(Registrieren)

Rheinische Post: Staat muss zum Jagen getragen werden Kommentar Von Thomas Reisener

Geschrieben am 16-12-2018

Düsseldorf (ots) - Bislang ist der deutsche Staat nicht als Wahrer
der Rechte betrogener Diesel-Kunden aufgefallen. Sein zögerliches
Vorgehen gegen die Hersteller ist im Gegenteil der zweite
Diesel-Skandal: Erst drückt er jahrelang beide Augen zu, während
Volkswagen & Co. munter mit mutmaßlich kriminellen Tricks die
deutschen Abgas-Vorschriften umgehen. Und dann lässt der Staat die
Opfer des Betruges auch noch im Regen stehen, weil er so gut wie
nichts unternimmt, um die Ansprüche der betroffenen Diesel-Fahrer
gegen die Hersteller zu unterstützen. Allerdings setzt das Recht
dieser fast unverschämten Trägheit Grenzen. Ironischerweise darf der
Staat seine eigenen Ansprüche gegen die Hersteller nämlich nicht so
sträflich vernachlässigen: Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene
ist er selbst Halter zahlloser Diesel und damit auch selbst
potenzielles Betrugs-Opfer im Diesel-Skandal. Weil er aber zugleich
nur der Treuhänder des Vermögens der Bürger ist, hat er gar nicht zu
entscheiden, ob er Ansprüche geltend macht oder nicht. Wenn der Staat
Schaden vom öffentlichen Vermögen abwenden kann, ist er zum Handeln
gezwungen. Schade, dass der Staat erst selbst betroffen sein muss,
bevor er im Diesel-Skandal etwas für die Betrugsopfer tut. Die
Aufarbeitung des Staatsversagens beim Thema Diesel hat gerade erst
begonnen.



Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

667627

weitere Artikel:
  • Rheinische Post: Das Bahn-Dilemma Kommentar Von Georg Winters Düsseldorf (ots) - Man macht es sich zu einfach, wenn man die Probleme der Bahn allein dem Vorstand anlastet, dem es an einer Vision für die Zukunft des Staatskonzerns fehlt. Zur Wahrheit gehört auch, dass es einen Aufsichtsrat gibt, in dem auf der Seite der Anteilseigner viele politische Vertreter sitzen, die bisher zugeschaut haben, wie das Unternehmen Milliardenschulden anhäufte, ohne wirklich voranzukommen, oder aus politischen Gründen geschwiegen hat. Dem Bahn-Vorstand sollten endlich professionelle Aufsichtsräte an die Seite mehr...

  • Rheinische Post: Kursbuch von Kattowitz Kommentar Von Gregor Mayntz Düsseldorf (ots) - Als sich viele Delegierte angesichts der Einigung bei der Weltklimakonferenz in Kattowitz in den Armen lagen, mag das mit einer Weisheit des bengalischen Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore zusammengehangen haben. Er hat die auf Geburtsanzeigen beliebte Weisheit formuliert, wonach jedes neu geborene Kind die Botschaft mitbringe, dass Gott die Hoffnung in die Menschheit noch nicht verloren hat. Es war eine schwere Geburt. Und das "Kind" sieht nicht besonders proper aus. Aber es lebt und es kann sich entwickeln. mehr...

  • Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Nutzen von Home-Office Stuttgart (ots) - Home-Office? Klingt gut! Der Chef: weit weg. Die hustende Kollegin ebenfalls. Kein Stau, kein Stress. Stattdessen: selbstbestimmtes Arbeiten, grenzenlose Flexibilität, eine ausgewogene Work-Life-Balance - und wenn das Kind krank wird, ist es auch kein Beinbruch. Für andere klingt Home-Office dagegen nach Arbeitsvermeidung im Pyjama, Kontrollverlust und sinkender Effizienz. Das Dumme ist: beide Seiten haben gute Gründe so zu denken, denn nicht jedermann ist für die Arbeit zwischen Bett und mehr...

  • BERLINER MORGENPOST: Es ist Zeit, zu handeln / Leitartikel von Jürgen Polzin zur Klimakonferenz Berlin (ots) - Kurzform: Es ist dieses Nicht-Loslassen-Können von dem Alten, das den Übergang in die neue Zeit so schwer macht. Wo bleibt der Mut der Politik, klar und deutlich zu sagen, dass der Schutz des Klimas nun großer Anstrengungen bedarf? Dass es nicht ohne Kosten und Verzicht für den Einzelnen geht, dass der Umbau der Volkswirtschaften aber möglich ist? Wo ist die Unterstützung der Bundesregierung, wenn Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein Klimaschutzgesetz im kommenden Jahr ankündigt und schon jetzt auf Widerstand mehr...

  • BERLINER MORGENPOST: S-Bahn mangelt es an Tempo / Kommentar von Thomas Fülling zur Berliner S-Bahn Berlin (ots) - Kurzform: Die Berliner S-Bahn wird auch in diesem Jahr ihr Pünktlichkeitsziel verfehlen. Vor allem die Beseitigung der vielen Mängel in der Infrastruktur kommt nicht so recht voran. Im Gegenteil: Erst im November gab es tagelang Zugausfälle und Verspätungen, weil am Ostkreuz die Umstellung auf eine neue Zugsicherungstechnik misslang. Keine Frage: Pannen können passieren. Was misstrauisch macht, ist deren Häufung ausgerechnet bei einem der wichtigsten Mobilitätsanbieter der Stadt. Schlimmer allerdings ist, mit welcher mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht