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"Capital-Elite-Panel" zur Halbzeitbilanz der Großen Koalition: Top-Entscheider finden Merkel gut wie nie
Geschrieben am 18.07.2007 - [Nächster Artikel] |
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Köln (ots) - 85 Prozent halten CDU-Chefin für "starke Kanzlerin" / Hohe Zufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik / Union und SPD wirken zerstrittener als je zuvor / Elite will Jamaika-Bündnis statt Großer Koalition
Nach knapp der Hälfte ihrer Amtszeit steht Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Deutschlands Top-Entscheidern auf dem Höhepunkt ihres Ansehens: 85 Prozent sagen, dass Merkel "eine starke Kanzlerin ist" - so viele wie noch nie seit ihrer Wahl im Herbst 2005. Das ergibt eine aktuelle Umfrage unter gut 600 Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) regelmäßig für das Wirtschaftsmagazin 'Capital' erhebt (Ausgabe 16/2007, EVT 19. Juli). Noch im Frühjahr dieses Jahres hatten nur 58 Prozent der Befragten Merkel für stark gehalten. Den Vergleich mit dem SPD-Vorsitzenden und möglichen Kanzlerkandidaten Kurt Beck gewinnt die CDU-Chefin klar: In neun von zehn Eigenschaften schneidet sie im "Capital-Elite-Panel" besser ab - oft deutlich. So halten sie 82 Prozent für "strategisch klug" (Beck: 13 Prozent), 78 Prozent bescheinigen ihr "hohes Durchsetzungsvermögen" (Beck: 18), und 65 Prozent meinen, dass sie "den Kurs der eigenen Partei bestimmt" (Beck: 17). Nur in der Kategorie "strahlt Wärme aus" liegt der SPD-Chef mit 55 zu 14 Prozent vorn.
Durchwachsenes Zwischenzeugnis für Große Koalition
Auch Merkels Regierung erhält zur Halbzeit viel Zustimmung. Von Arbeitsminister Franz Müntefering sagen 75 Prozent, er "füllt seine Rolle als Vizekanzler gut aus". Viele Beschlüsse der Großen Koalition bewerten die Top-Entscheider positiv: Die Rente mit 67 finden 80 Prozent richtig, das neue Elterngeld 76 Prozent und selbst die Mehrwertsteuererhöhung 74 Prozent. Die Zustimmung wirkt sich auch auf das Gesamturteil über die Wirtschaftspolitik aus, mit der 59 Prozent der Befragten inzwischen wieder "im Großen und Ganzen zufrieden" sind - so viele waren es zuletzt im Boomjahr 2000. "Eine Zeit lang war die Gesetzmäßigkeit außer Kraft gesetzt, dass die Regierung bei guter Konjunktur auch gut benotet wird", sagt IfD-Chefin Prof. Dr. Renate Köcher. "Jetzt gilt die Regel wieder".
Davon könnte Merkel womöglich noch länger profitieren: 62 Prozent der Führungskräfte halten den Aufschwung für "kräftig und dauerhaft" - ein Rekordwert, seit diese Frage 2003 erstmals gestellt wurde. Und 81 Prozent der Unternehmenslenker nennen ihre Auftragslage gut oder sehr gut. "Solange der Boom anhält, wird sich die Manager-Elite mit Kritik an der Regierung zurückhalten. Wir wissen aber aus der Vergangenheit, wie schnell sich das ändern kann", kommentiert 'Capital'-Chefredakteur Dr. Klaus Schweinsberg.
Allerdings üben die Führungsspitzen auch Kritik an Schwarz-Rot. Schlechte Noten erhalten Gesundheits- und Pflegereform, mit denen kaum jemand zufrieden ist. Sehr zu wünschen übrig lässt in den Augen der Elite auch das Erscheinungsbild der Großen Koalition. 69 Prozent sagen, sie sei "uneinig" - das sind mehr als je zuvor. Dennoch glaubt die überwältigende Mehrheit von 91 Prozent, dass das Bündnis bis zur nächsten Bundestagswahl 2009 hält.
Führungsspitzen trauen SPD rot-rot-grünes Bündnis schon 2009 zu
Der Eindruck der Zerstrittenheit von Union und SPD wirkt sich auch auf die Koalitionspräferenzen der Top-Entscheider aus. Sollte es bei der nächsten Bundestagswahl wegen der erstarkten Linkspartei erneut weder für Schwarz-Gelb noch für Rot-Grün zu einer Mehrheit reichen, so wünscht sich die Elite eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen. 42 Prozent wäre in diesem Fall ein solch schwarz-gelb-grünes Bündnis "am liebsten", nur 34 Prozent votieren für eine abermalige Große Koalition. Eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen möchten nur neun Prozent, Rot-Rot-Grün gerade einmal drei Prozent. Allerdings glaubt eine Mehrheit von 51 Prozent, dass die SPD trotz gegenteiliger Beteurungen schon 2009 zu einem Bündnis mit der Linkspartei von Oskar Lafontaine bereit wäre.
Für Rückfragen: Henning Baethge, Redaktion 'Capital' Berlin, Tel. 030/202 24-294, E-Mail: bg@capital.de Joachim Haack, PubliKom, Tel. 040/39 92 72-0, E-Mail: jhaack@publikom.com
------------------------------------------------ Das "Capital-Elite-Panel" ist Europas exklusivste Führungskräfte-Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach für das Wirtschaftsmagazin 'Capital' seit über 20 Jahren bei Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung dreimal im Jahr durchführt. Unter den 612 Befragten sind über 400 Spitzenkräfte aus der Wirtschaft, darunter 59 Vorstände oder Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern, außerdem 113 Spitzenpolitiker, davon 32 Ministerpräsidenten und Minister, sowie die Leiter von 32 Bundesbehörden. Mit der Ausweitung der Stichprobe lassen sich auch die Meinungen von 175 Top-Entscheiderinnen gesondert auswerten. Die Befragung lief vom 26. Juni bis 10. Juli 2007.
Originaltext: Capital, G+J Wirtschaftspresse Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8185 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8185.rss2
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