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Neue OZ: Kommentar zu Frankreich / Konflikte / Karikaturen

Geschrieben am 02-01-2013

Osnabrück (ots) - Durchschaubares Kalkül

Sie können es einfach nicht lassen, die Macher des französischen
Satiremagazins "Charlie Hebdo". Zwar veröffentlichen sie dieses Mal
keine Karikaturen, sondern einen Comic über das Leben Mohammeds. Doch
weil bildliche Darstellungen des Propheten im Islam allgemein
verboten sind, provozieren sie damit gleichermaßen das Missfallen von
Muslimen.

Die Taktik, auf einen Comic zurückzugreifen, ist noch perfider,
als unverkennbar beleidigende Karikaturen zu zeigen. Denn nun waschen
die Satiriker ihre Hände demonstrativ in Unschuld: Absolut
islamkonform sei das neu herausgegebene Sonderheft, eine
Islam-Spezialistin habe es geschrieben. Die Botschaft ist klar: Wer
sich sogar darüber aufregt, der ist selbst schuld. Im Grunde ist die
Aktion des Magazins so durchschaubar wie peinlich. Wieder einmal
wartet es auf die empörten Reaktionen aus der islamischen Welt, um
sich auf das Recht der Meinungsfreiheit berufen zu können und es wie
ein vermeintliches Unterscheidungsmerkmal zweier Kulturkreise vor
sich herzutragen. Diese Masche ist abgedroschen. Und mit
feingeistiger Satire hat der Comic eh nichts zu tun.

Hinter der Aktion steht vielmehr ein ganz profanes Kalkül:
"Charlie Hebdo" weiß, mit welchen Themen sich der Verkauf ankurbeln
lässt. So sind von der aktuellen Ausgabe bereits im Voraus 10 000
Exemplare mehr gedruckt worden. Wie entlarvend.



Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207


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