(Registrieren)

Bischof Georg Bätzing sieht Kirche vor Austrittsrekord - Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz: Bistümern droht durch Corona-Krise Überschuldung

Geschrieben am 01-06-2020

Köln (ots) - Die katholische Kirche in Deutschland rechnet mit einer Rekordzahl an Kirchenaustritten für das Jahr 2019. "Wir wissen bereits, dass es im vorigen Jahr noch einmal einen erheblichen Anstieg gegeben hat", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe). Die bisher höchsten Zahlen hatten 2014 bei knapp 218.000 und 2018 bis 216.000 gelegen. Valide Zahlen für 2019 lägen voraussichtlich im Juli vor. Anders als den beiden genannten Jahren habe es 2019 keine innerkirchlichen Skandale als Austrittsimpulse gegeben, sagte Bätzing weiter. Gleichwohl fragten die Menschen sich, ob die Kirche es ihnen noch wert sei, dass sie ihr Monat für Monat ihr Geld gäben. "Das wird sich durch den wirtschaftlichen Druck im Zuge der Corona-Krise mit Sicherheit noch verstärken, gerade in der mittleren Generation." Durch die Corona-Krise erwartet Bätzing nach eigenen Worten für 2020 zudem einen "starken Einbruch" der Einnahmen aus der Kirchensteuer. "Das zwingt schon jetzt zu Haushaltsdisziplin und auf längere Sicht zur Neubewertung geplanter Vorhaben. Diese stehen jetzt allesamt unter Finanzierungsvorbehalt." Einige Bistümer seien von Überschuldung bedroht, so Bätzing, und könnten aus dieser Gefahr "nur durch Haushaltsdisziplin und durch solidarische Maßnahmen zwischen den Bistümern" gerettet werden. Zur Frage möglicher Stellenstreichungen sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, kirchliche Mitarbeiter seien vor Entlassungen weitgehend geschützt. "Sichere Arbeitsplätze sind für die Kirche als Arbeitgeberin ein hoher ethischer Anspruch." Neben bereits verhängten Einstellungsstopps verwies Bätzing auf Möglichkeiten, Mitarbeiter aus Bereichen, die aufgegeben oder neustrukturiert würden, andernorts zu beschäftigen. Wegen des hohen Zuspruchs zu kirchlichen Kitas, Schulen und Sozialeinrichtungen könne er sich einen Rückzug aus diesen Bereichen nicht vorstellen, so Bätzing.

Pressekontakt:

Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 2080

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/66749/4611015
OTS: Kölner Stadt-Anzeiger

Original-Content von: Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

735154

weitere Artikel:
  • SPD-Chef Hartmann kritisiert Festhalten am Rosenmontagszug 2021 Köln (ots) - Köln. Sebastian Hartmann, Vorsitzender der NRW-SPD, kritisiert die Pläne des Festkomitees Kölner Karneval, im nächsten Jahr einen Rosenmontagszug in Köln durchzuführen. "Es ist absehbar, dass auch im Karneval die Mindestabstände eingehalten werden müssen", sagte Hartmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe). "Ich kann mir nicht vorstellen, wie das bei den Scharen von Zuschauerinnen und Zuschauern funktionieren soll", fügte der Bundestagsabgeordnete aus Bornheim hinzu. "Es sei denn, man begnügt sich damit, dass die Jecken mehr...

  • Gemeindebund fordert Kompromiss der Koalition zur Entlastung der Kommunen Düsseldorf (ots) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat an Union und SPD appelliert, den Koalitionsstreit um die Entlastung der Kommunen im Konjunkturpaket zu beenden und einen Kompromiss aus Vorschlägen beider Seiten zu finden. "Das eine schließt das andere nicht aus: die Kommunen sollten bei den Kosten der Unterkunft für Arbeitslose entlastet werden, wie die Union es vorschlägt, und sie sollten gleichzeitig auch die Altschulden loswerden, wie die SPD es vorschlägt", sagte Gemeindebunds-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Düsseldorfer mehr...

  • Kommentar über die Reaktion von Donald Trump auf die Proteste in den USA Berlin (ots) - In den USA explodiert der Protest gegen brutalen Rassismus - und dem Präsidenten des Landes fällt nichts Besseres ein, als die Stimmung der Gewalt noch anzuheizen. Nachdem der Schwarze George Floyd vor laufender Handykamera von einem Polizisten ermordet worden ist, gehen in immer mehr US-Städten Menschen gegen rassistische Übergriffe auf die Straße. Dass die Proteste keine besinnlichen Menschenketten mit Liedern und Kerzen sind, ist nach der Vorgeschichte kein Wunder. Die Polizei antwortet erneut mit Gewalt und wird von Donald mehr...

  • neues deutschland: US-Bürgerrechtler Richard Rose fordert ein systematisches Vorgehen gegen Rassismus in Polizei und Justiz Berlin (ots) - Die USA sollten regelmäßige verpflichtende psychologische Tests für Polizeibeamte einführen, um deren Diensttauglichkeit zu bestimmen. Das fordert Richard Rose, schwarzer Bürgerrechtler und Vorsitzender der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) in Atlanta im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Dienstagsausgabe). Zudem sollten die Empfehlung der Task Force der Obama-Regierung zu "Polizeiarbeit im 21. Jahrhundert" umgesetzt werden. Zum Fall George Floyd und anderen mehr...

  • Spielplätze statt Spielstraßen / Kommentar von Julian Würzer Berlin (ots) - Spielstraßen sollen Kindern mehr Raum geben. Der Gedanke war nahe liegend, nachdem die Spielplätze wegen Corona geschlossen worden waren. Doch die Aktion verschleiert nur ein Versäumnis der vergangenen Jahre: In den Berliner Bezirken gibt es zu wenige Spielplätze. Deshalb sind sie überfüllt, und der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern lässt sich nicht einhalten. Dem Gesetz zufolge gilt ein Richtwert von rund einem Quadratmeter Spielfläche pro Einwohner. Der Berliner Durchschnitt liegt bei rund 60 Prozent der erforderlichen Spielfläche. mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht