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Allgemeine Zeitung Mainz: Unter Zugzwang

Geschrieben am 29-07-2008

Mainz (ots) - Der Aufsichtsrat von Siemens schreibt ein neues
Kapitel in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Gleich elf frühere
Manager sollen den Schaden, der dem Konzern aus dem
Milliarden-Schmiergeldskandal entstanden ist, ersetzen. Die von
Korruptionsbekämpfern und Aktionärsschützern gleichermaßen gelobte
Entscheidung der Konzern-Aufseher kam nach der Begründung des Urteils
gegen den früheren Direktor der Siemens-Festnetzsparte jedoch nicht
überraschend. Denn das Gericht hat klar gesagt, wo nach der
Auswertung der vorliegenden Unterlagen die Verantwortlichen für die
schwarzen Kassen zu suchen sind: An der früheren Spitze des Konzerns.
Betrogen wurden durch die fingierten Zahlungen indes nicht nur die
Aktionäre des Konzerns. Da bei den bestochenen Auftraggebern in
vielen Ländern der Welt auch noch weit überhöhte Preise durchgesetzt
werden konnten, hat Siemens zum Teil sehr arme Länder um Millionen
betrogen. Auch dieser Aspekt muss bei der Bewertung der Verantwortung
von Ex-Siemens-Chef von Pierer und seinen Top-Managern beachtet
werden. Die Entscheidung kommt aber nicht von ungefähr. Die
Aufsichtsräte stehen nämlich selbst unter Zugzwang. Zum einem sehen
Juristen die Verpflichtung, Schadenersatzforderungen im Sinne des
Unternehmens durchzusetzen - ansonsten könnten auch auf die
Mitglieder im Aufsichtsrat Schadenersatzforderungen zukommen. Darüber
hinaus gibt es auch internationalen Druck: Die US-Börsenaufsicht
ermittelt in der Bestechungsaffäre und will in den nächsten Monaten
eine Empfehlung für die Strafe gegen Siemens abgeben. Gelingt es dem
Konzern, die Aufsicht vom Willen zur konsequenten Aufklärung der
Affäre zu überzeugen, kann man in München auf eine mildere Strafe
hoffen

Originaltext: Allgemeine Zeitung Mainz
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Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Telefon: +49-(0)6131/48-5987
Fax: +49-(0)6131/48-5868
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