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Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik Fußballer schlagen Alarm - Landesverband kritisiert Regierung und spricht sich für Zuwanderung aus

Geschrieben am 06-04-2018

Halle (ots) - Der Fußballverband Sachsen-Anhalt warnt in einer Art
Generalabrechnung mit der Landespolitik vor einer Verödung der
Sportlandschaft und des ländlichen Raumes. Das berichtet die in Halle
erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Samstagsausgabe). Angesichts von
Überalterung und Entvölkerung prangert der Verband an, dass die
Landesregierung keine Lösungen habe, obwohl die Probleme des
demografischen Wandels "seit langem bekannt sind". In einem
Positionspapier heißt es: "Ohne Gegensteuern wird Fußball in fünfzehn
Jahren voraussichtlich kein flächendeckendes Freizeitangebot mehr im
Land sein." Deshalb drängt der Verband in dem Positionspapier, das
der Zeitung vorliegt, auf eine stärkere Integration von Migranten:
Nur Einwanderung könne "noch eine mittelfristige Linderung der Folgen
des demografischen Wandels bewirken", so die Mahnung.

Der Fußballverband ist mit seinen fast 800 Vereinen und rund
89.000 Mitgliedern der größte Einzelverband in Sachsen-Anhalt. Für
viele Kinder und Erwachsene sind die Vereine Zentren des
gesellschaftlichen Lebens. Doch seit 2010 sank die Zahl der Vereine
um sieben Prozent, noch dramatischer ist der Rückgang der
angemeldeten Mannschaften um fast ein Viertel. "Wir sehen, wie
Regionen überaltern, entvölkern und sich auseinanderentwickeln",
heißt es in dem Papier. Kritisch sei die Zentralisierung der Politik,
Lokalpolitiker vor Ort hätten kaum noch Spielräume. Zwar sei es
positiv, dass aktuell mehr Menschen ins Land kämen als es verließen.
"Um aber Einwanderer dauerhaft im Land zu halten, benötigen
aufnahmebereite Dörfer, Kleinstädte und Vereine Personal, Wissen,
Erfahrungen, Geld und Infrastruktur." Für die Einwanderung und
Integration sei eine stimmige Landespolitik nötig. "Ohne angemessene,
langfristige und verlässliche Ressourcen können keine glaubwürdigen
Integrationsangebote gemacht werden."

Sachsen-Anhalts Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU)
bot am Freitag auf Anfrage der Zeitung einen Dialog an. "Die beste
Integration findet im Sport und auf der Arbeit statt", sagte er dem
Blatt. Er warnte aber zugleich vor Trugschlüssen: Der
Fachkräftemangel im Land werde nicht durch Asylzuzug gelöst werden
können, das zeigten die vergangenen Jahre. "Ich halte es auch für
falsch, dass gelockerte Asylregeln die Probleme im ländlichen Raum
lösen", sagte Stahlknecht.



Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de

Original-Content von: Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell


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