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Schwäbische Zeitung: Stunde der Brückenbauer - Leitartikel über die Grünen und Jürgen Trittin

Geschrieben am 10-04-2016

Ravensburg (ots) - Was für eine Spaßbremse! Kaum feiern die Grünen
ihren erfolgreichen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, da
warnt Jürgen Trittin seine Partei vor zu viel Euphorie. Schließlich
habe man in anderen Ländern gekämpft, die fünf Prozent zu erreichen.

Ja, es stimmt: Die Grünen sind keine Volkspartei und Politiker wie
Jürgen Trittin werden auch weiterhin für jede Lösung ein Problem
finden. Jede Wette: Der linke Flügel der Grünen wird vor der
Bundestagswahl noch Pflöcke einschlagen mit der Forderung nach
höheren Steuern oder mehr Verboten wovon auch immer. Kretschmann hat
im Land viel für Flüchtlinge

Grundsätze allein aber helfen in der Politik nicht weiter. Ihnen
treu zu bleiben und trotzdem durch Kompromissfähigkeit Politik zu
gestalten, ist schwierig. Einer, der es bislang ganz gut geschafft
hat, ist Winfried Kretschmann. Deshalb führt ihn das Politbarometer
derzeit auch als den beliebtesten deutschen Politiker. Kretschmann
hat im Land vielleicht mehr für Flüchtlinge getan als jene, die sich
in großen Diskussionen über deren Not und die Fluchtursachen weltweit
verlieren.

Doch in den eigenen Reihen begleitet ihn auch Misstrauen.
Überzieht er nicht? Gibt er nicht grüne Positionen preis? Ähnlich
geht es übrigens auf der anderen Seite des geplanten grün-schwarzen
Bündnisses in Baden-Württemberg Thomas Strobl. Es gibt nicht wenige
in seiner Partei, die eine Zukunft der CDU als Juniorpartner der
Grünen immer noch für unfassbar halten. Bündnisse von Schwarz-Gelb
oder Rot-Grün haben keine Mehrheit mehr

Doch die politische Entwicklung mit der Etablierung der AfD hat
mancherorts dazu geführt, dass die altbewährten Bündnisse von
Schwarz-Gelb oder Rot-Grün keine Mehrheit mehr haben. Deshalb ist es
so wichtig, dass die Brückenbauer aller Parteien Erfolg haben.

Man müsse Kretschmann kapieren, nicht kopieren, haben Grüne wie
Bütikofer und Özdemir geraten. Kapieren aber heißt: Das Machbare
machen, die alten Schützengräben verlassen und vielleicht sogar mal
einen Politiker der anderen Parteien loben, so wie Kretschmann die
Kanzlerin. Es könnte ja am Ende einmal tatsächlich berechtigt sein.



Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de


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