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Konvergenz: Hoffnungsträger für die Telekombranche?

Geschrieben am 11-02-2010

Wien (ots) - Eine aktuelle Studie zum europäischen
Telekommunikationsmarkt der Top-Managementberatung A.T. Kearney zeigt
Handlungsbedarf für die Anbieter. Durch veränderte Rahmenbedingungen
brechen bestehende Strukturen auf und zwingen die Telekomanbieter zu
Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle. "Die rosigen Zeiten für die
Telekombranche sind jetzt vorbei - es wird härter. Unternehmen müssen
reagieren, wollen sie nicht ab 2012 in der Verlustzone sein", urteilt
Studienautor Hagen Götz Hastenteufel, von A.T. Kearney.

Der europäische Telekommunikationsmarkt befindet sich im Umbruch:
aggressiver Verdrängungswettbewerb führt zu fallenden Preisen und
rückläufigen Umsätzen. Die verstärkte Regulierung auf europäischer
Ebene hat die Situation für viele Anbieter weiter verschärft: So
wurde durch die Senkung der Roaminggebühren im Mobilfunk eine
margenträchtige Einnahmequelle trockengelegt. Nun sucht die Branche
nach Auswegen - sowohl umsatz- als auch kostenseitig. Hastenteufel:
"Wir sehen bei den Anbietern in Europa vielfältige Reaktionen auf die
veränderten Rahmenbedingungen. Einerseits sind die Unternehmen
ständig auf der Suche nach Innovation und neuen Umsatzquellen,
andererseits steht nach wie vor "klassische" Kostensenkung auf der
Tagesordnung. In einigen europäischen Märkten wie z.B. Großbritannien
und der Schweiz geht der aktuelle Trend in Richtung Konsolidierung."

Potenzial auf Nachfrage- und Kostenseite gering

Für Co-Studienautor Robert Kremlicka, Geschäftsführer A.T. Kearney
Österreich, steht fest, dass der Verdrängungswettbewerb anhalten
wird: "Mehr telefonieren können die Leute kaum noch. Auch wenn das
Datentransfervolumen steigt, bleibt es durch den Preiskampf bei einem
Null-Summen-Spiel. Die Umsätze pro Gesprächsminute sinken derart
schnell, dass sie etwa im Mobilfunk bis 2013 nur mehr die Kosten
decken könnten. Die Wirtschaftskrise verschärft diese Situation
zusätzlich." Weitere Kostensenkungen sind für die europäischen
Telekom-Anbieter - durch die erfolgreichen Einsparungsprogramme der
letzten Jahre - deutlich schwieriger. "Deshalb sind nun strukturelle
Veränderungen der Geschäftsmodelle notwendig", so Kremlicka.

Der Kampf um die Wachstumsmärkte

Unter den Branchenentwicklungen leiden jene Anbieter am stärksten,
die nur im klassischen Telekomgeschäft angesiedelt sind, also
Betreiber von reinen Festnetz- oder Mobilfunknetzen. Die Studie zeigt
eine deutliche Umsatzverschiebung in Richtung breitbandiger
Anwendungen und Online Dienste. "Wir erwarten in diesem Segment durch
die hohen Wachstumszahlen eine Steigerung von derzeit 5% auf 22%
Umsatzanteil bis 2013", so Hastenteufel. Gerade in diesem Bereich
wächst jedoch die Konkurrenz: Prominente Beispiele sind die
"Quereinsteiger" Google und Apple.

