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Die Bankenwelt aus einer anderen Perspektive - Duales Studium bei der Deutschen Bundesbank:
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Renovatio
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Commerzbank
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BeitragVerfasst am: So 29 Aug, 2010 18:13    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Ei ei ei, gefährliches Halbwissen kursiert wieder....

Erstmal muss man den Begriff Investmentbanking etwas definieren. Ich beschäftige mich mit dem Thema schon sehr lange und bin der Meinung das man es in 2 Bereich teilen kann:

- Corporate Finance (incl M&A, debts, equities, LBO, MBO etc.
- Markets (Trading, Sales, Pricing, Structuring etc.)

Das sind beides grundauf völlig verschiedene Dinge und man benötigt auch völlig verschiedene Backgrounds. Während für die CorpFin Sparte Abschlüsse im Bereich Wirtschaftsrecht, Accounting, Taxation, Management, Valuation bzw. Finance in Gänze wichtig sind, wird beim Markets Bereich vor allem auf eine hohe Affinität für das Thema sowie ein Abschluss BWL mit Fachrichtung Finance, Controlling, Ökonometrie, quantitative VWL, usw. bevorzugt. Das sind die Anforderungen in dem Geschäft in dem ich bin. Wenn man in Richtung Structuring / Valuation will, dann ist schon erforderlich einen stark quantitativen Abschluss zu haben sprich Mathemathik, Wirtschaftsmathe, Physik usw.

Denn zwei Dinge vorneweg:
1. Zählt natürlich auch der Job eines Sales-Traders zum Investmentbanking (das ist das was ich mache)

2. ist ein toller Abschluss nicht der Garant zu verstehen was da passiert. Ich studiere am Abend an einer dummen VWA (das ist ja der öffentliche Konsens über diese Uni) und erzähle aber im Job meinem 31 Jährigen Kollegen der von einer Uni kommt und BWL studiert hat wie man einen Swap mit Zettel und stifft bewertet, wie man Binomialbäume über das Cox-Ross-Rubinstein Modell rechnet o.ä. Daher ist einfach die Begeisterung für dieses Thema notwendig und nicht nur der Abschluss.

Ich habe zu den Glücklichen gehört, die tatsächlich gleich nach der Ausbildung auf so eine Stelle kamen aber dafür muss man auch einiges beachten:
- ich habe bereits vorher eine Ausbildung absolviert
- ich habe bereits vorher 1 Jahr gearbeitet im Controlling / Treasury Bereich was sehr wertvoll war für meine jetzige Tätigkeit
- ich habe mit Beginn der Ausbildung auch angefangen abends zu studieren
- ich habe während der Ausbildung das richtige Netzwerk aufgebaut und war während der Ausbildung bereits in meiner jetzigen Abteilung was mich jedoch vor meinem Privatk.Bereichs-Regioleiter fast den Kopf gekostet hätte und lange Zeit standen die Zeichen auf Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung weil ich alles riskiert habe um dort reinzukommen.

Was mache ich überhaupt? Im Markets Bereich gibt es verschiedene Aufstellungen und verschiedene Gruppen was die Kunden angeht. Ich habe mich bewusst für den Anfang für eine sehr breit aufgestellte Gruppe entschieden da ich auf jetzigem Kenntnissstand noch nicht sagen konnte und wollte was ich den Rest meines Lebens machen möchte denn wenn das mal entschieden ist was das Underlying angeht dann kann man da sehr schwer wieder wechseln.
D.h. es gibt jene die den Mittelstand betreuen, jene für large Corporates, und jene für Multinationals. BMW, BAYER usw. sind Multinationals und je höher man geht um so spezialisierter ist man bzw. muss man sein. da ich jetzt noch nicht sagen konnte ich will mein leben lang nur noch zins-derivate machen bin ich wie erwähnt in einer breiter aufgestellten truppe.

ich handel alles was mit FX (Währungen), Wertpapieren (Aktien, strukturierte Produkte etc.) zu tun hat. Durchhandeln tu' ich außerdem Zinsderivate (Zins-Optionen und Swapstrukturen) bzw. bewerte/rechne diese und zu guter letzt natürlich auch noch Rohstoffderivate. Grundsätzlich bin ich als Specialist eingestellt und berate hier unsere Firmenkundenbetreuer über die Produkte, fahr ggf. zu denen raus und coache diese in Gruppen, erstelle Präsentationen, übernehme das Pricing und zu guter Letzt handel' ich natürlich auch diese Dinger.

Der Tag beginnt idR um 7.50 Uhr und endet zwischen 18.30 und 20 Uhr, man hat halt so seine diversen Bildschirme (bei mir sinds 4 an der Zahl) und seine ganzen Programme - das war auch eine mords- Umstellung vom P-Bereich mit meinen 3 Programmen zu nun etwa 20 Programmen... ausgestattet ist man mit 2 Telefonen weil man oft auch an der einen Seite den Kunden hat und auf der anderen Seite einen Händler anrufen muss für Produkte die ich selbst nicht handeln kann bzw. mehr Marktnähe brauche.
Man muss für so einen Job halt sehr auf Zack sein, es kommt mehrmals am Tag vor das man gerade telefoniert oder mit seinem Kollegen spricht und aus den Nichts kommen dann Geschreie auf das man den Kurs von X_XXX braucht und man selbst muss dann einfach sofort umschalten können und da bei der Sache sein, die Artikulation ist nun auch nicht immer ganz "Filial-like" Wink

Das mag sich alles anhören wie das was viele wollen aber man muss auch bedenken so ein ausgestatteter Platz kostet viel Geld, bei meinem sinds etwa 10.000 EUR + Gehalt im Monat und die müssen wieder rein zzgl natürlich einem Deckungsbeitrag für die restlichen Kosten, daher sind unsere Ziele bei Weitem nicht mit denen in der Filiale zu vergleichen aber man muss auch bedenken das in der Filiale nicht ein Kunde mal schnell 3 Mio EUR in EINE Aktienanleihe o.ä. investiert, daher kann man da auch kein Vergleich ziehen.

Ich denke das reicht um mal einen kurzen Einblick in dieses Thema zu schaffen. Über die Corporate Finance Sparte kann ich leider gar nichts sagen weil ich in diesem Thema überhaupt nicht drinnen bin. Ich war immer einer für das schnelle Geschäft und solche Geschäfte die 1-2 Jahre dauern war nie etwas für mich.
 
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Verfasst am: So 29 Aug, 2010 18:13    Titel:  



 
mr8
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Beiträge: 63
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BeitragVerfasst am: Mo 30 Aug, 2010 3:00    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

@ Renovatio

Dein beruflicher Werdegang stellt die große Ausnahme da, von der ich gesprochen habe.
Deine Entscheidung auf die VWA zu gehen sehe ich aber eher kritisch.

Übrigens ist das keine Uni und sollte so auch nicht bezeichnet werden. Universitäten haben Promotionsrecht und sind staatlich anerkannt bzw. bieten ein akademisches Studium.
Das sich VWAs für die Kurse an einer FH oder Uni Räume mieten, ist aber ein netter Marketing Trick...


@ all

Für 99% der Interessierten gilt natürlich, das ein akademisches Studium und eine Menge Engagement die Mindestanforderung ist. Am besten etwas das auch eine tiefergehende mathematische Komponente hat. Aktuell ist das in dem Bereich immer mehr gefragt, auch wegen der analytischen Kompetenz.
Vor allem wer zu den ganz großen der Branche möchte wie z.B JPMorgan, Goldman Sachs, HSBC, Deutsche Bank muss ein Studium absolvieren. Dies hat auch politische Gründe, z.B das man sonst von vielen nicht für voll genommen wird in diesen Kreisen.

Zudem habe ich einen Bekannten der auch ohne ein Studium im Investment Banking Bereich arbeitet. Er ist wirklich gut in seinem Job und hat sehr viel passion für das was er macht.
Doch die Bank in der arbeitet, zieht auch einen Vorteil daraus das sie ihm diese Chance gaben ohne ein Studium.
Er verdient ganz einfach weniger, bzw. deutlich weniger.

Obwohl er ähnliche Aufgaben hat wie seine Kollegen die AT Gehälter bekommen, ist er selbst nur im höheren Tarif Bereich eingruppiert. Er kriegt mit Bonus ca. 50000€ (Brutto) im Jahr.
Seine Kollegen verdienen mit Bonus 70000€ bis 120000€ im Jahr, mit ein paar Ausnahmen die noch mehr verdienen weil sie extrem gut performen.
Mein Bekannter überlegt die ganze Zeit zu kündigen und ein Studium nachzuholen, weil er quasi keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten hat. Als Kollege wird er geschätzt, als Vorgesetzter würde er in diesem Kreis von niemanden Akzeptiert werden, jedenfalls nicht in in den nächsten 15 oder 20 Jahren...

Daher sollte man sich immer gut überlegen welchen Weg man einschlagt und vor allem mit was man Glücklich wird.


Zuletzt bearbeitet von mr8 am Mo 30 Aug, 2010 10:18, insgesamt einmal bearbeitet
 
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Renovatio
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Commerzbank
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BeitragVerfasst am: Mo 30 Aug, 2010 10:17    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

du schreibst da aber auch teilweise ganz schönen schmarn zusammen, bzw. sind das so die typischen infos von jemanden der nicht weiss wie es hinter den kulissen ausschaut und sich die infos schön von anderen aus dem inet zieht.

