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Mittelbayerische Zeitung: Keine Frage des Geldes Kommentar zu Caravaggio

Geschrieben am 06-07-2012

Regensburg (ots) - Die Sache stinkt - und zwar nach Geld. 700
Millionen Euro soll der Sensationsfund wert sein, wenn es denn
wirklich ein Sensationsfund ist und wirklich Teil des OEuvres
Caravaggios. Und während die einen Experten noch an der Echtheit
zweifeln, machen die anderen schon mit einem kostenpflichtigen
Download Kasse. Handelt so die neue Wissenschaft? Nicht zuletzt
dieses Gebaren ist es, das die Skepsis nährt - von kunsthistorisch
und sachlich begründbaren Zweifeln ganz abgesehen. Man würde es ja
nur zu gern glauben, dass es frühe Zeichnungen des Malergenies
gegeben hat, und dass die Kunsthistoriker Maurizio Bernardelli Curuz
und Adriana Conconi Fedrigolli auf neue Schätze gestoßen sind. Doch
nur zu oft wird in der Kunst und auf den Kunstmärkten dieser Welt
getäuscht und getrickst auf Teufel komm raus! Fälscher wie der
verurteilte Wolfgang Beltracchi haben und hatten auch deshalb
leichtes Spiel, weil die Gier von Sammlern, Anlegern und
Kunst-Spekulanten unersättlich ist. Und weil auch in der Kunstwelt
schon längst der merkantile Wert den qualitativen, kreativen,
inhaltlichen und ideellen weit überflügelt hat. Es ist Zeit für eine
Revision, für eine Besinnung auf das, was uns die Kunst zu sagen hat.
Uns muss wieder bewusst werden, welche Bereicherung wir durch die
Kunst erfahren, aber eben nicht an klimperndem Vermögen, sondern an
Anregung für Geist und Seele, den Intellekt und die Emotion. Ob sich
nun die 100 gefundenen Zeichnungen nach wissenschaftlicher
Überprüfung als echte Caravaggios herausstellen oder nicht, sie
werden uns und die Nachwelt nur interessieren, wenn sie etwas zu
erzählen haben. Und das ist keine Frage des Geldes.



Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de


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