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Mindener Tageblatt: Kommentar zur Eskalation in Nordkorea / Gfeahr des Kontrollverlusts

Geschrieben am 01-04-2013

Minden (ots) - Natürlich, bisher ist noch immer alles gut
gegangen. Trotz noch so viel großspuriger bis hysterischer Drohungen
aus nordkoreanischem Diktatorenmund ist noch nie eine Fernrakete mit
Atomsprengkopf Richtung USA oder Südkorea aufgestiegen, ist noch nie
aus einem Krieg der Worte ein echter bewaffneter Konflikt geworden.
Es spricht ja auch alles dagegen, dass das schon krankhafte Züge
aufweisende Säbelrasseln ernst gemeint sein könnte. Wer droht schon
der Welt mit der sicheren Selbstauslöschung? Denn darauf liefe es für
Kim Jong Un ja hinaus, ließe er seinen Worten tatsächlich Befehle
folgen. Dennoch lässt die neuerliche Eskalation der Drohgebärden den
Atem stocken. Immer noch eine Umdrehung weiter wird die Schraube der
Schreckensankündigungen gedreht. Man kann sich noch so oft damit
beruhigen, dass es wohl ausschließlich darum geht, das eigene unter
der Knute gehaltene Volk im Banne der Macht zu halten, jedwede Form
von Kritik oder gar Aufbegehren in Furcht und Schrecken vor dem bösen
äußeren Feind und der inneren Repression zu ersticken. Garantieren
kann diese Interpretation allerdings niemand. Was wirklich im Kopf
des nuklear bewaffneten nordkoreanischen Gewaltherrschers vorgeht,
weiß nur er selber. Auch was seine Kamarilla aus Generälen und
Höflingen umtreibt, kann nur vermutet werden: Macht- und
Privilegienerhalt, klar. Was, wenn irgendwer die Kontrolle in diesem
gefährlichen Spiel mit dem Höllenfeuer verliert? Der große Bruder in
Peking jedenfalls scheint wenig von dem Einfluss zu besitzen, den er
sich mit seiner langjährigen Unterstützung erkauft zu haben glaubte.
Die zynische Doktrin vom nuklearen Gleichgewicht des Schreckens
basierte von jeher auf Berechenbarkeit der potenziellen Gegner.
Nordkorea zeigt, wohin die Reise geht, wenn davon keine Rede mehr
sein kann: in einen Albtraum.



Pressekontakt:
Mindener Tageblatt
Christoph Pepper
Telefon: (0571) 882-/-248
chp@mt-online.de


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