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Neue OZ: Kultur-Kommentar

Geschrieben am 22-10-2009

Osnabrück (ots) - Traurige Tradition

Auch ganz entsetzliche Bräuche haben ihre traurige Tradition.
Musik und Folter stehen schon so lange in einem unheilvollen
Zusammenhang, dass es schier unvorstellbar ist, dieser Kombination
noch in einer zivilen Gesellschaft wie der amerikanischen zu
begegnen. Übelste Diktaturen haben zu Musik gefoltert. Da muss es den
Gefangenen in Guantánamo wie blanker Hohn vorgekommen sein,
ausgerechnet in einer Demokratie dem gleichen Verfahren ausgesetzt
worden zu sein.

Der Protest der betroffenen Künstler ist mehr als verständlich.
Sicher nie hätten sie sich träumen lassen, dass ihre Hits, die
Millionen beglücken sollten, nun vermutlich Häftlingen lebenslang zum
Brechmittel geworden sind. Den Folterern ist eine solche
Pervertierung natürlich gleichgültig. Der Zweck heiligt ihnen die
Mittel.

Deshalb ist zwar weitaus harmloser, aber auch nicht
unproblematisch, was seit Jahren im Hamburger Hauptbahnhof
praktiziert wird: Musik von Mozart, Händel oder Smetana beschallt
laut und satt die Bahnhofs-Vorplatte, dort, wo sich die Drogenszene
allzu gern aufhält. Mit dem Ziel, diese zu vergraulen, weil Junkies
angeblich klassische Musik nicht ausstehen können. Dies ist zwar eher
ein lustiger, aber eben auch manipulativer Missbrauch von Musik.

Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58964
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Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207


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