(Registrieren)

Die Geldpolitik kann eine Volkswirtschaft nicht "steuern"

Geschrieben am 28-11-2016

München (ots) - Die üblichen Erklärungen bezüglich der
Konjunkturzyklen sind aus Sicht der österreichischen Schule keine
Erklärungen, sondern lediglich Beschreibungen des Phänomens, stellt
Frank Shostak in seinem jüngsten Beitrag auf www.misesde.org fest. Um
der Ursache der Konjunkturschwankungen auf den Grund zu gehen zu
können, muss man sich mit dem Treibmittel der Wirtschaft, dem Kredit,
befassen.

Ludwig von Mises unterscheidet zwei Arten von Kredit. Zum einen
dem Sachkredit. Dieser ist zu 100 % durch vorangegangene
Sparleistungen gedeckt. Im Gegensatz dazu steht der
Zirkulationskredit. Dieser wird von Banken vergeben, ohne dass zuvor
eine Sparleistung erfolgte. Diese Art von Kredit ist
höchstproblematisch und ist der Auslöser der Konjunkturzyklen. Denn
durch die Zirkulationskredite wird das Kreditangebot insgesamt
ausgeweitet, wodurch wiederum die Zinsen fallen. Durch die niedrigen
Zinsen aber erscheinen plötzlich Investitionen lohnend, die es
eigentlich nicht sind. Produktionslinien entstehen so auch für Güter,
die wenig nachgefragt werden.

Ab einem gewissen Zeitpunkt stellen die Produzenten dieser Güter
fest, dass sie keinen Gewinn erwirtschaften. In der Folge erkennen
die Banken, dass ein Teil ihrer Kreditnehmer die in sie gesetzten
Erwartungen nicht erfüllen können. Daraufhin drosseln die Banken die
Kreditvergabe. In der Folge steigen ob des reduzierten Kreditangebots
die Zinsen. Davon sind dann auch jene Produzenten betroffen, deren
Güter an sich ausreichend nachgefragt werden. So wird der
Wirtschaftsabschwung eingeläutet. Mises nennt weitere Gründe, die mit
der Kreditvergabepraxis zusammenhängen. Von dem durch die
Kreditexpansion neu geschaffenen Geld profitieren in erster Linie die
Erstbezieher dieses Geldes. Sie ändern daraufhin ihr Konsumverhalten.
In der Folge werden auch die Produktionslinien geändert. Sobald die
Kreditexpansion nachlässt, ändern die Erstbezieher ihr
Konsumverhalten ebenfalls mit den entsprechenden Auswirkungen auf die
Produzenten. Stets aber besteht der Zusammenhang zwischen einer
Ausweitung der Kreditvergabe und künstlich niedrigen Zinsen, die zu
den wirtschaftlichen Boom- und Bust-Phasen führen. Für Shostak ist
damit klar: "Politiker sollten sich nicht damit befassen, die Zinsen
künstlich zu senken und unter keinerlei Umständen versuchen, die
Wirtschaft über Geldpolitik zu managen."

"In der Tat stellt die Vergabe von Krediten, die Geschäftsbanken
dank des Teilreservesystems aus dünner Luft schöpfen können, eines
der Kernprobleme des derzeitigen Geldsystems dar", fügt Prof.
Thorsten Polleit an, Präsident des Ludwig von Mises Instituts an.
"Die damit einhergehende Geldmengenausweitung wirkt inflationär, die
sinkenden Zinsen führen zu Fehlallokationen und Kapitalverschwendung.
Staatliche Eingriffe, meist in Form von höheren Staatsausgaben oder
künstlich abgesenkten Zinsen, verschärfen die Problematik zusätzlich.
Eine nachhaltige Lösung für das Problem des wirtschaftlichen Auf und
Abs wird nur über eine Reform der Geldordnung zu erreichen sein."

