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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur wachsenden Beliebtheit der Städte

Geschrieben am 19-04-2013

Regensburg (ots) - Willkommen in der City

Immer mehr Menschen fühlen sich in der Stadt besser aufgehoben als
auf dem (Um-)Land, Sehnsuchtsort von Familien mit dem Wunsch nach
viel Platz zum Leben im Grünen. Wer sich im grauen Einheitsbrei
vieler Vorstädte umsieht, ahnt auch, warum. Lang ist es her, als der
Architekturkritiker Alexander Mitscherlich die "Unwirtlichkeit
unserer Städte" anprangerte, die die Bewohner mit unmenschlichen
Dimensionen und dem Primat für die "autogerechte Stadt" aus den
Innenstädten trieben. Schon damals trat aber nur derjenige die Flucht
ins Grüne an, der es sich auch leisten konnte. Für die Schubumkehr
zugunsten der Innenstädte ist das Gleiche zu befürchten. Junge
Familien suchen vergeblich bezahlbaren, ausreichend großenWohnraum in
den Metropolen. In München ziehen alljährlich immer noch tausende von
Familien in die umliegenden Landkreise, wo sie die Miete noch stemmen
können und die Pendlerpauschale wie eh und je dafür sorgt, dass die
Fahrtkosten auf dem Weg zur Arbeit nicht allzu sehr ins Kraut
schießen. Die Immobilienwirtschaft schielt indessen auf die
Geldbeutel jener gut verdienenden Singles und kinderlosen Paare, die
es sich leisten können, eine vierstellige Monatsmiete oder einen
satten sechsstelligen Kaufbetrag für eine Wohnung in der City
hinzulegen. Die Städte sind froh über jeden neuen Bewohner, weswegen
sie dem Immobilien-Wildwuchs oft tatenlos zusehen. Solange sich daran
nichts ändert, ist die "Renaissance der Städte" nur eine Fortsetzung
der viel beklagten Gentrifizierung, die auch noch die letzten alten
Mieterfamilien aus den Innenstadt-Wohnungen vertreibt.

von Reinhold Willfurth, MZ



Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de


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