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Breitbandnetz: Experten fordern gestaffelte Internettarife und intelligente Infrastrukturen

Geschrieben am 18-03-2014

Köln (ots) - Der Breitbandausbau schreitet voran. So will
Bundesverkehrsminister Dobrindt demnächst einen konkreten Zeitplan
für den Netzausbau vorstellen. Welche Aspekte hierbei beachtet werden
sollten, haben jetzt Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft bei
der Expertenrunde VISION TABLE in Köln diskutiert. Unter der
Moderation von Richard Gutjahr analysierten Vertreter von Unitymedia,
Huawei, BITKOM, Connect, Universität Stuttgart und Siewert & Kau den
Status Quo der aktuellen Breitbandlandschaft in Deutschland und
wagten einen Blick in die Zukunft.

Langsames Netz behindert Geschäftseffizienz

Obwohl die Siewert & Kau-Zentrale in einem vor 20 Jahren
erschlossenen Gewerbepark in Bergheim liegt, lässt die Netzanbindung
laut Geschäftsführer Björn Siewert zu wünschen übrig.
Videokonferenzen mit Partnern und Kunden waren lange Zeit kaum
möglich. Da ein geregelter Ausbau des lokalen Netzes nicht absehbar
war, investierte Siewert & Kau eigenständig in die
Glasfaseranbindung. "Der Mittelstand ist bekanntlich das Rückgrat der
deutschen Wirtschaft. Wie kann es sein, dass wir trotzdem für unsere
eigene Grundversorgung, die für unser Geschäft von zentraler
Bedeutung ist, aufkommen müssen?", fragte Siewert in die Runde und
eröffnete so eine kontroverse Diskussion.

Große Bandbreite an Nutzungsszenarien

Video-Streaming oder -Telefonie, die fortschreitende
Digitalisierung sowie Entwicklungen wie Google Glass oder das
Internet der Dinge stellen die derzeitige Infrastruktur vor große
Herausforderungen. Es müssen neue Lösungen her, so der Tenor der
VISION TABLE-Teilnehmer. Während Ballungsgebiete bereits mit
Glasfaser ausgestattet werden, sorgt LTE für die Breitbandanbindung
ländlicher Gebiete. Freiwerdende Frequenzen - beispielsweise aus dem
Bereich DVB-T - sollen in Zukunft für das mobile Highspeed-Netz
genutzt werden. Frank Meywerk, CTO bei Unitymedia, sieht das mobile
Datennetz jedoch nur komplementär zum Kabel, da geeignete Frequenzen
endlich und zudem sehr teuer seien.

Luftige Alternative

2013 stellten die Wissenschaftler Professor Ingmar Kallfass und
Jochen Antes von der Universität Stuttgart ihr Forschungsprojekt
"Millilink" vor. Mittels hochbitratigem Richtfunk können sie
Datenmassen oberirdisch mit bis zu 40 Gigabit über eine Strecke von
bis zu einem Kilometer übertragen. "Gäbe es eine industrielle
Nachfrage, könnten wir sofort in Produktion gehen", unterstrich
Kallfass, der in der Technologie eine kostengünstige Ergänzung zur
Glasfaser sieht.

DSL versus Glasfaser und LTE

"Solange die Glasfaser noch nicht flächendeckend verfügbar ist,
habe ich keinen Zweifel daran, dass xDSL-Technologien - dazu gehört
auch beispielsweise VDSL - als Übergangslösung dienen", erklärt
Joachim Weicksel, Arbeitskreis Netzinfrastrukturen von der BITKOM.
LTE ist gerade für ländliche Gegenden eine Alternative, jedoch durch
festgelegte Datenkontingente limitiert. Christian Weisswange, Vice
President Devices bei Huawei Deutschland, erläuterte: "Bei LTE konnte
die Geschwindigkeit auf 150, mittlerweile sogar auf 300 Mbit/s
angehoben werden - und das durch Software-Updates." Der technische
Unterbau für mobile Highspeed-Netze werde noch lange kabelgebunden
bleiben, ist sich BITKOM-Sprecher Weicksel sicher. Intelligente Netze
helfen jedoch, Überlastungen zu vermeiden, indem sie Daten effizient
über alle erdenklichen Kanäle steuern. Zudem sollen die Datenströme
selbst effizienter werden - mit Codecs wie H.265 lässt sich die
Bitrate von HD-Videos beispielsweise halbieren. Auch gestaffelte
Internettarife sollen helfen: So seien etwa YouTube-Tarife für Fans
des Video-Streaming-Dienstes denkbar. Viel Bandbreite müsse künftig
teurer sein als weniger Bandbreite, so die Experten.

Die vollständige Diskussion sowie Bildmaterial stehen unter
www.visiontable.de zum Download bereit.

Über den VISION TABLE

Das Veranstaltungsformat VISION TABLE ist als Fach- und
Business-Austausch konzipiert und bildet ein Forum für
Wissenschaftler, Analysten, Hersteller, Entwickler, Händler sowie
Journalisten. Initiator der Roundtable-Reihe ist der Bergheimer IT-
und Logistik-Spezialist Siewert & Kau. www.visiontable.de LEWIS PR



Pressekontakt:
Kai Faulbaum
0211/522946-17
visiontable@lewispr.com


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