(Registrieren)

Neue Westfälische: Neue Westfälische, Bielefeld: KOMMENTAR Älter, weniger, bunter - Demographie in OWL Es muss etwas geschehen THOMAS SEIM

Geschrieben am 05-02-2010

Bielefeld (ots) - Wenn die Schützenvereine beginnen, sich darüber
zu sorgen, dass Schießen und Feiern allein nicht mehr ausreichen
könnten, um die Zukunft zu sichern; wenn Städte klagen, sie bräuchten
mehr Babys in der Stadt; wenn Dörfer fürchten auszusterben, weil auch
die Alten nicht mehr bleiben; wenn die Wirtschaft klagt, es gebe
nicht mehr genügend Fachkräfte in der Region; wenn im Schweiße der
Familie gebaute Einfamilienhäuser an Wert verlieren, weil niemand
mehr in die Region zieht; wenn Pfarrer sich sorgen, dass ihre Glocken
künftig nicht mehr läuten könnten - dann gibt es Risse in der heilen
Welt von Ostwestfalen-Lippe.
Wir haben in den vergangenen zwei Wochen in weit über 30 Beiträgen
alle diese Fragen aufgeworfen und dazu Zahlen und Erkenntnisse über
den dramatischen Bevölkerungsrückgang in unserer Region
zusammengetragen. Welche grundsätzlichen Bedenken man auch immer an
statistischem Zahlenwerk haben mag - eines ist jedenfalls an dieser
Bevölkerungsbilanz deutlich geworden: Wir haben ein Problem. Der
Bevölkerungsrückgang in der Region, insbesondere in der ländlichen
Region, wird aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden 20 Jahren
sehr hoch sein.
Mit Pillenknick und einem generellen Bevölkerungsrückgang, der dem
Wohlstand und der Lebens- und Genusssucht der Menschen geschuldet
ist, lässt sich das allein nicht erklären. Denn Ostwestfalen-Lippe
wird nach allen Berechnungen erheblich mehr Menschen verlieren als
beispielsweise das übrige NRW. Während die Bevölkerung landesweit um
3,7 Prozent bis 2030 zurückgeht, werden in OWL zum gleichen Zeitpunkt
5,6 Prozent weniger Menschen leben. Das ist eine um zwei Drittel
höhere Quote. Es muss also etwas geschehen.
Zur Trübsal indes besteht noch lange kein Grund. Denn auch dies haben
unsere Recherchen, Reportagen und Gespräche deutlich gemacht: Die
Menschen in OWL haben begonnen, ihr Leben neu und anders zu
organisieren. Alte Menschen mögen früher gehäkelt haben, heute
kümmern sie sich immer stärker um ihre Enkel, entlasten ihre
berufstätigen Kinder und tragen zur frühkindlichen Bildung bei.
Sogenannte Mehrgenerationenhäuser lassen einen Hauch von früher
selbstverständlich gelebter Solidarität zwischen Jung und Alt wieder
auferstehen. Senioren gründen Wohngemeinschaften, Händler und
Geschäfte richten sich auf ihre älter werdende Kundschaft ein.
Landwirte werden zu Energiewirten. Menschen aus anderen Regionen
Europas wandern zu. Die Städte liefern sich einen - meist fairen -
Wettbewerb um die Besten im Land. Es geschieht schon etwas in dieser
Region. Und das ist gut!
Ob es allerdings reicht, daran gibt es begründeten Zweifel. OWL
konkurriert mit einflussreichen, leichtfüßigen, auch stärkeren
Regionen in Europa. Um dort zu bestehen, braucht es neue, zusätzliche
Kraftanstrengungen. Von der Politik. Von der hier traditionell
verantwortungsbewussten heimischen, meist mittelständischen
Wirtschaft. Und von jedem Einzelnen von uns. Es wird etwas geschehen
- müssen!

Originaltext: Neue Westfälische
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65487
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65487.rss2

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

250408

weitere Artikel:
  • Berliner Morgenpost: Vertrauen schaffen, um Sicherheit zu produzieren - Leitartikel Berlin (ots) - Mit der Fokussierung der Aufmerksamkeit von Politik wie Öffentlichkeit auf die innenpolitischen Problemfelder gerät in Deutschland die Gefährdung des Weltfriedens bedenklich aus dem Blickfeld. Aber die Fortsetzung der längsten Friedensperiode unserer Geschichte ist keine Selbstverständlichkeit. Die Sicherheitslage auf dem gesamten Globus ist weit bedrohlicher, als es der politische Diskurs außerhalb von Expertenrunden wahrhaben will. Der internationale Terrorismus, die befürchtete atomare Aufrüstung des Iran wie die von mehr...

  • Mitteldeutsche Zeitung: zu Griechenland/Euro Halle (ots) - Griechenlands Finanzkrise war seit langem absehbar. Und die EU-Partner tragen Mitverantwortung an der Malaise. Schon in den 90er Jahren warnten viele Fachleute, es sei riskant, ein Land mit derartig krassen Wettbewerbsschwächen und so hoher Staatsverschuldung in die Währungsunion aufzunehmen. Im Fall Griechenlands kam erschwerend hinzu, dass sich die Athener Regierung den Zugang zur Eurozone mit geschönten Statistiken erschlich. Das war zwar schon seinerzeit ein offenes Geheimnis, doch die EU sah großzügig darüber hinweg. mehr...

  • RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, zu: FDP Heidelberg (ots) - Der Hysterie des demoskopischen Zahlenzaubers sind kleine Parteien stärker ausgeliefert als große. Im Falle der FDP ist die virtuelle Demontage durch die Momentaufnahmen der Wählerstimmungen so eklatant, dass sie den Zentralnerv der Westerwelle-Partei treffen. Der grandiose Übermut weicht dem flauen Gefühl beim Anblick davonschwimmender Felle. Was hat die FDP falsch gemacht? Sie hat politische Speckseiten ins Schaufenster gehängt, die sie nicht oder nur stückweise liefern kann. Aber dass die Partei hinsichtlich ihrer mehr...

  • Stuttgarter Nachrichten: zum Geschäft mit Steuerdaten Stuttgart (ots) - Jetzt rächt sich oder macht sich bezahlt - je nach Standpunkt -, dass die Bundesregierung einmal grundsätzlich Ja gesagt hat. Wer der Ansicht ist, dies sei der richtige Weg, um Steuersündern das kriminelle Handwerk zu legen, muss auch jetzt applaudieren. Wer hingegen den Standpunkt vertritt, die Politik habe sich auf eine abschüssige Bahn begeben, der erschrickt, wie schnell der Rechtsstaat erneut in eine kompromittierende Situation gebracht wird. Aus dem Einmalangebot entwickelt sich ein Wochenmarkt der Datendiebe. mehr...

  • Rheinische Post: Mindestrente ist keine Lösung Düsseldorf (ots) - Mit der Altersarmut verhält es sich wie mit dem Klimawandel. Es gibt viele eindeutige Prognosen, aber nur wenige Anzeichen, dass es eines Tages wirklich schlimm kommen wird. Das macht es schwierig, rechtzeitig auf die Bedrohung zu reagieren, dafür politische Mehrheiten und finanzielle Mittel zu finden. Die breite Mehrheit der Bevölkerung, die heute jung oder mittleren Alters ist, wird auch im Seniorenalter auskömmlich leben können. Dafür wurden viele sinnvolle und notwendige Reformen umgesetzt: die staatlich geförderte mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht