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DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU nominiert drei ungewöhnliche Produktionen des Fernsehjahres 2006: / Blackout (SAT1), Neger, Neger, Schornsteinfeger (ZDF) und Wut (ARD)

Geschrieben am 11-01-2007

Hamburg (ots) - Diese drei Filme beschäftigten durch ihr Thema,
ihre Emotionalität und ihre großartige Besetzung sowohl die
Fernsehbranche als auch die Zuschauer. Und alle drei nominierten
Produktionen der Kategorie "Bester deutscher Fernsehfilm" stellten
sich der harten Realität - ob in der Gegenwart oder in der
Vergangenheit - ohne die sonst üblichen Weichspüler in Bild und Ton.

Es ist selten geworden, dass das Fernsehen die Gemüter erregt.
Allzu oft versinkt der Zuschauer in seinen Sofakissen, während vor
ihm hübsch verpackt einige prominente Schauspieler in bewährten
Schemata die immer gleiche Liebesgeschichte erzählen. Das Publikum
nicht überfordern, lautet die Richtlinie der Fernsehschaffenden. Die
drei nominierten Fernsehfilme stechen auf unterschiedliche Weise aus
diesem Fernsehalltag hervor.

BLACKOUT - Die Erinnerung ist tödlich (SAT1)

Mit der raffiniertesten Krimi-Produktion des Jahres überraschte
SAT1: Der Sender entschied sich für einen düsteren Polizei-Thriller
in vier Teilen. Der von der Typhoon AG produzierte Mehrteiler nutzt
Elemente wie Liebe und Politik, organisierte Kriminalität und
Korruption, verzweifelte Jugendliche und reiche Saubermänner, um dem
Zuschauer ungewohnt offene Einblicke in das Berliner Drogenmilieu zu
gewähren. Ohne Gefühlsduselei inszenierten Peter Keglevic (Regie) und
Hans-Günther Bücking (Regie und Kamera) die Geschichte um einen
Polizisten, der trotz Gedächtnisverlust den Mord an seiner Frau
aufklären will. Ein fabelhaftes Drehbuch, hervorragende Schauspieler
(allen voran Roeland Wiesnekker und Misel Maticevic) und die moderne
Bildsprache machen den Vierteiler zu einem bis zuletzt spannenden
Programm-Highlight. "Blackout - Die Erinnerung ist tödlich": eine für
deutsche Verhältnisse überraschend harte und mutige Reihe, die es
wagt, sich ungewohnten, aber international erfolgreichen Erzählformen
zu öffnen. Bedauerlich nur, dass SAT1 selbst der Mut verließ: Die
Story wurde auf halber Strecke aus Quotengründen in die Nacht
verlegt.

NEGER, NEGER, SCHORNSTEINFEGER (ZDF)

Keine Probleme mit der Quote hatte "Neger, Neger,
Schornsteinfeger". Jeweils über acht Millionen Zuschauer sahen im ZDF
die beiden Teile, die von der Kindheit des liberianischen
Diplomatensohns Hans-Jürgen Massaquoi in Nazi-Deutschland erzählten.
Massaquoi wächst auf in einer Zeit, in der Hitler die Macht ergreift
und Deutschland seine dunkelsten Jahre erlebt. Diese Entwicklung von
der wohlbehüteten Kindheit in eine lebensbedrohliche Jugend zeichnet
der Regisseur Jörg Grünler mit sehr viel Feingefühl nach. Die
Nachwuchsschauspieler Luka Kumi, Steve-Marvin Dwumah und Thando
Walbaum spielen die Rolle des heranwachsenden farbigen Jungen und
verleihen dieser Figur ihre ausgefeilten Konturen. Veronica Ferres
als alleinerziehende Mutter, die das Träumen vorsorglich aus ihrem
Leben verbannt hat, ist die heimliche Heldin des Zweiteilers, den
Malte Grunert und Markus Trebitsch (Aspekt Telefilm) für das ZDF
produziert haben. "Neger, Neger, Schornsteinfeger" ist
Gefühlsfernsehen auf höchstem Niveau: äußerst liebevoll inszeniert,
zu Tränen rührend und gleichzeitig mit komischen Qualitäten. Eine
ebenso authentische wie bewegende Geschichte über Rassismus und
Zivilcourage, die vor Augen führt, dass Menschen schwarzer Hautfarbe
auch in den 1930er Jahren bereits Bestandteil deutscher Historie
waren.

WUT (ARD)

"Wut" - ein Stück Fernsehen, wie man es in dieser schonungslosen
Konsequenz selten sieht, mit ungeschönten Dialogen und ohne Happy
End: Oktay Özdemir als türkischer Drogendealer Can quält und demütigt
seinen deutschen Mitschüler Felix Laub (Robert Höller). Dessen Vater,
Hochschuldozent Laub (August Zirner), tritt für seinen Sohn ein und
gerät schließlich mitsamt seiner Frau Christa (Corinna Harfouch)
selbst in den Focus des von Verachtung getriebenen Can und seiner
Bande. Dem schwierigen Thema Integration wollte sich die
Produktionsfirma Colonia Media gerade nicht politisch korrekt nähern.
Stattdessen zeigt der Film die bittere Realität: Sprachlosigkeit,
obszöne Gewalt und schier unüberwindliche Gegensätze zwischen
islamischer und westlich-christlich geprägter Kultur. "Wut" ist
sicher die mutigste ARD-Produktion des zurückliegenden TV-Jahres: Ein
herausragender Film mit herausragenden Darstellern, der durch seine
Radikalität in der Lage war, endlich mal wieder eine öffentliche
Debatte anzustoßen. Doch auch die ARD verlegte kurzfristig die
Ausstrahlung des konfliktreichen Stoffs auf die Zeit nach 22 Uhr.

Der Preisträger wird erst am Abend der 42. Verleihung der GOLDENEN
KAMERA von HÖRZU bekannt gegeben.

Die 42. Verleihung des Film- und Fernsehpreises DIE GOLDENE KAMERA
von HÖRZU findet am Donnerstag, dem 1. Februar 2007 in der
Ullstein-Halle des Berliner Axel-Springer-Hauses statt und wird ab
20:15 Uhr live im ZDF ausgestrahlt. Die Moderation übernimmt Thomas
Gottschalk.

Download von Bildmaterial unter www.goldenekamera.de im Bereich
Presse.

Originaltext: HÖRZU
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=51874
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_51874.rss2

Pressekontakt:
DIE GOLDENE KAMERA von HÖRZU
PRESSE
Dr. Astrid Herbold
Tel. +49 (0)30 28 09 78 14
Fax +49 (0)30 28 09 87 77
presse@goldenekamera.de
www.goldenekamera.de


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