erstmal mache ich in 3 Semestern meinen FH Bachelor mit einem zuvorgegangenen VWA Betriebswirt und wo bitte soll das kritisch sein?? Ich habe kein Bock mehr gehabt das Abi nachzuholen weil die zeitliche Komponenten bei mir auch eine große Rolle spielt, und mit 25 Jahren noch mal in die schule gehen da hatte ich auch keine lust drauf. Ich stand vor der Wahl den klassischen Bankfachwirt - Bankbetriebswirt - dipl. Bankbetriebswirt oder VWA Betriebswirt + Zusatzstudium 2 Semester zum FH Bachelor. Meinen Kollegen im Händlerhaus ist es gleich ob du bei der VWA, der Frankfurt School o.ä. warst, du musst einfach performen können fertig aus. Ich weiss nicht was deiner Ansicht nach "kritisch" ist zur VWA zu gehen, ich wollte eben nicht mit der Masse schwimmen.
In unserer Corporate Risk Advisory Group, das sind jene die Fixed Income Produkte bei Corporates telefonisch beraten und auch traden, sind gleich 5 VWA Absolventen dabei und die haben nicht mal einen Bachelor o.ä. gemacht.

Ein Gegenbeispiel ist ein Trainee den ich hier in der Abteilung hatte, er hatte einen Bachelor of Finance, Master of Finance (beide mit 1,5-1,7er Schnitt) und CFA Lev. III Candidate - denkst du der hat nen Job bekommen? Nope! Daher kann man bei weitem nicht sagen das du ein tolles Studium der Garant dafür ist hier weiterzukommen.

Gleichwohl muss man eine ausgeprägte quantitative Ader haben. In der "dummen VWA" hat letztens Dr. Kukies, seines Zeichens Geschäftsführer bei Goldman Sachs International eine Vorlesung gehalten, wo auch diesen Anspruch unterstrich.

Letztlich kann ich als jemand der "drinnen" ist (im Gegensatz zu anderen die meinen Sie wüssten wie man reinkommt) sagen, das es keinen Paradeweg gibt wie man da reinkommt. Viel viel wichtiger als die "richtige" Uni oder den "richtigen" Abschluss ist doch eher das Netzwerk bzw. die Leute die man kennt. Ohne Empfehlung geht hier gar nichts - bums basta aus.
 
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mr8
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BeitragVerfasst am: Mo 30 Aug, 2010 11:15    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Man merkt das du ein gewisses Ego hast und auch dazu neigst etwas ausfällig bzw. niveaulos zu argumentieren. (schmarn z.B) Auch das du mir Ahnungslosigkeit vorwirfst, ist nicht sehr klug, da sich alles was ich schreibe leicht nachweisen lässt. Eine professionelle Gesprächsführung sieht anders aus...

Die VWA sehe ich kritisch, weil ihr Bachelor Abschluss von vielen FHs und besonders Unis nicht annerkannt wird, dies erlebte ein Bekannter von mir vor kurzem...

Allerdings bin ich nicht hier um dich oder das was du machst anzugreifen. Ich gratuliere dir herzlich zu deinem Erfolg.

Sondern ich möchte lediglich objektive Ratschläge geben, an Leute die diesen Thread lesen und sich für Investmentbanking interessieren. In dem Thread geht es nicht um deinen persönlichen Werdegang. Ich denke das verstehst du oder?


@ Topic
Man kann sich einfach bei den großen Banken auf den homepages informieren welche Voraussetzugen erfüllt werden müssen um in den Investment Banking Bereich zu kommen.
 
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Renovatio
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BeitragVerfasst am: Mo 30 Aug, 2010 14:07    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Dann darf ich dich überraschen, ohne so ein solches Ego hast du relativ schlechte Karten und wenn du das als niveaulos bezeichnest dann solltest du gar nicht erst mit einem Trader ins Gespräch gehen Wink

Ich will dich nicht angreifen, ich will nur schildern wie ich das ganze erlebt habe bzw. erlebe und kann hier eben mit "brühwarmen" Informationen dienen die von innen kommen und nicht wie etwas von außen wirkt schildern.
 
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mr8
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BeitragVerfasst am: Mo 30 Aug, 2010 18:05    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Bitte nicht falsch verstehen, ich respektiere deine Leistung sehr bzw. deinen Werdegang. Ich will hier nach Außen nur mitteilen, dass du eine Ausnahme bist, im positiven Sinne! Ich bin mir ganz sicher das du da auch meiner Meinung bist...
Nicht das die Leute denken man könnte mit einer Ausbildung in der Filiale einfach in den IB Bereich.
Du weisst wie hoch die Hürden sind um in diesem Bereich zu arbeiten, damit meine ich nicht das man sehr gut performen muss, sondern das man überhaupt die Chance bekommt in diesen Bereich zu kommen.

Gerade hier im Forum kann man doch höflich miteinander umgehen, ich kann auch anders, vor allem weil ich das bei der Arbeit manchmal muss. Aber wir sind ja hier nicht bei der Arbeit.
Man muss hier nicht verbal die Ellenbogen ausfahren und kann doch sachlich diskutieren.

Ausserdem ist es gut wenn man etwas unterschiedliche Heransgehensweisen hat, dass kann die Diskussion nur aufwerten.
 
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