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Loewenstein: Fach- und Teillosvergabe ist gelebte Mittelstandspolitik

Geschrieben am 28-12-2009

Berlin (ots) -

- Baugewerbe begrüßt Ausschreibung des EZB-Neubaus in Frankfurt
in Paketen und Losen.

"Die Ausschreibung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in
Frankfurt am Main in Paketen und Losen und der daraus resultierende
Verzicht auf eine GU-Vergabe muss Vorbild für zukünftige Vergaben der
öffentlichen Hand sein." Mit diesen Worten kommentierte der Präsident
des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig
Loewenstein, die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, ihren
Neubau in Frankfurt in Paketen und Losen errichten zu lassen. Dieses
Beispiel macht besonders deutlich, dass die Fach- und Teillosvergabe
wirtschaftlicher ist als eine GU-Vergabe mit eingeschränktem
Wettbewerb. Dieses ist auch das Ergebnis von Berechnungen des
Bundesrechnungshofes: Bei der Zusammen-fassung von Fachlosen
entstünden regelmäßig Mehrkosten. Diese Mehrkosten beziffert der
Bundesrechnungshof mit einer Spanne von ca. 10 bis über 20 Prozent.
Im Falle des EZB-Neubaus wären diese Mehrkosten allerdings wesentlich
höher gewesen.

Eine Aufteilung von öffentlichen Aufträgen auf mehrere Lose erhöht
nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Bauausführung, sondern stärkt
auch den Wettbewerb. Denn bei einer Aufteilung in mehrere Lose können
mehr Unternehmer ein Angebot abgeben, so dass allein aufgrund der
erhöhten Teilnehmerzahl der Wettbewerb gestärkt wird. "Eine Vergabe
in kleineren Losen ist zudem aktive Mittelstandspolitik. Bei der
Zusammenfassung von Losen oder der Vergabe an Generalunternehmer
können heimische Mittelständler oft nicht mitbieten. Kleinere Lose
hingegen garantieren den Mittelständler und ihren deutschen
Mitarbeitern den Zugang zu öffentlichen Aufträgen." So Loewenstein.
Gerade bei der Vergabe in Fach- und Teillosen kann der öffentliche
Auftraggeber seine Kernkompetenzen als Bauherr erfüllen. Denn ein
Verlust dieser Kernkompetenz führt zu einer Abhängigkeit des
öffentlichen Auftraggebers von einem kleinen Kreis von
Generalunternehmern. Verliert der Staat als Auftraggeber die
Kompetenz zur Bauplanung und zur qualitativen Bewertung von
Bauwerken, führt dies zu einer dauerhaften Verteuerung des
öffentlichen Bauens und zu einem schon jetzt beklagten
Qualitätsverlust.

Bei der losweisen Vergabe hat der Auftraggeber darüber hinaus
unmittelbaren Einfluss auf die Auswahl aller Auftragnehmer und somit
die Möglichkeit, die Fachkunde, Leistungsfähigkeit und
Zuverlässigkeit der eingesetzten Unternehmer zu überprüfen. Bei der
Vergabe an nur einen Generalunternehmer hat der Auftraggeber
praktisch keinen Einfluss auf die Auswahl und Kontrolle der
Nachunternehmer, noch kann er sich von deren Eignung wirklich
überzeugen. Da der Generalunternehmer eine Minimierung der
Subunternehmerkosten anstreben muss, sind Qualitätseinbußen durch
Beauftragung billiger und ungeeigneter Nachunternehmer an der
Tagesordnung.

"Der Gesetzgeber sollte sich in Anbetracht dieser Fakten bei einem
öffentlichen Bauauftragsvolumen von rund 30 Mrd. Euro bewusst machen,
dass die Festschreibung eines mittelstandsfreundlichen
Vergabeverhaltens unabdingbare Wirtschaftspolitik zugunsten des
Standorts Deutschland und der hier ansässigen mittelständischen
Unternehmen und ihrer hier beschäftigten Arbeitnehmer ist. Die Fach-
und Teillosvergabe ist gelebte Mittelstandspolitik." So der
ZDB-Präsident abschließend.

Originaltext: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/33001
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_33001.rss2

Pressekontakt:
Dr. Ilona K. Klein
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
eMail klein@zdb.de


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