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Kommentar / Stresstest für die Schlachthöfe = Von Florian Rinke

Geschrieben am 11-05-2020

Düsseldorf (ots) - Den Elch hat es beim Test nie gegeben, dennoch ist der "Elchtest" vielen heute noch ein Begriff für das mangelhafte Fahrverhalten eines Mercedes, der bei einem Ausweichmanöver umkippte. Um die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs zu testen, bringt man es bei solchen Tests an die Belastungsgrenzen. Auch bei Banken ist man dazu übergegangen, nach der Finanzkrise 2008/2009 die Widerstandsfähigkeit zu prüfen. Stresstest nennt man das.

Das Coronavirus ist ein weltweiter Test - und wieder sieht man, wer den Kräften, die da gerade wirken, nicht standhalten kann. Etwa die fleischverarbeitende Industrie, deren Fabriken sich unter anderem in Deutschland und in den USA zu einem Zentrum der Covid-19-Infektionen entwickelt haben. Die schlechten Arbeitsbedingungen sind seit Jahren bekannt, doch was sich bislang abseits von hin und wieder auftretenden Lebensmittelskandalen ignorieren ließ, tritt nun offen zutage. Denn plötzlich erkauft sich die Gesellschaft ihr Wegschauen nicht mit günstigen Preisen für Hackfleisch und Hähnchenschenkel - sondern mit der persönlichen Freiheit. So wie im Kreis Coesfeld, wo die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der hohen Infektionszahlen in einem Betrieb verlängert werden mussten.

In der Landwirtschaftspolitik hat Deutschland in den vergangenen Jahren vielfach weggeschaut. 2017 zeigte ein Bericht des EU-Verbraucherschutzverbandes BEUC, dass die Zahl der Kontrollen in Deutschland seit 2007 deutlich zurückgegangen war - obwohl die Zahl der Betriebe weitgehend konstant blieb. Wegen erhöhter Nitratwerte im Grundwasser, einer Folge der Massentierhaltung, läuft ein Verfahren der Europäischen Union gegen Deutschland. Die Politik hat zumindest im aktuellen Fall erkannt, dass etwas passieren muss, und kündigt ein härteres Vorgehen an, quasi einen Stresstest für den Schlachthof. Das ist überfällig.

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