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Amazonas-Kahlschlag schneller als erwartet - WWF fordert Klimakonferenz in Posen zum Handeln auf

Geschrieben am 30-11-2008

Brasilia/Frankfurt (ots) - Die Abholzung des Amazonas schreitet
wieder schneller voran und forciert den Klimawandel. Dies belegen die
neuesten Zahlen der brasilianischen Regierung. Von August 2007 bis
Juli 2008 wurden rund 12.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Das
entspricht einer Fläche von 1.5 Millionen Fußballfeldern. Im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der abgeholzten
Flächen damit um 3,8 Prozent. Somit ist die positive Entwicklung der
vergangenen drei Jahre gestoppt. Nachdem die Entwaldung im Jahr 2004
einen Rekordstand erreicht hatte, hatte die Fläche der jährlich neu
abgeholzten Flächen drei Jahre in stark Folge abgenommen.

"Das ist ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen, die
Zerstörung des Amazonas auch nur zu verlangsamen", so WWF
Amazonas-Experte Roberto Maldonado. "Die Einsicht, dass die Abholzung
des Amazonas gestoppt werden muss, scheint sich nicht nachhaltig
festgesetzt zu haben. Dadurch werden unzählige Tier- und
Pflanzenarten vernichtet und das Weltklima nachhaltig geschädigt".

Der Amazonas ist das größte Regenwaldgebiet der Erde und somit von
herausragender Bedeutung für das Weltklima. Mit ihm wird einer der
wichtigsten globalen Kohlenstoffspeicher zerstört. Bei der Abholzung
werden große Mengen Treibhausgase freigesetzt. Im betreffenden
Zeitraum waren dies ca. 120 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht etwa
15 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik Deutschland
und seiner 80 Millionen Menschen in der gleichen Zeit. Die meisten
gerodeten Flächen werden für die Landwirtschaft genutzt, etwa für die
Viehzucht oder den Anbau von Soja. Ein Großteil wird in die
Industrienationen exportiert.

"Die globale Entwaldung zu stoppen ist eine der wichtigsten
Aufgaben der internationalen Klimapolitik, die schon auf der morgen
beginnenden Klimakonferenz in Posen angegangen werden muss", so WWF
Wald- und Klimaexpertin Genola Kahlert. "Dabei handelt es sich um ein
Problem, dass nur gemeinsam von der Staatengemeinschaft angegangen
werden kann. Die neuen Zahlen aus dem Amazonas zeigen, wie groß der
Handlungsdruck ist".

Die Klimakonferenz in Posen beginnt am Montag. Sie ist ein
wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem neuen globalen
Klimaschutzabkommen, das im kommenden Jahr in Kopenhagen
verabschiedet werden soll.

Originaltext: WWF World Wide Fund For Nature
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6638
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6638.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
WWF Pressestelle
Christian Plaep
Telefon: 069/79144 214
E-Mail: christian.plaep@wwf.de


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