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dena-Studie: Energiesparendes Sanieren von Einfamilienhäusern rechnet sich / Bessere Verzahnung von Förderung, Ordnungsrecht und Qualitätssicherung gefordert (mit Bild)

Geschrieben am 26-03-2012

Berlin (ots) -

Eigentümer von sanierungsbedürftigen Einfamilienhäusern können die
Mehrkosten für energetische Maßnahmen über die Energieeinsparung
refinanzieren. Die zur Einsparung einer Kilowattstunde Wärmeenergie
notwendige Investition liegt unter den Kosten, die Hausbesitzer für
Wärme aus Heizöl oder Gas zahlen müssten. Das ist das Ergebnis einer
Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), die die
Wirtschaftlichkeit energetischer Gebäudesanierungen in
modernisierungsbedürftigen Ein- und Zweifamilienhäusern untersucht
hat.

"Wer sein Haus saniert und dabei nicht gleichzeitig die
Energieeffizienz verbessert, verpasst eine günstige Gelegenheit",
betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.
"Eigentümer müssen so oder so Geld in die Hand nehmen. Sie stehen
also vor der Wahl: Entweder einmal richtig und energiesparend
sanieren oder über Jahre hinweg hohe, voraussichtlich sogar steigende
Heizrechnungen bezahlen."

Sanierungsanlässe nutzen

Wie hoch die Kosten für eine energieeffiziente Sanierung im
Einzelfall ausfallen, ist abhängig davon, wie energieeffizient das
Haus nach der Sanierung sein soll - je besser der Energiestandard,
desto mehr Geld muss ein Eigentümer aufwenden. Doch die Investition
lohnt sich: "Die dena-Studie zeigt, dass sich der hocheffiziente
Energiestandard "Effizienzhaus 70", der einem Energieverbrauch von
etwa fünf Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr entspricht, für den
Eigentümer rentiert", erläutert dena-Chef Stephan Kohler. "Rechnet
man die energetischen Sanierungskosten auf die eingesparte
Heizenergie um, kostet jede eingesparte Kilowattstunde 7,1 Cent.
Demgegenüber steht schon heute ein durchschnittlicher Energiepreis
von 8 Cent pro Kilowattstunde - Tendenz steigend", so Kohler weiter.

Sanierungsbeispiel: Effizienzhaus 55

Bezieht man die neue dena-Studie auf ein sanierungsbedürftiges
Einfamilienhaus der 70er Jahre mit 144 m² Wohnfläche, rechnet sich
selbst der noch bessere Standard "Effizienzhaus 55", der in etwa
einem Vier-Liter-Haus entspricht. Hier liegen die energetischen
Sanierungskosten bei 7,7 Cent, um eine Kilowattstunde Wärmeenergie
einzusparen. Vor der Sanierung würden die jährlichen Energiekosten
bei rund 2.730 Euro liegen. Mit einer Sanierung zum "Effizienzhaus
55" könnten sie auf rund 564 Euro im Jahr sinken. Die Studie geht
dabei von folgenden Sanierungsmaßnahmen aus: Dämmung der Außenwände,
Kellerdecke, Geschossdecke sowie 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung,
Einbau eines Brennwertkessels mit Solarthermie zur Unterstützung der
Warmwasserbereitung sowie einer Lüftungsanlage mit
Wärmerückgewinnung. Die Mehrkosten für diese energiesparenden
Maßnahmen liegen bei rund 30.000 Euro. Die Amortisationszeit ist
abhängig von der Art und Dauer der Finanzierung, möglichen
Förderangeboten und eventuellen Energiepreissteigerungen. Die Kosten
bilden durchschnittliche Werte ab und bieten eine generelle
Orientierung. Bauherren, die eine Effizienzhaus-Sanierung planen,
sollten eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung von einem
Energieberater durchführen lassen.

Förderung, klare Vorschriften und Qualitätssicherung

Viele Eigentümer schrecken vor den höheren Anfangsinvestitionen
einer energetischen Sanierung zurück. Hinzu kommt eine zunehmende
Verunsicherung, die durch verallgemeinerte Darstellungen einzelner
Negativbeispiele verstärkt wird. Beides spiegelt sich in derzeit
stark zurückgegangenen Sanierungszahlen wider. Um Bauherren mehr
Planungssicherheit zu geben und das Vertrauen in die
energieeffiziente Sanierung zu stärken, fordert die dena eine
verlässliche Ausgestaltung und Erhöhung der Fördermittel auf jährlich
5 Milliarden Euro. Die Bundesregierung sollte die Förderprogramme so
ausgestalten, dass sie zur Investition motivieren und zur
individuellen finanziellen Situation der Eigentümer passen.
"Erforderlich ist erstens ein Mix aus Zuschüssen, Förderkrediten und
einer steuerlichen Förderung und zweitens eine langfristige
Sicherheit der Programme - dafür muss die Bundesregierung jetzt
schnell sorgen", fordert Kohler.

Zudem empfiehlt die dena schnell für Klarheit über anstehende
Anpassungen der Neubau- und Sanierungsvorschriften in der
Energieeinsparverordnung (EnEV) zu sorgen. Neubauten können
mittlerweile so errichtet werden, dass sie fast keine Energie mehr
benötigen. Bereits heute bauen rund 50 Prozent aller Bauherren besser
als es die EnEV vorschreibt. Deshalb empfiehlt die dena, die EnEV
im Neubaubereich um 30 Prozent zu verschärfen.

Um den Markt im Bereich der energetischen Sanierungen weiter in
Gang zu bringen, sollte für den Bestand die nächste Anpassung 2016
erfolgen. Diese Verschärfung sollte bereits jetzt angekündigt werden,
um Bauherren zu Mehrinvestitionen zu motivieren und technische
Innovationen zu forcieren. Gleichzeitig sollten die Qualifikation der
Experten gestärkt und qualitätsgesicherte Angebote ausgebaut werden.

Weitere Details zur Studie

Die dena-Wirtschaftlichkeitsstudie basiert auf dem
dena-Modellprojekt "Niedrigenergiehaus im Bestand", in dem rund 360
Wohngebäude energieeffizient saniert und dabei intensiv begleitet
wurden. Unterstützt wird das Projekt durch das Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), die KfW sowie die BASF AG.
Bei den untersuchten Beispielgebäuden handelt es sich um stark
sanierungsbedürftige Einfamilienhäuser mit einem hohen Energiebedarf
von durchschnittlich 239 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche
für Heizung und Warmwasser im Jahr. Voraussetzung war, dass die
energetischen Maßnahmen mit sowieso anstehenden Modernisierungs- und
Instandhaltungsarbeiten gekoppelt werden. Für die
Wirtschaftlichkeitsberechnung wurden nur die
energieeffizienzbedingten Mehrkosten betrachtet. Die sowieso
anfallenden Kosten für Instandhaltung und Modernisierung wurden nicht
mit einbezogen, weil sie nicht zur Energieeinsparung beitragen. Die
Ergebnisse wurden für einen Zeitraum von 25 Jahren berechnet, was der
durchschnittlichen Lebensdauer der Bauteile entspricht. Die Studie
steht unter www.zukunft-haus.info/sanierungsstudie zum Download
bereit.

Hinweis für Redaktionen: Druckfähige Pressegrafiken sowie weiteres
Bildmaterial stehen unter www.zukunft-haus.info/presse zum Download
bereit. Quelle: dena



Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Kristina Zimmermann,
Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin,
Tel: +49 (0)30 72 61 65-682, Fax: +49 (0)30 72 61 65-699, E-Mail:
zimmermann@dena.de, Internet: www.dena.de


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