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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zum Pflegenotstand

Geschrieben am 25-01-2013

Stuttgart (ots) - Fast 70 Prozent der baden-württembergischen
Krankenhäuser waren im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben nicht
rentabel; und ein Großteil der Häuser befürchtet, dass sich ihre
Situation 2013 weiter verschlechtert. Dabei werden sie schon seit
Jahren auf Effizienz getrimmt: Stellen wurden abgebaut, viele
Servicebereiche ausgelagert, Strukturen gestrafft und immer mehr
Patienten immer schneller durchgeschleust, um mit den Fallpauschalen
über die Runden zu kommen. Doch inzwischen sind die Grenzen dessen
erreicht, was für alle Beteiligten noch erträglich und human ist.

Wenn Patienten aus Zeitmangel nicht mehr gewaschen werden, wenn
junge Ärzte Deutschland fluchtartig verlassen und statt ihrer
ausländische mit nur marginalen Deutschkenntnissen Dienst tun, wenn
Intensivstationen wegen Personalmangel zur Gefahr werden und
Operationen, ja sogar Transplantationen nicht nur zum Nutzen der
Patienten, sondern zur Umsatzsteigerung der Kliniken gemacht werden -
dann ist etwas faul im Staate.

Und faul ist auch, dass der Gesundheitsfonds auf Milliarden sitzt,
die aber zur Verbesserung der Zustände nicht herangezogen werden,
weil der Finanzminister begehrlich auf sie schielt. Die Politik darf
sich nicht länger wegducken, sondern muss eine ehrliche Debatte
darüber führen, was uns die Gesundheit wert ist.



Pressekontakt:
Stuttgarter Zeitung
Redaktionelle Koordination
Telefon: 0711 7205-1225
newsroom.stuttgarterzeitung@stz.zgs.de


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