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Umweltzone Leipzig trägt entscheidend zum weltweiten Klimaschutz bei

Geschrieben am 20-07-2009

Leipzig (ots) - Rußpartikel aus Dieselmotoren beschleunigen das
Abschmelzen der Gletscher in der Arktis - das Bündnis "Rußfrei fürs
Klima" unterstützt Pläne der Stadt, eine weiträumige Umweltzone
einzuführen - Umweltschützer fordern "ökologisches
Verkehrsmanagement" in Leipzig

Eine weiträumige Umweltzone in Leipzig und ein umweltgerechtes
Verkehrsmanagement der Stadt hat das Bündnis "Rußfrei fürs Klima"
gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen und der Klima-Allianz heute
gefordert. Der Luftreinhalteplan der Stadt müsse zügig und ohne
Abstriche umgesetzt werden, forderten die bundesweit tätigen Umwelt-
und Verkehrsverbände. "Die dramatischen Dieselrußbelastungen in
Leipzig schädigen die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und
tragen darüber hinaus zum Klimawandel bei", sagte Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). Resch
forderte eine "radikale Verminderung der Dieselrußemissionen" und
erinnerte daran, dass der Weltklimarat IPCC Rußpartikel aus
Dieselmotoren, Kaminen und Feuerstellen für 20 bis 50 Prozent des
Klimawandels verantwortlich mache. Eine Verringerung der
Dieselrußpartikel in der Luft schützt daher schnell und nachhaltig
das Klima. "Umweltzonen, eine schnelle Nachrüstung aller Diesel-Pkw
und Lkw mit Partikelfilter, sind gerade auch in Leipzig das
wirksamste Instrument, um die Gesundheit der Menschen und das Klima
weltweit zu schützen. Wir fordern die rote Karte für ungefilterte
Fahrzeuge, auch Busse, Baumaschinen und Schienenfahrzeuge für die
Leipziger Innenstadt", sagte Resch. Er forderte die Halter von
Dieselfahrzeugen erneut auf, ihre Fahrzeuge mit einem wirksamen
Partikelfilter nachrüsten zu lassen und damit einen aktiven Beitrag
zum Gesundheits- und Klimaschutz zu leisten. Ab dem 1. Oktober wird
diese Nachrüstung für Pkw bis zum Jahresende durch die
Bundesregierung mit einer Barförderung in Höhe von 330 Euro
unterstützt.

Seit Beginn der gesetzlich vorgeschriebenen Messungen in Leipzig
2002 werden die Grenzwerte für Feinstaub und Dieselruß innerhalb der
Stadt regelmäßig überschritten. Jürgen Kasek, Sprecher von Bündnis
90/Die Grünen warnte die Stadtverwaltung daher davor, "die
Schadstoffbelastung klein zu reden". Er begrüßte, dass die Stadt
endlich einen Luftreinhalteplan erstellt habe und forderte, dass
dieser ohne Abstriche umgesetzt werde. "Dieser Plan ist das Mindeste,
das die Stadt Leipzig für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger
unternehmen kann", sagte Kasek auf der Pressekonferenz des Bündnisses
"Rußfrei fürs Klima" der vier großen Umwelt- und Verkehrsverbände.
"Unverantwortlich ist es jedoch, noch vor Einführung der Umweltzone,
nach Ausstiegsszenarien aus der Luftreinhaltung zu suchen", so Kasek.

