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Massive Ärzteproteste im nächsten Jahr erwartet: "Arztfreie Wochen und Großdemo"

Geschrieben am 07-12-2007

Erkrath (ots) - Deutschland muss sich auf massive Protestaktionen
von Ärzten im kommenden Jahr einstellen. Die Organisation "Freie
Ärzteschaft" (FÄ) hat eine Reihe von Protestaktionen für das Jahr
2008 angekündigt: "Ein Höhepunkt wird die wochenlange, bundesweite
Praxisschließung sein", kündigt der Präsident der FÄ, Martin
Grauduszus, jetzt an. Die FÄ gilt als Motor der Ärzteproteste im Jahr
2006, bei denen über 35.000 Ärzte vor dem Brandenburger Tor
demonstrierten.

"Es hat sich eine massive Unzufriedenheit gebildet, es kocht im
Topf und der Deckel fliegt bald hoch", warnt Grauduszus. Die Ärzte
würden derzeit bundesweit systematisch mit massiven Strafzahlungen
überzogen, wenn sie nach Ansicht der Kassen zu viele Medikamente
verordnen: "Dabei sollen auch Ärzte dreistellige Strafen zahlen, die
schon heute zu 80 Prozent billige Nachahmermedikamente verschreiben -
ihr einziges Vergehen ist, dass sie zu viele schwerkranke Menschen
versorgen", weiß der Hausarzt aus Erkrath.

Gleichzeitig würden die Einkommen immer weiter sinken: "Vielerorts
erhält ein Hausarzt für die Komplettversorgung eines Patienten
weniger als 15 Euro pro Monat, egal wie krank der Patient ist und wie
oft er kommt. Für das Geld muss ein Briefträger nicht mehr zum Dienst
antreten, das liegt unter den staatlichen Mindestlöhnen", beschwert
sich Grauduszus: "Wir haben in den letzten Jahren schon rund 150.000
Arbeitsplätze in den Arztpraxen wegrationalisiert, wir stehen schon
mit dem Rücken zur Wand. Miete und Personal können wir von solchen
Sätzen schon lange nicht mehr bezahlen".

"Die Heuschrecken sind ins Gesundheitswesen eingefallen", warnt
Grauduszus: "Die Politik versucht Hand in Hand mit den
Gesundheitskonzernen die medizinische Versorgung in Deutschland zu
amerikanisieren: Hochwertige Leistungen in Kliniken für
zahlungskräftige Patienten, Billigmedizin für den Rest der Bürger.
Dabei stören vor allem die freien Praxen, die bislang versuchen,
allen Patienten eine möglichst gute Medizin zukommen zu lassen", sagt
er. "Wer den Film 'Sicko' von Michael Moore über das marode
Gesundheitswesen der USA gesehen hat, weiß, wohin die Reise schon in
den nächsten Jahren gehen wird, wenn wir das nicht aufhalten".

Auftakt der Proteste im nächsten Jahr ist ein "Ärztetag der Basis"
im Februar in Hannover. Die letzte Märzwoche hat die FÄ zur
"arztfreien Woche" ausgerufen mit bundesweiten Praxisschließungen:
"Wenn die Politik dann nicht reagiert, werden es im nächsten Schritt
zweiwöchige Schließungen - und dann gern auch drei Wochen ohne Arzt",
kündigt Grauduszus an. Für das Frühjahr 2008 wird eine erneute
Großdemonstration in Berlin vorbereitet: "Diese findet gemeinsam mit
Patientenverbänden statt, mit denen wir eng zusammenarbeiten - viele
Patienten haben bereits verstanden, dass die derzeitige Politik
einzig Konzerninteressen nützt und sich längst nicht mehr für ihr
Wohl interessiert. Kranke Menschen sind keine Werkstücke oder Waren,
die auf Fließbänder gehören", sagt Grauduszus. Darüber hinaus seien
unter anderem etliche Aktionen gegen die elektronische
Gesundheitskarte in Vorbereitung.

Die Freie Ärzteschaft e.V. ist der derzeit am schnellsten
wachsende Verband niedergelassener Ärzte. Er ist Initiator und Motor
der Ärzteproteste des Jahres 2006 und fordert ein wirklich
zukunftsfähiges neues Gesundheitswesen.

Originaltext: Freie Ärzteschaft e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/57691
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_57691.rss2

Ansprechpartner für die Presse:

Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft Mobil 0173 5370708

Freie Ärzteschaft Bergstraße 14 40699 Erkrath

Tel.: 02104 138 59 75 Fax: 02104 44 97 32

www.freie-aerzteschaft.de
www.die-krankheitskarte.de
mail@freie-aerzteschaft.de


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