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Raser müssen bestraft werden / Kommentar von Christian Latz zum Bußgeldkatalog und Rasern

Geschrieben am 06-07-2020

Berlin (ots) - Kurzform:

Einmal das Ortsschild oder die 30er-Zone übersehen, und schon blitzt die Radarfalle, und der Führerschein ist für einen Monat weg. Es sind solche Fälle, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heraufbeschwört, wenn er fordert, die erst kürzlich eingeführten härteren Strafen für Temposünder auch dauerhaft wieder abzumildern. Mit seiner Rhetorik erklärt Scheuer zu schnelles Fahren zum Kavaliersdelikt, das jedem mal passieren könne. Gerade der Verkehrsminister, der es besser wissen müsste, spielt damit die Gefahr herunter, die von überhöhter Geschwindigkeit ausgeht. Dass am Ende der eine oder andere Fahrer aus Versehen zu schnell ist und ein Fahrverbot kassiert, mag am Anfang nicht ausbleiben. Langfristig führt aber auch das zu mehr Achtsamkeit im Verkehr und sichereren Straßen für uns alle.

Der vollständige Kommentar:

Einmal kurz das Ortsschild oder die 30er-Zone übersehen, und schon blitzt die Radarfalle, und der Führerschein ist für einen Monat weg. Es sind solche Fälle, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heraufbeschwört, wenn er fordert, die erst kürzlich eingeführten härteren Strafen für Temposünder auch dauerhaft wieder abzumildern. Diese, so Scheuer, seien "unverhältnismäßig". Doch damit liegt der CSU-Politiker gleich mehrfach daneben. Mit seiner Rhetorik erklärt Scheuer zu schnelles Fahren zum Kavaliersdelikt, das jedem mal passieren könne. Gerade der Verkehrsminister, der es eigentlich besser wissen müsste, spielt damit die Gefahr herunter, die von überhöhter Geschwindigkeit ausgeht. 20 Stundenkilometer mehr oder weniger - im Ernstfall entscheidet das über Leben und Tod für Fußgänger, Rad- und Kraftfahrer. Wer das erlaubte Tempo derart überschreitet, nimmt Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer in Kauf und gehört entsprechend bestraft. Zugleich zeichnet Scheuer das Bild vom Autofahrer, der nur versehentlich zu schnell fährt. Wer in Großstädten wie Berlin unterwegs ist, macht häufig andere Erfahrungen. Während sich die meisten Kraftfahrer an die Regeln halten, neigen einige notorische Bleifüße zum permanenten Rasen. Um diesen mit einem einmonatigen Fahrverbot schon frühzeitig einen Denkzettel verpassen zu können, wurden die Strafen für Temposünder vom Bundesrat verschärft. Wie nötig das ist, zeigen die Zahlen der Polizei. Sie hat seit Inkrafttreten der StVO-Novelle deutlich mehr Fahrverbote verhängt. Zugleich scheint die härtere Strafe schon jetzt einige Kraftfahrer abzuschrecken und vom Rasen abzuhalten. Dass am Ende tatsächlich der eine oder andere Fahrer aus Versehen zu schnell ist und ein Fahrverbot kassiert, mag besonders am Anfang nicht ausbleiben. Langfristig führt aber auch das zu mehr Achtsamkeit im Verkehr und sichereren Straßen für uns alle.

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