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Westdeutsche Zeitung: Gesundheit ist ein wertvolles Gut = von Lothar Leuschen

Geschrieben am 27-05-2013

Düsseldorf (ots) - Jeder Zweite über 70 fühlt sich gesund. Und je
geringer der Schulabschluss, desto schlechter ist das Befinden im
Alter. Das sind die Kernaussagen einer Studie des Robert
Koch-Institutes (RKI). Sie zeigen das gesamte Spannungsfeld von
Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik. Auf den ersten Blick
kann das Ergebnis der Studie nur optimistisch stimmen. In Deutschland
werden die Menschen nicht nur immer älter, sie bleiben dabei auch
viel länger gesund. Das sind blendende Aussichten für jene, die heute
50, 60 Jahre alt sind und sich von Zeit zu Zeit Gedanken über die
Phase nach dem Berufsleben machen. Die Studie wirft allerdings die
Frage auf, ob diese Phase langfristig nach 67 Lebensjahren beginnen
kann. Die Antwort lautet nein. Wenn immer mehr Menschen immer älter
werden und immer weniger Menschen in die Rentenkasse einzahlen, dann
muss die Lebensarbeitszeit verlängert werden, um das System erhalten
zu können. Wer allerdings heute zu den geringer Verdienenden gehört,
der kommt wahrscheinlich sowieso nicht in den Genuss eines
Lebensabends bei guter Gesundheit. Denn das RKI hat anhand von
Tausenden von Befragungen herausgefunden, was viele längst ahnen:
Gesundheit und Wohlbefinden sind auch abhängig vom Wohlstand. Wer
weniger verdient, lebt ungesünder und ist im Alter eher krank.
Angesichts einer großen Zahl von geringfügig Beschäftigten und
Hartz-IV-Beziehern wäre jede Bundesregierung schon aus Gründen der
Wirtschaftlichkeit gut beraten, sich dieses Themas anzunehmen.
Bonusprogramme von Krankenkassen sind zwar offenbar ein richtiger
Schritt. Sie erreichen aber nur jene, die nicht zuletzt dank besserer
Bildung wissen, welch wertvolles Gut Gesundheit ist. Deshalb muss
Gesundheitspolitik in der Prävention noch mehr auch auf jene zugehen,
die von wohlmeinenden und kostensenkenden Segnungen der Krankenkassen
nicht erreicht werden. Und einen Auftrag an die Sozialpolitik enthält
die Studie auch. Sozial ist, was Arbeit schafft, hat die Union einst
zu Recht ins Wahlkampffeld geführt. Sozial ist aber auch, dass Arbeit
fair entlohnt wird. Deshalb ist es ungeschickt von Kanzlerin Angela
Merkel, das Thema Mindestlohn auf die Zeit nach der Bundestagswahl zu
verschieben.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de


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