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Keine Verschärfung von Gesundheitspatenten / Hilfsorganisationen und internationale Gesundheitsexperten fordern Patentfreigabe bei lebensnotwendigen Medikamenten und öffentliche Gesundheitsforschung

Geschrieben am 10-05-2007

Frankfurt/Main (ots) - Einen Wandel in der globalen
Medikamentenpolitik forderten gestern in Berlin die
Gesundheitsorganisation medico international, die kirchlichen
Hilfswerke Brot für die Welt und Misereor sowie das pharmakritische
Netzwerk BUKO Pharma-Kampagne. Notwendige Arzneimittel seien als
öffentliche Güter zu betrachten und aus dem Patentschutz auszunehmen.
Die Organisationen sowie Gesundheitsexperten aus den USA, Thailand,
Kenia, Brasilien, Südafrika und anderen Ländern übten massive Kritik
an der globalen Gesundheitssituation. Der beispiellose medizinische
Fortschritt der letzten Jahrzehnte sei an der Mehrheit der
Weltbevölkerung nahezu vollständig vorbeigegangen. 13 Millionen
Menschen sterben jährlich an Krankheiten, die eigentlich behandelbar
wären. Angesichts des bevorstehenden G8 - Gipfels in Heiligendamm
forderten sie, alle Pläne zur Verschärfung des weltweiten
Patentrechtes aufzugeben. In der von allen Organisationen
unterzeichneten "Berliner Erklärung" heißt es, dass viele Menschen
deshalb stürben, "weil Pharma-Patente als de-facto Monopole dafür
sorgen, dass selbst lebensnotwendige Medikamente unerschwinglich
teuer sind oder gar nicht erst entwickelt werden."

"Systematisch werden die Gesundheitsbedürfnisse von Menschen, die
über keine oder zu geringe Kaufkraft verfügen, vernachlässigt. Damit
werden gerade jene Menschen vom Zugang zu Arzneimitteln
ausgeschlossen, die sie am dringendsten bräuchten", so die Berliner
Erklärung weiter. Alternativen, die einen Zugang zu notwendigen
Medikamenten für alle gewährleisten, sind vorhanden. Das spiegelt
sich in den jüngsten Auseinandersetzungen um die Außerkraftsetzung
von pharmazeutischen Patenten in Thailand und Brasilien und in den
Vereinbarungen der Clinton-Foundation mit indischen Generika-Firmen
zur Sicherstellung einer lebenslangen Behandlung von AIDS-Patienten
in Afrika. Ein Politikwechsel müsse deshalb darin bestehen, die
lokale Medikamentproduktion in den Entwicklungsländern zu fördern,
Patentpools zur einfacheren und kostengünstigeren Handhabung von
Lizenzverträgen zu ermöglichen. Um eine Gesundheitsforschung im
öffentlichen Interesse zu gewährleisten, fordern die Organisationen,
unter anderem die "direkte öffentliche Finanzierung essentieller
Gesundheitsforschung, um gezielt und bedarfsgerecht die Entwicklung
von Impfstoffen, Diagnostikverfahren und Arzneimitteln in Auftrag zu
geben bzw. über Zuschüsse in Gang zu setzen".

Originaltext: medico international
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=14079
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_14079.rss2

Weitere Informationen:
Katja Maurer, medico international, 0171 122 12 61


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