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Mevlânâ-Jahr: Zum 800. Geburtstag des großen Philosophen tanzen die Derwische

Geschrieben am 31-10-2007

Frankfurt (ots) - "Unkraut wächst in zwei Monaten, eine rote Rose
braucht dafür ein ganzes Jahr". Diese Weisheit ist zwar sehr alt, hat
aber auch in der heutigen Zeit ihre Bedeutung nicht verloren. Sie
stammt von dem islamischen Philosophen Mevlânâ Celâleddîn Rûmî
(1207-1273), der zu den wichtigsten Vertretern der orientalischen
Literatur zählt und in diesem Jahr 800 Jahre alt geworden wäre. Ihm
zu Ehren hat die UNESCO 2007 zum "Mevlânâ-Jahr" ernannt und würdigt
weltweit mit Veranstaltungen und Feierlichkeiten das Wirken dieses
mystischen Dichters.

Besondere Bedeutung hat Mevlânâ für die Türkei: Im türkischen
Konya hat der Philosoph viele Jahre lang gelebt und den berühmten
Mevlevi-Derwischorden gegründet, der auch heute noch ein lebendiger
Teil der türkischen Kultur ist. Die Feierlichkeiten ihm zu Ehren
erreichen in Konya am 17. Dezember 2007, dem Todestag Mevlânâs, ihren
Höhepunkt, wenn die "Seb-i Arus" (Hochzeitsnacht) zelebriert wird.
Anhänger Mevlanas aus der ganzen Welt werden zu diesem Spektakel
erwartet.

Auch in Deutschland ehrt das Ministerium für Kultur und Tourismus
der Republik Türkei den 800. Geburtstag Mevlânâs: Im Rahmen der
feierlichen Mevlevi "Sema"-Zeremonie verwandelt sich am 23. November
ab 19:00 Uhr das Berliner Kongress-Zentrum ICC in einen Ort der
Derwische. Das Programm der Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr mit
einem visuellen Vortrag über die Türkei und einer Begrüßungsrede. Es
folgt die Eröffnung der "Digitalen Ausstellung Mevlânâ". Im Anschluss
stimmt der Vortrag von Prof. Dr. Huseyin Hatemi mit dem Titel
"Universaler Aufruf zu Liebe und Mevlânâ (Rumi)" die Gäste, unter
ihnen Vertreter des Ministeriums, Künstler und Lehrpersonal, auf die
folgende rituelle Derwisch-Tanzdarbietung ein. Die Sema-Zeremonie
wird von dem "Konya-Ensemble für Türkische Tasavvuf-Musik" vollzogen,
das in die Liste der "Masterpieces of the Oral and Intangible
Heritage of Humanity" aufgenommen ist.

Sieben Weisheiten helfen bei der spirituellen Suche nach Gott

Mevlânâ, auch Rûmî genannt, kam am 30. September 1207 zur Welt.
Zwar kein Heiliger, hat er dennoch sehr viel für den Glauben der
Menschen getan und zählt bis heute zu den einflussreichsten
Vertretern des Sufismus, der spirituellen Richtung des Islam. Seine
Schriften, vor allem seine Liebeslyrik, haben die orientalische
Literaturgeschichte entscheidend geprägt. Sein bedeutendstes Werk,
das klassische Lehrbuch der Sufis, heißt "Matnavi". Die 25.700
mystischen Verse des Gedichts gehören zu den schönsten, die jemals
geschrieben wurden. Dass Matnavi auch der "Koran in persischer
Sprache" genannt wird, unterstreicht die enorme Bedeutung dieses
großen Philosophen. Mevlânâ hat seinen Anhängern sieben Weisheiten
mit auf den Weg gegeben, die ihnen bei ihrer Suche nach Gott helfen
sollen:

1. Sei großzügig und hilfsbereit wie ein Bach
2. Sei gütig und barmherzig wie die Sonne
3. Verstecke die Fehler Anderer wie die Nacht
4. Sei gewaltig und nervös wie ein Toter
5. Sei bescheiden und schlicht wie die Erde
6. Sei tolerant wie das Meer
7. Zeige dich entweder so wie du bist oder sei, wie du dich
zeigst

Mit der Stadt Konya war Mevlânâ sein Leben lang eng verbunden. Als
sein Vater vom Sultan zur Universität von Konya berufen wurde, ging
er mit und übernahm dort den Lehrstuhl für Islamwissenschaften - da
war er gerade Anfang zwanzig. Bis zu seinem Tod lebte und wirkte er
in der Stadt. Hervorgehoben wird seine Bedeutung durch das
Mevlânâ-Mausoleum, ein Wallfahrtsort und Wahrzeichen Konyas, zu dem
jährlich die Sufis an seinem Todestag pilgern. In Konya gründete
Mevlânâ auch den bekannten Mevlevi-Derwischorden. Ziel eines
Derwischs ist es, Gott so nahe wie möglich zu kommen. Durch
Meditation, Askese und rituelle Tänze versucht er seine
Individualität aufzugeben und eine reine Seele zu erreichen.

Ekstatischer Tanz bildet Brücke zwischen Gott und Mensch

Bezeichnend für die Suche nach Gott ist der berühmte Tanz der
Derwische, auch Sema-Zeremonie genannt. Sema lässt sich mit "beim
Hören von Melodien in Verzückung geraten und sich, das Selbst
vergessend, zu drehen" übersetzen. Symbolisch wird dadurch die
Schöpfung und das Streben des Menschen zur Vollkommenheit
ausgedrückt. Der bis zu 45 Minuten andauernde ekstatische Tanz fand
erst nach Mevlânâs Tod durch die Mevlevi seinen eigentlichen Platz
als zentrale Ausdrucksform ihres Glaubens, indem sie ihn in ihre
religiösen Rezitationsgesänge einbauten.

Der Sema-Tanz gehört zu einem symbolischen Ganzen. Der Scheich
symbolisiert in der Darbietung die alles erhellende Sonne, die
tanzenden Semazen übernehmen die Rolle der Sterne und Planeten, die
um die Sonne kreisen. Um ihr irdisches Dasein zu unterstreichen,
tragen die Derwische zu Beginn des Tanzes schwarze Umhänge, die sie
während der rituellen Darbietung symbolisch abwerfen. Das weiße
Gewand, das sie darunter tragen, symbolisiert den Himmel, das
göttliche Universum und die Psyche. Beim Tanzen drehen sich die
Semazen ekstatisch in einem großen Kreis und um sich selbst. So
entsteht ein sich drehendes Sternenbild. Sie richten eine Hand gen
Himmel, die das göttliche Licht empfängt, die andere Hand zeigt gen
Boden, um das empfangene Licht an die Erde weiterzuleiten. So bilden
sie eine Brücke zwischen Gott und den Menschen. Immer stärker tanzen
sich die Derwische dabei in Ekstase, bis sie schließlich in sich
"zusammensacken" - dem symbolischen Tod des Körperlichen und dem
Einswerden mit Gott.

Originaltext: Botschaft der Republik Türkei
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/67814
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_67814.rss2

Bilder, Reisetipps und weitere Informationen bei:
SEA Public Relations,
Imme Wöhrmann,
imme.woehrmann@sea-pr.de
Bockenheimer Anlage 37,
60322 Frankfurt,
Tel.: 069/170071-44

Das Reiseland Türkei im Internet:
www.reiseland-tuerkei-info.de
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