Die Geldpolitik kann eine Volkswirtschaft nicht "steuern"
http://www.misesde.org/?p=14324



Pressekontakt:
Wordstatt GmbH
Dagmar Metzger
Tel: +49 89 3577579-0
Email: info@wordstatt.de

Original-Content von: Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

603780

weitere Artikel:
  • Wohn-Riester bleibt gefragt (FOTO) Stuttgart (ots) - Das Interesse an der Eigenheimrente, den meisten als "Wohn-Riester" bekannt, ist in Deutschland anhaltend hoch. Im ersten Halbjahr 2016 legte die Zahl der abgeschlossenen Verträge um 4,1 Prozent zu. So stark wuchs kein anderes Modell im Rahmen der Riester-Vorsorge. Zum Jahresende sollten alle Riester-Sparer darauf achten, rechtzeitig die staatlichen Zulagen zu beantragen. Mittlerweile wurden in Deutschland nach Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 1,6 Millionen Wohn-Riester-Verträge abgeschlossen mehr...

  • So setzen Sie Ihr Smartphone von der Steuer ab (FOTO) Neustadt a. d. W. (ots) - Rasch noch die Mails checken, ein paar Infos recherchieren oder die Präsentation abrunden: Wer kennt das nicht? Gerne wird das private Smartphone für berufliche Zwecke genutzt. Wer das in erheblichem Umfang praktiziert, kann den Fiskus an den Ausgaben für den mobilen Alles-Könner beteiligen. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH). Grundsätzlich können Berufstätige privat getragene Ausgaben rund um den Job als Werbungskosten mehr...

  • Cosmos Konkret - Risikolebensversicherung | Teil 4 von 4 / Risikolebensversicherung und Steuern (FOTO) Saarbrücken (ots) - - Die Vorkehrungen zur Existenzsicherung sind vielfältig: 26 Prozent der Deutschen haben eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, um ihre Angehörigen versorgt zu wissen, sollte ihnen etwas zustoßen.(1) - In einer vierteiligen Serie beantworten CosmosDirekt-Experten die wichtigsten Fragen rund um die Risikolebensversicherung. Im vierten Teil der Serie "Cosmos Konkret" erklärt Michael Greifenberg, Vorsorgeexperte von CosmosDirekt, wie Leistung und Beiträge der Risikolebensversicherung mehr...

  • Neuer Ärger für die Commerzbank AG / KWAG-Rechtsanwälte: Schiffsfonds CFB 162 ein Betrugsmodell? Bremen (ots) - Ein von der Bremer Kanzlei KWAG - Rechtsanwälte in Auftrag gegebenes Gutachten zum Schiffsfonds "CFB 162 MS Gabriele Schulte" kommt zum Ergebnis, dass möglicherweise schon bei der Prospekterstellung den Anlegern in betrügerischer Absicht wesentliche Informationen vorenthalten wurden oder bewusst falsche Informationen in den Prospekt eingeflossen sind. Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens: "Ich habe in meiner langjährigen Berufserfahrung selten einen Fondsprospekt gesehen, der handwerklich so schlecht gemacht ist und ganz mehr...

  • Paying Taxes 2017: Warum das deutsche Steuersystem besser ist als sein Ruf Frankfurt am Main (ots) - Die Erstattung der Mehrwertsteuer funktioniert in Deutschland effizienter als in den meisten anderen europäischen Ländern, zeigt die "Paying Taxes"-Studie von PwC und Weltbank / Unterm Strich bleibt die finanzielle und zeitliche Belastung für hiesige Mittelständler trotzdem deutlich zu hoch / Steuern und Abgaben summieren sich in Deutschland 48,9 Prozent des Gewinns / Europaweit sind es im Schnitt nur 40,3 Prozent Deutsche Mittelständler zahlen weiterhin höhere Steuern und Abgaben als Wettbewerber in mehr...

Mehr zu dem Thema Finanzen

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

Century Casinos wurde in Russell 2000 Index aufgenommen

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht