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WAZ: Klimaschutz rechnet sich auch Energie regiert die Welt - Kommentar von Jürgen Polzin

Geschrieben am 13-12-2006

Essen (ots) - Der große Irrtum in der Diskussion um die
Neuausrichtung der Energiepolitik ist der Glaube, Klimaschutz sei
dabei nur eine Option. Etwas, das man tun oder lassen kann. Ein
Schräubchen, mit dem sich nachjustieren ließe: Tut uns leid, die
deutsche Industrie muss in den nächsten Jahren im Klimaschutz ein
bisschen kürzer treten, weil wir sonst unseren zarten
wirtschaftlichen Aufschwung gefährden. Unter Ökonomen hat es sich
doch längst herumgesprochen: Es ist das Nichthandeln im Klimaschutz,
das künftig Wachstum abwürgen und Arbeitsplätze vernichten könnte.
Denn die erwarteten volkswirtschaftlichen Schäden durch einen
ungebremsten Klimawandel würden um ein Vielfaches höher liegen als
die Kosten für frühzeitiges Handeln.

Worüber beklagen sich nun Gewerkschaften und Energieversorger?
Der europaweite Handel mit CO2-Lizenzen, das derzeit wohl wirksamste
Instrument im Klimaschutz, werde Energie noch teurer machen, werde
den Industriestandort NRW gefährden. Wohlstandskiller Klimaschutz?
Steigen wird der Preis doch für besonders klimaschädlich erzeugten
Strom (etwa aus der Braunkohle). Genau das aber ist der Sinn des
Emissionshandels, der Klimaschutz dort bezahlbar macht, wo er am
dringendsten nötig ist. Ein Markt ohne Verknappung der CO2-Lizenzen
aber funktioniert nicht.

Natürlich kostet Klimaschutz. Deutschland wird es härter treffen
als andere EU-Länder. Deutschland ist in Europa der mit Abstand
größte Produzent von Klimagasen. Sicherlich wird das Energieland
Nordrhein-Westfalen vom Emissionshandel stärker berührt als andere
Bundesländer. NRW allein stößt pro Jahr mehr CO2 aus als einzelne
EU-Mitgliedsländer.

Deutschland aber muss handeln, denn energiepolitisch steht das
Land vor einer Weichenstellung. Während der Energiebedarf steigt,
werden Öl und Gas knapper oder liegen in politisch instabilen
Gebieten, sollen Atomkraftwerke ersetzt, erneuerbare Energien
ausgebaut und noch drastischere Klimaschutzziele erreicht werden.
Dazu aber bleibt kaum Zeit. In den kommenden Jahren müssen die
Versorger den Großteil ihrer Kohlemeiler modernisieren. Jetzt, nicht
morgen, werden Milliarden schwere Entscheidungen getroffen, die
Deutschlands Energieversorgung über Jahrzehnte zementieren.

Um diesen Energiemix der Zukunft findet nun ein Verteilungskampf
statt. Wohin geht die Reise am Ende des fossilen Zeitalters? Wer
diesen Weg weiß, macht sein Land zukunftssicher. Denn Energie regiert
die Welt.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=55903
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_55903.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: (0201) 804-0
zentralredaktion@waz.de


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