Die Bevölkerung in Leipzig leidet nachweislich unter den hohen
Feinstaub- und Rußpartikelkonzentrationen in der Atemluft. Der Ruß
bzw. die Partikel aus unvollständig verbranntem Dieselkraftstoff
treiben jedoch auch den Klimawandel voran. Die feinen Rußpartikel
werden von den Luftströmungen der Nordhalbkugel insbesondere in die
Arktis und auf die Gletscher der Hochgebirge getragen, gehen dort auf
den Schnee- und Eismassen nieder und verhindern die natürliche
Abstrahlung der Sonnenstrahlen von den eigentlich weißen Eisfeldern.
Der Ruß geht als schwarzer Feinstaub auf den Gletschern nieder,
verstärkt die Absorption der Sonnenstrahlen und schränkt die
Reflexion ein (sogenannter Albedo-Effekt). Die Dieselrußemissionen
aus dem Auto- und Nutzfahrzeugeverkehr in Europa sind daher direkt
für die Gletscherschmelze in der Arktis und im Hochgebirge
verantwortlich. Dr. Axel Friedrich, internationaler Verkehrsberater,
forderte die Stadt Leipzig auf, ihren Teil zum Klimaschutz
beizutragen. "Umweltzonen sind einfach umzusetzen und sehr effektiv -
Leipzig kann mit einer weiträumigen Umweltzone den Anschluß an den
internationalen Klimaschutz schaffen", sagte Friedrich. Die
Versäumnisse der Stadt müssten dringend ausgeräumt werden, sagte auch
Alexander John, Sprecher der Klima Allianz Leipzig. "Bisher fehlt
noch immer ein umwelt- und klimafreundliches Verkehrsmanagement,
obwohl das eine langfristig wirksame Maßnahme wäre, mit der Stadt und
Bürger zum Luft holen kommen könnten", sagte John.

Hintergrund
Die Kampagne "Rußfrei fürs Klima!" setzt sich für eine drastische
Verringerung der Dieselruß-Emissionen ein. Im Bündnis "Rußfrei fürs
Klima!" arbeiten die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund
Deutschland (NABU) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zusammen,
um die Rußpartikel aus Dieselmotoren zu reduzieren und den
Klimaschutz voranzutreiben. Denn insbesondere Rußpartikel sind eine
wesentliche Ursache für das Abschmelzen der Hochgebirgsgletscher in
Europa, Asien und Amerika und für das Schmelzen der Arktis.
Rußpartikel entstehen in Europa vornehmlich aus der unvollständigen
Verbrennung von Dieselkraftstoff, in weiten Teilen Asien ist zudem
die Verbrennung von Holz und das Abfackeln landwirtschaftlicher
Flächen eine bedeutende Rußquelle.

Eine Studie der EHZ Zürich zeigt, dass die Schweizer Gletscher
seit den 1990er Jahren um zwölf Prozent geschrumpft sind. Ebenso
dramatisch sei die Situation im Himalaya, vor allem in Nepal, wo bis
2035 die Gletscher- und Eisfelder vollständig verschwunden sein
könnten. Die Gletscherschmelze habe insbesondere in Asien ernste
Konsequenzen für die Menschen. Das tibetische Eisplateau zusammen mit
dem Himalaya, dem Hindukusch und den umliegenden Bergregionen stellt
das wichtigste Wasserreservoir für Asien dar. Die Gletscher speisen
nicht nur den Gelben Fluss, sondern ebenso den Jangtse, den Mekong
sowie die Flusssysteme Ganges und Indus mit davon abzweigenden
Satlej, Yamuna, Ghaghara und Brahmaputra. Durch die starke
Gletscherschmelze steigen die Wasserpegel der Seen und Flüsse in der
Region. Diese treten über die Ufer und führen zu katastrophalen
Überschwemmungen, auf die Dürren folgen. Dadurch werden die
natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen in der Region zerstört
sowie die sensiblen Ökosysteme wie Fluss- und Waldlandschaften
vernichtet. Die Klimawirkung von Black Carbon hat inzwischen Einzug
in die internationale Klimadiskussion gehalten. Die
UN-Kyoto-Nachfolgekonferenz, die vor einigen Wochen in Bonn zu Ende
gegangen ist, und auch das UN-Umweltprogramm (UNEP) befassen sich
neuerdings mit den kurzlebigen Klima schädigenden Stoffen.

Originaltext: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/22521
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_22521.rss2

Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V.,
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 0171 3649170, resch@duh.de

Dorothee Saar, Koordination "Rußfrei fürs Klima", Deutsche
Umwelthilfe e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400
867 72, 01511 6225862, saar@duh.de

Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsberater, Mobil: 0152 294
83857, axel.friedrich.berlin@gmail.de

Jürgen Kasek, Vorstandssprecher Bündnis90/Die Grünen, Vorsitzender
BUND Leipzig, Mobil 0179 - 490 63 48, juergen@kasek.de

Ulrike Fokken, Sprecherin Politik & Presse, Deutsche Umwelthilfe
e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-86, 0151
55017009, fokken@duh.de


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