Positive Hebelwirkung durch Konvergenz

Einen starken Hebel orten die Studienautoren im Bereich
Konvergenz. Im Kern geht es dabei um die Zusammenführung von
Mobilfunk- und Festnetzgeschäft, angefangen bei Vertrieb und
Kundenservice über Marketing bis hin zu Netzbetrieb. Hastenteufel:
"Daher stellen sich in Europa nahezu alle vormals staatlichen
Anbieter konvergent auf und versuchen so Wettbewerbsvorteile zu
generieren." Realisiert wird dies in konkreten Produkten.
Erfolgreiche Konvergenzprodukte bündeln bestehende Telekom-Services
mit neuen Diensten wie beispielsweise TV. Der resultierende positive
Umsatzeffekt ist auch in den bestehenden Dienstleistungen sichtbar,
etwa durch Anstieg der DSL Anschlüsse und Verringerung der
Kundenabwanderung aus dem Festnetz. So kaufen etwa knapp 70% der
Kunden von Virgin Media mittlerweile derartige Konvergenzprodukte,
über 50% der Kunden nutzen bereits monatlich das Video-on
Demand-Angebot. Werden solche Produktbündel noch mit entsprechender
Hardware kombiniert, wie es im Mobilfunk- und DSL-Bereich seit Jahren
praktiziert wird, sind sie besonders erfolgreich. France Telecom
konnte hier mit ihrem Konvergenzangebot inklusive der Livebox, den
Festnetz-Umsatz und den Umsatz pro Kunde deutlich erhöhen.

Konvergenz entspricht Kundenwünschen

Durch die Zusammenlegung von Mobilfunk und Festnetz bieten sich
außerdem Möglichkeiten zur wirkungsvolleren Kundenbindung und
erfolgreicheren Neukundengewinnung. "Beispiele belegen, dass
konvergente Produkte die Wechselbereitschaft von Kunden um mehr als
die Hälfte reduzieren können", so Hastenteufel. Das Potenzial für Up-
und Cross-Selling steigt, was zu einem Wettbewerbsvorteil gegenüber
reinen Mobilfunk- und Festnetzanbietern führt. Darüber hinaus orten
die Studienautoren spürbaren Mehrwert. "Konvergenz erfüllt die
Kundenwünsche nach technisch hochwertiger und einfach nutzbarer
Telekommunikation. Die Integration der beiden Technologien bietet
weiten Spielraum für Produktinnovation", so Hastenteufel.

Konsequente Umsetzung ist Schlüssel zum Erfolg

Jedoch ist Konvergenz kein Allheilmittel - so sind sich die
Berater von A.T. Kearney einig - und wird nur dann erfolgreich sein,
wenn die Umsetzung umfassend und konsequent durchgeführt wird.
Halbherzigkeit wird vom Markt bestraft und würde in einem
Kostenanstieg münden. "Von faulen Kompromissen raten wir ab. Nur wer
es schafft, das Beste aus beiden Welten mitzunehmen, um daraus etwas
Neues zu schaffen, wird letztlich erfolgreich sein", so Kremlicka
abschließend.

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney ist eines der größten internationalen
Top-Management-Beratungsunternehmen. A.T. Kearney bietet seinen
Klienten das gesamte Spektrum strategischer und operativer Beratung.
Zu unseren Klienten gehören globale Großkonzerne wie nationale
Unternehmen aller Wirtschaftszweige, Industrien und Dienstleister des
öffentlichen und privaten Sektors. A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago
gegründet und beschäftigt heute rund 2.500 Mitarbeiter in mehr als 30
Ländern der Welt. Weitere Informationen finden Sie unter
www.atkearney.com.

Über A.T. Kearney Österreich

A.T. Kearney ist seit 1998 mit einer eigenen Tochtergesellschaft
in Österreich mit rund 40 Mitarbeitern vertreten. Zu den Kunden
zählen nationale und internationale Top-Unternehmen aus den Bereichen
Maschinen- und Fahrzeugindustrie, Anlagenbau, Telekommunikation,
Energiewirtschaft, Financial Services, Transport, Chemie, Papier,
Verpackung, Konsumgüter, Handel, Tourismus und öffentliche
Verwaltung. Die Partner am Standort Wien sind Dr. Florian Haslauer,
Dr. Robert Kremlicka, Dr. Christian Schuh. Weitere Informationen
finden Sie unter www.atkearney.at.

http://www.ots.at/redirect/atkearney

Rückfragehinweis:
Hagen Götz Hastenteufel
A.T. Kearney GmbH
Charlottenstraße 57, D-10117 Berlin
Tel.: +49 30 2066-0
mailto:hagen.goetz.hastenteufel@atkearney.com

Robert Kremlicka
A.T. Kearney Ges.m.b.H.
Trattnerhof 1, A-1010 Wien
Tel.: +43-1-53667-0
mailto:robert.kremlicka@atkearney.com

Originaltext: A.T. Kearney
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/15196
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_15196.rss2


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