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ZDB-Präsident Loewenstein: IG BAU macht Umsätze zu Gewinnen

Geschrieben am 09.03.2007 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - "Trotz eines insgesamt positiv zu bewertenden
Baujahres 2006 können unsere Unternehmen derzeit keine dauerhaft
höheren Lohnkosten vertragen. Die IG BAU scheint Umsätze mit Gewinnen
zu verwechseln, indem sie 5,5 % Lohnerhöhung angesichts 9 %
Umsatzsteigerung als moderat darstellen will." Dieses erklärte der
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing.
Hans-Hartwig Loewenstein kurz vor der dritten Runde der
Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten des
Bauhauptgewerbes.

Der Zuwachs des baugewerblichen Umsatzes in 2006 um nominal 9,2 %
auf rund 81,2 Mrd. Euro sorgte in erster Linie für eine
Stabilisierung der Beschäftigung im Bauhauptgewerbe, was ein
wesentliches Ziel der Tarifpolitik der IG BAU in der vergangenen
Tarifrunde war. "Auch die IG BAU wird zur Kenntnis nehmen müssen,
dass die Umsatzgröße lediglich eine Angabe zum Geschäftsvolumen ist.
Aufgrund der Höhe des Umsatzes kann nicht auf den Erfolg (Gewinn)
oder Misserfolg (Verlust) eines Geschäftes geschlossen werden. Erst
in der Gegenüberstellung mit den Kosten des Geschäftes ergibt sich
das Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit. Insofern ist es
wirtschaftlicher Unsinn, allein aus einem Zuwachs des Umsatzes einen
Spielraum für Lohnerhöhungen abzuleiten. Dieses werden auch die
interessierte Öffentlichkeit und die betroffenen Mitarbeiter so
sehen." so Loewenstein.

Derzeit ist darüber hinaus nicht abzusehen, in welche Richtung
sich das Baujahr 2007 bewegen wird. Denn die im 2. Halbjahr 2005
belebte Baunachfrage ging im Sommer 2006 wieder zurück. Die Zunahme
neuer Aufträge in 2006 um 2,2 Mrd. Euro auf 45,8 Mrd. Euro
resultierte zu 80 % aus der Nachfrage während des 1. Halbjahres.

Viele Aufträge aus dem zweiten Halbjahr wurden - auch aufgrund der
günstigen Witterung im Winter - bereits abgearbeitet, denn im 4.
Quartal 2006 lag der Auftragsbestand um real 3,9 % unter dem Wert des
Vorjahres. Endgültige Zahlen zu den betrieblichen Ergebnissen 2006
werden erst Mitte des Jahres vorliegen, ein auskömmliches
Preisniveaus ist derzeit keineswegs in Sicht. So weist die monatliche
Konjunkturumfrage des ifo-Instituts, München, eine Verschlechterung
der Kosten-Preis-Situation im Bauhauptgewerbe während der letzten
Monate, d.h. einschließlich der ersten beiden Monate des Jahres 2007,
aus. Gegenüber dem Spätsommer 2006 nahmen die Meldungen über
kostendeckende Preise um 6 Prozentpunkte auf 57 % ab, die Zahl der
Meldungen über nicht kostendeckende Preise erhöhte sich um 7
Prozentpunkte auf 36 % und die Meldungen hinsichtlich eines
Überschusses verringerten sich um einen Prozentpunkt auf 7 %. Damit
haben sich die positiven Veränderungen zum Sommer 2006 nicht bis zum
Jahreswechsel 2006/2007 fortgesetzt.

"Alles in allem haben wir es noch mit einer labilen Baukonjunktur
zu tun. Ein hoher Lohnabschluss wird aus derzeitiger Sicht den
Beschäftigtenabbau weiter fortsetzen. Denn viele Betriebe werden
einem erhöhten Kostendruck nicht standhalten. Ich kann daher nur an
unseren Tarifpartner IG BAU appellieren, Augenmaß walten zu lassen
und von ihren überzogenen Forderungen nach dauerhaften
Tariferhöhungen Abstand zu nehmen. Wir brauchen stattdessen auch in
der Lohngestaltung mehr Flexibilität für unsere Betriebe." erklärte
Loewenstein abschließend.

Originaltext: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=33001
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_33001.rss2

Pressekontakt:
Dr. Ilona K. Klein
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
eMail klein@zdb.de
 
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