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Neue OZ: Kommentar zu Ägypten / Regierung

Geschrieben am 25-11-2011

Osnabrück (ots) - Die zweite Runde

Die beeindruckende Standfestigkeit der Menschen auf dem
Tahrir-Platz zeugt von ihrem tiefen Bedürfnis, die Neugestaltung
ihres Landes nicht dem Zufall zu überlassen. Sie haben ihr erstes
Ziel, den Sturz Mubaraks, längst erreicht. Sie haben den Erfolg
gefeiert, dem Militärrat vertraut und darauf gewartet, dass die
Übergangsregierung die Wandlung zur Demokratie energisch voranbringt.
Sie wurden enttäuscht. Und es wäre nachvollziehbar gewesen, wenn sich
in Ägypten Resignation breitgemacht hätte.

In diesem Jahr der weltweit außergewöhnlich zahlreichen
Extrem-Nachrichten wäre eine gescheiterte Revolution vielleicht
einfach untergegangen. Aber nicht mit dieser Protestbewegung, sie
geht tapfer in die zweite Runde. So nachdrücklich, dass auch die EU
und die USA nicht mehr umhinkommen, sich einzuschalten. Hätten sie
den Militärrat mit der Forderung nach einem schnelleren Übergang zur
Demokratie unter Druck gesetzt, wenn die Demonstranten still zu Hause
geblieben wären? Wohl kaum.

Die Ägypter haben ihr Schicksal in die Hand genommen, und es sieht
nicht so aus, als wollten sie es so bald wieder loslassen. Mit dieser
Haltung haben sie nun nicht nur die Position des umstrittenen
Militärrats geschwächt, sie sind auch bei einer Wegmarke ihrer
Revolution angelangt: Am Montag beginnen die Parlamentswahlen. Von
ihrem Gelingen hängt es ab, ob in Ägypten bald statt Tränengas wieder
Hoffnung in der Luft liegt.



Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207


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