(Registrieren)

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Prostata-Vorsorge

Geschrieben am 07-08-2014

Bielefeld (ots) - Ein PSA-Test senkt das Risiko an Prostata-Krebs
zu sterben um mehr als ein Fünftel. Beim ersten Blick auf dieses
Ergebnis der europäischen Langzeitstudie stellt sich nur eine einzige
Frage: Weshalb wird diese Kontrolle des Prostata-spezifischen
Antigens (PSA) im Blut nicht generell zur Vorsorge eingeführt?
Schließlich geben die Werte zumindest erste Anhaltspunkte darauf, ob
eine Erkrankung der Vorsteherdrüse vorliegt oder nicht. Antworten
darauf gibt es gleich mehrere. Zum einen gibt es in Deutschland seit
Jahren eine gesetzlich geregelte Vorsorgeuntersuchung - die des
zweifelsohne wichtigen Abtastens. Da bleibt kein finanzieller Raum
für eine weitere von den Krankenkassen geförderte Maßnahme. Auf der
anderen Seite liefert ein erhöhter PSA-Wert keinesfalls gesicherte
Erkenntnis darüber, ob tatsächlich ein potentiell aggressiver Tumor
vorhanden ist. Es ist lediglich ein Alarmzeichen. Für den Betroffenen
und den Urologen. Dessen ungeachtet kann ein erhöhter Wert dem
Patienten Angst machen. Zu den möglichen Beschwerden aufgrund einer
leichten Entzündung kommt dann eine psychische Belastung.
Auswirkungen, die auch bei Frauen nach falschen Positiv-Befunden im
Rahmen der Mammografie auftreten, wie Studien der Vergangenheit
gezeigt haben. Und wie bei der Brustkrebs-Vorsorge ist es auch bei
der Prostata-Untersuchung enorm wichtig, dass der behandelnde
Mediziner den Patienten umfangreich informiert, aufklärt und nicht
vorschnell diagnostiziert beziehungsweise Maßnahmen einleitet. So
wichtig das frühzeitige Erkennen eines Tumors ist, um erfolgreich
gegen Krebs vorzugehen, so zurückhaltend sollte die Vorgehensweise
sein. Der Blick auf die seit 1993 laufenden Langzeitstudie zeigt,
dass sich 40 Prozent der diagnostizierten Fälle als so genannte
Überdiagnosen mit anschließenden Übertherapien herausgestellt haben.
Ein hohe, eine viel zu hohe Quote. Denn Behandlungen der Prostata
führen nicht selten zu Nebenwirkungen wie Impotenz oder Inkontinenz.
Wer auf den PSA-Test als Erkennungszeichen setzt, der muss ihn
regelmäßig wiederholen, um mögliche Schwankungen der Werte zu
erkennen. Denn erst die sind wirklich aussagekräftig für den
Mediziner, lassen auf eine mögliche Erkrankung schließen. Und das
frühzeitig. So frühzeitig, dass das Sterberisiko aufgrund von
Prostatakrebs deutlich gesenkt werden kann. Dieses Ergebnis der
Langzeitstudie sollten auch die Kritiker dieser Art der
Vorsorge-Untersuchung anerkennen. Einzig darauf verlassen darf man
sich jedoch nicht. Aber in Verbindung mit dem Abtasten und
Ultraschall-Analysen ergibt sich im Verdachtsfall ein klareres Bild.
Möglicherweise unnötige Eingriffe lassen sich so jedenfalls eher
verhindern.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

541092

weitere Artikel:
  • Rheinische Post: Düsseldorfs designierter Oberbürgermeister kritisiert Konzept der Quadriennale Düsseldorf (ots) - Der designierte Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Thomas Geisel (SPD), hat Kritik an der jetzt zu Ende gehenden Quadriennale geübt. Das Konzept des viermonatigen, 4,2 Millionen Euro teuren Kunst-Festivals habe "nicht so hundertprozentig hingehauen", sagte Geisel der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Nun solle im Herbst entschieden werden, ob es eine weitere Quadriennale in der Landeshauptstadt geben wird. "Mein Ziel ist es, der Stadt Düsseldorf mit Hilfe ihrer kulturellen mehr...

  • Spiel mit der Sprache - Ror Wolf erhält Georg-K.-Glaser-Preis 2014 Mainz (ots) - Sperrfrist: 08.08.2014 10:35 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Den Georg-K.-Glaser-Literaturpreis des Landes Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR) in Mainz erhält in diesem Jahr der Autor, Lyriker, Essayist und Lexikonschreiber Ror Wolf. Er erhält den Preis für sein literarisches Schaffen, mit dem er sich unter anderem auch seiner langjährigen Heimat Rheinhessen angenähert hat. "Ror Wolfs Werke sind eine wahre Freude mehr...

  • DER STANDARD-Kommentar: "Schwamm drüber" von Andrea Schurian Kulturpolitik in der Krise(Ausgabe ET 9.8.2014) Wien (ots) - Sie verstünde das Interesse, ließ Ex-Kulturministerin Claudia Schmied unlängst via E-Mail wissen, aber: "Sorry. Kein Kommentar von meiner Seite. Ich schau nach vorn." Abgesehen von diesem doch ziemlich unterentwickelten Verständnis von politischer Verantwortung, winkt dort vorn, wohin sie nun so gern schaut, ein Job nicht mehr, auf den sie angeblich ziemlich scharf war: Die Chance, Georg Springers Nachfolgerin in der Burgtheaterholding zu werden, ist mittlerweile Geschichte. mehr...

  • Neue OZ: Interview Medien mit dem Schauspieler Hannes Jaenicke Osnabrück (ots) - Hannes Jaenicke: Vorerst kein neues Buch Schauspieler will trotz des Erfolges von "Die große Volksverarsche" kürzer treten - Umweltschützer räumt ein: "Mein CO2-Footprint ist eine Katastrophe" Osnabrück.- Der Schauspieler, Dokumentarfilmer und Buchautor Hannes Jaenicke will trotz des großen Erfolgs seines Bestsellers "Die große Volksverarsche" vorläufig kein weiteres Buch auf den Markt bringen. "So wie ich es die letzten Jahre gemacht habe, stehe ich es nicht mehr allzu lange durch," sagte der 54-Jährige mehr...

  • Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur veganen Ernährung von Haustieren: Kein Zwang zum Salat - von Katrin Wolf Regensburg (ots) - Menschen, die sich vegan ernähren, haben sich sehr gut über das Thema informiert. Sie sind oft besonders tierlieb und lehnen es ab, Tiere zu töten oder auszubeuten. Diese Entscheidung verdient großen Respekt. Trotzdem dürfen Veganer diese ihren Haustieren nicht aufzwingen. Ein Mensch kann für sich entscheiden, ob ihm die vegane Ernährung guttut. Hund oder Katze können das allerdings nicht. Sie sind von ihren Haltern abhängig. Und die tragen deshalb auch eine große Verantwortung. Dazu kommt, dass es zu dem Thema, mehr...

Mehr zu dem Thema Alles rund um die Kultur

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

Pinocchio erreicht Gold in Deutschland mit Top-3-Hit "Klick Klack" - "Mein Album!" erscheint am heutigen Tag - Neue Single "Pinocchio in Moskau (Kalinka)" folgt am 17. März

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht