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Allg. Zeitung Mainz: Keine Friedenstaube (Kommentar zu Wahl in Israel)

Geschrieben am 18-09-2008

Mainz (ots) - Schon ist die Rede von einem Wandel in der Politik
Israels, weil doch eine Friedenstaube den Hardliner bei den
parteiinternen Wahlen der Kadima-Partei wenn auch mit einer denkbar
knappen Mehrheit besiegt habe und Zipi Livni in die Fußstapfen der
legendären Golda Meir treten könnte. Vergessen ist, dass Golda Meir
in Schande zurücktreten musste, weil sie aus Sturheit nicht die
Zeichen des bevorstehenden Jom-Kippur-Kriegs im Oktober 1973
wahrnehmen wollte. Um ein Haar hätte der ägyptisch-syrische
Überraschungsangriff das Ende Israels bedeutet. Ausgerechnet der
Hardliner Menachem Begin machte dann Frieden mit Ägypten. Ein anderer
Hardliner Ariel Scharon, ließ alle Siedlungen im Sinai, in Gaza und
im Westjordanland räumen, während der "gemäßigte" Ehud Barak der
Arbeitspartei jene fatalen Fehler machte, die zum Ausbruch der
zweiten Intifada mit 1000 israelischen und über 4000
palästinensischen Toten führten. Und was hat das alles mit Zipi Livni
zu tun, die Ehud Olmert als Premierministerin beerben könnte? Die
intelligente und höchst gewiefte Anwältin stammt aus einem extrem
rechten Elternhaus. Das hat sie geprägt. Schon im Wahlkampf machte
sie deshalb klar, dass sie Verhandlungen mit Erzfeinden wie der
Hisbollah, der Hamas und dem Iran kategorisch ausschließt, weil diese
Israel auslöschen wollen. Livni hat keine Probleme, Erzkonservative
ins Kabinett aufzunehmen und selbst auf Kosten der linksliberalen
Arbeitspartei auch den rechtsgerichteten Benjamin Netanjahu mitsamt
seinem Likudblock als Koalitionspartner zu akzeptieren. Livni ist
also zweifelfrei ein pragmatische Politikerin, aber ganz sicher nicht
die, die sich friedensbewegte Europäer an der Spitze der Regierung
Israels erhoffen.

Originaltext: Allgemeine Zeitung Mainz
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65597
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65597.rss2

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Karsten Gerber
Telefon: +49-(0)6131/48-5987
Fax: +49-(0)6131/48-5868
crossmedia@vrm.de


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