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WAZ: Familienministerin Kristina Schröder (CDU) fordert Rückkehrrecht in Vollzeit

Geschrieben am 22-02-2013

Essen (ots) - Teilzeitarbeit soll nicht länger zur beruflichen
Sackgasse werden: CDU-Familienministerin Kristina Schröder setzt sich
für einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit ein.
"Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit", sagte
Schröder den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Freitagausgaben). Teilzeit
müsse "eine Phase im Leben" sein, keine Sackgasse. "Im Moment ist die
Einbahnstraße rechtlich zementiert." Seit 13 Jahren gibt es einen
Rechtsanspruch auf Teilzeit, aber keinen einklagbaren Anspruch auf
Wiederaufstockung. "Da läuft etwas schief", so Schröder.

Nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW)
stecken derzeit weit über eine Millionen Frauen in der
"Teilzeitfalle": Sie wollen mehr arbeiten, bekommen aber keine
Vollzeitstelle. Fast jede zweite berufstätige Frau in Deutschland hat
eine Teilzeitstelle. Die meisten haben ihre Arbeitsstunden reduziert,
um sich um die Familie zu kümmern. Doch was in vielen Fällen bloß als
Lebensabschnitt geplant war, wird für etliche Frauen zur beruflichen
Einbahnstraße. Die Folgen: weniger Einkommen, schlechtere
Karrierechancen, drohende Altersarmut.

Ein Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit hätte zur Folge, so
hofft Schröder, dass sich künftig auch viele Männer leichter für eine
Teilzeitphase entscheiden könnten - weil sicher wäre, dass dies
keine berufliche Einbahnstraße ist. "Die meisten Männer sind nicht
sehr glücklich, wenn sie ihre Kinder nur am Wochenende wach erleben."

Auch SPD und Grüne wollen Arbeitnehmer in der Teilzeitphase
rechtlich absichern. Ein "Rückkehrrecht zur ursprünglichen
Arbeitszeit nach einer familienbedingten Teilzeitphase", fordert etwa
SPD-Familienpolitikerin Caren Marks, gibt aber zu Bedenken: Ein
solcher Rechtsanspruch müsse eventuell befristet werden, um spätere
Nachteile für die betroffenen Frauen zu vermeiden. Denn: Wer zu lange
mit dem Wiedereinstieg wartet, läuft Gefahr in Altersarmut zu
geraten.

Trotz parteiübergreifender Einigkeit wird der Rechtsanspruch nach
Ansicht von Schröder erst nach der Wahl umzusetzen sein. In der
schwarz-gelben Koalition gibt es Vorbehalte. "Wir können leider nicht
über die FDP hinwegregieren", so die Ministerin.



Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de


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