(Registrieren)

Mitteldeutsche Zeitung: SPD-Strategie Bullerjahn: "Gespaltene Entwicklung im Osten" - Gefälle in den neuen Ländern stärker als im Westen?

Geschrieben am 28-08-2007

Halle (ots) - Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD)
sieht "ein starkes Gefälle zwischen Topstandorten und
strukturschwachen Gegenden" in Ostdeutschland. "Vor allem muss zur
Kenntnis genommen werden, dass es 'den Osten' als ein homogenes
Gebiet nicht gibt", schreibt Bullerjahn in einem Aufsatz, den die in
Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstagausagbe) in
Auszügen veröffentlicht. Bullerjahn hat den Beitrag "Zukunft in den
neuen Bundesländern" für das von Brandenburgs Ministerpräsident
Matthias Platzeck, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und
Finanzminister Peer Steinbrück (alle SPD) herausgegebene Buch "Auf
der Höhe der Zeit" verfasst. Als Beispiele nennt Bullerjahn
Sachsen-Anhalt, wo es etwa bei der Arbeitslosenquote eine "Spreizung"
zwischen 21,1 Prozent im Mansfelder Land und 9,8 Prozent im Ohrekreis
gebe. "Der Unterschied auf eine Entfernung von knapp 100 Kilometern
ist größer als die gesamte durchschnittliche Arbeitslosenquote in
Westdeutschland von rund 8 Prozent", so Bullerjahn. Besorgnis müsse
erregen, dass sich im Osten die Unterschiede zwischen starken
Entwicklungspolen und schwachen Gebieten "noch stärker auszuprägen
drohen als im Westen". Das "die Ostförderung vielerorts dominierende
Prinzip der Gießkanne und des unbedingten regionalen Ausgleichs hat
nicht verhindern können, dass die Regionen sehr unterschiedlich
vorankommen und einige wohl den Anschluss verpassen werden", so
Bullerjahn.

Das sei für den Osten insgesamt "keine Katastrophe", wenn durch
Konzentration der Ressourcen die erkannten Wachstumszentren in den
Stand versetzt werden, hinsichtlich ihrer Infrastrukturausstattung,
ihres Fachkräfte- und Kulturangebotes gegenüber guten Standorten
anderswo in Europa mithalten zu können.

Bullerjahn nennt als Beispiel für die "gespaltene Entwicklung"
auch den Arbeitsmarkt, der zweigeteilt sei. "Auf der einen Seite
verfestigen sich Arbeitslosigkeit bzw. Niedrigstentlohnung der
Geringqualifizierten. Auf der anderen Seite werden Gutqualifizierte
gesucht und nach bundesweitem Maßstab bezahlt." Um die auf den ersten
Blick widersprüchlich erscheinende Situation zu bewältigen, dass
gleichzeitig hohe Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel drohen, sei
Bildung der entscheidende Schlüssel. Ab 2016 fehlten für die neuen
Bundesländer rund 70.000 Akademiker, so Bullerjahn. Die Frage nach
der Zukunft in den neuen Bundesländern müsse "sehr viel
differenzierter, vor allem regionenbezogen" beantwortet werden, so
Bullerjahn. Dabei ergäben sich auch "Ansatzpunkte für eine
Länderneugliederung im Osten".

Originaltext: Mitteldeutsche Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/47409
Pressemappe via RSS : feed://www.presseportal.de/rss/pm_47409.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
Mitteldeutsche Zeitung
Chefredaktion
Tel.: 0345 565 4300


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

89099

weitere Artikel:
  • LVZ: Maurer warnt Linke vor einem Höhenrausch / Spitzenkandidaturen für Linkspartei bei Wahlen nicht sehr entscheidend Leipzig (ots) - Das für die Westausdehnung der Partei "Die Linke" zuständige Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes, Ulrich Maurer, hat seine Partei vor dem "Höhenrausch" und vor weiteren unsinnigen Positionsstreitereien gewarnt. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-Ausgabe) meinte Maurer: "Unsere Partei hat sich nach meiner festen Überzeugung zwar dauerhaft zweistellig festgesetzt. Ich kann aber nur davor warnen, dass irgendjemand dem Höhenrausch verfällt und meint, man könne sich als Partei jetzt alles Mögliche mehr...

  • ARD Tatort zu Mobilfunk - In Eschborn ist Vorsorge für CDU-Bürgermeister Wilhelm Speckhardt kein Thema Eschborn (ots) - Eindrucksvoll konnte Drehbuchautor Christian Jeltsch im ARD Tatort "Strahlende Zukunft" am 26.08.2007 die möglichen Risiken des Mobilfunks darstellen. In Internet und Radio wurden die Zuschauer von Radio Bremen in Diskussionen mit einbezogen und das Fazit war: Vorsorge. Der ITNE e.V. setzt sich im hessischen Eschborn, dem Wohnort von Ministerpräsident Roland Koch, für eine professionelle Information über mögliche Risiken ein. Auch im Dialog mit der Stadt Eschborn und dem Bürgermeister Wilhelm Speckhardt wurde auf das mehr...

  • Die Macht der Spiele / ZDF-Korrespondenten zeigen Peking ein Jahr vor Olympia Mainz (ots) - Die Olympischen Spiele 2008 sind für viele Chinesen sehr viel mehr als nur ein Sportereignis: Sie sollen nach innen wie nach außen ein Symbol nationaler Größe werden. In ihrem Film "Die Macht der Spiele" am Mittwoch, 29. August 2007, 23.15 Uhr, zeigen die ZDF-China-Korrespondenten Johannes Hano und Diana Zimmermann, wie der Olympia-Gastgeber ein Jahr vor den Spielen versucht, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu überwinden. Die Volksrepublik China will ihren Anspruch als künftige Weltmacht demonstrieren, dementsprechend mehr...

  • Pofalla: Leitkultur garantiert Zusammenhalt der Gesellschaft Berlin (ots) - 28. August 2007 069/07 Im Rahmen der Dialog-Tour 2007 diskutiert CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla heute u.a. mit türkischstämmigen Arbeitnehmern im Daimler-Chrysler-Werk in Stuttgart. Hierzu erklärt der CDU-Generalsekretär: Rund ein Fünftel aller in Deutschland lebenden Menschen sowie jedes dritte Kind unter sechs Jahren hat eine Zuwanderungsgeschichte. In einigen Großstädten gilt dies bereits für mehr als 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Deutschland ist Integrationsland! mehr...

  • Mordfall Politkowskaja: ROG fordert weitere Informationen und raschen Prozessbeginn Berlin (ots) - Vor dem Hintergrund der gestern bekannt gewordenen Verhaftungen im Mordfall Anna Politkowskaja fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) weitere Informationen zu den Festgenommenen sowie einen raschen Prozessbeginn. "Bislang weiß man zu wenig über Identität und Motive der Verdächtigen", so die Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. "Doch wir hoffen sehr, dass mit der Meldung nach Monaten des Schweigens nicht nur beschwichtigt werden soll. Ein schneller Prozessbeginn und mehr Transparenz würden für mehr Glaubwürdigkeit mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht