entscheiden.
Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die direkt oder durch
Stillschweigen indirekt Beteiligten eines Mordes, der mit Ehre nach
unserem Verständnis nicht das Geringste zu tun hat, auch noch im
Recht fühlen.
Die Verurteilung Einzelner, so sie überhaupt zur Rechenschaft
gezogen werden, reicht nicht. Wird wirklich alles gegen diese Schande
mitten unter uns und für den Versuch eines Wandels in den Köpfen
getan, und zwar von allen Seiten? Die Antwort ist Nein. Das kann
nicht hingenommen werden, eine Nebengesellschaft mit eigenen Gesetzen
darf es nicht geben. Es reicht nicht, die Zustände nach Bekanntwerden
des erschütternden Schicksals einer Frau zu beklagen und über
Konsequenzen nur zu reden.
Dass Afghanistans Präsident Karsai nach westlichen Protesten das
neue Ehegesetz zunächst stoppte, wonach Frauen ohne Einwilligung
ihrer Männer das Haus nicht verlassen dürfen, ist ein Anfang. Für die
Sicherung dieser Unfreiheit sind unsere Soldaten nicht im Einsatz.
Bei aller Empörung über archaisches Rechtsverständnis sollten wir
jedoch nicht vergessen: So lange ist es nicht her, dass Ehefrauen in
Deutschland nur mit Zustimmung ihres Mannes einen Beruf ausüben
durften.
Themenwechsel, genug des nicht nur hoffnungsfrohen Blicks auf die
Welt. Kommen wir zur österlichen Eiersuche, die in diesem Jahr
ergiebig sein könnte. Irgendwo müssen schließlich die
Milliarden-Überraschungseier versteckt sein, die Berlin so großzügig
verteilt. Weil Finanzminister Steinbrück eigentlich nicht im Ruf
stand, Spendierhosen zu tragen, muss wohl eine geheime Quelle zur
Rettung der Finanz- und Wirtschaftswelt aufgetan worden sein.
Den Steuerzahler-Laien plagt der Verdacht, dass am Ende er die
Quelle ist. Dass die apokalyptischen Geldreiter ihren ganzen
Schrecken noch nicht für alle spürbar verbreitet haben, ist ein Trost
im Augenblick. Ganz hilflos sind wir der Finanzkrise nicht
ausgeliefert. Dass wir letztlich nicht doch machtlos sind, ist eine
Oster-Hoffnung. Es wäre schlimm, wenn wir unseren Kindern nur faule
Überraschungseier weitergeben würden.

Originaltext: Westfalenpost
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58966
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Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160


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