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Westdeutsche Zeitung: Generalanwalt spricht sich gegen VW-Gesetz aus = von Ingo Faust
Geschrieben am 13.02.2007 - [Nächster Artikel] |
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Düsseldorf (ots) - Die letzte Bastion der Deutschland AG ist gestürmt - das umstrittene VW-Gesetz, das es in der Art in keinem anderen deutschen Großunternehmen mehr gibt, wird Mitte des Jahres endgültig gekippt. Damit wird ein "alter Zopf" abgeschnitten, ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert abgeschafft. Dieses "Fusions-Verhinderungs-Gesetz" - falls es dann überhaupt gewirkt hätte - ist nicht mehr zeitgemäß und passt nicht zu der von Brüssel für die EU angestrebten Freiheit des Kapitalverkehrs und der Niederlassungsfreiheit. Die "goldenen Aktien", mit denen sich Staaten und in diesem Fall ein einzelnes Bundesland ihren Einfluss auf private Unternehmen sichern, müssen weg und zwar EU-weit. Da hat Brüssel noch einiges zu erledigen denn wenn schon Freiheit, dann für alle. Selbst Niedersachsen ist über die Abschaffung offenbar nicht traurig und wittert keine Gefahr. Auf eine Sperrminorität von 25,1 Prozent zukaufen will Landesvater Christian Wulff (CDU) jedenfalls nicht. Er hat kein Geld. Da lässt er lieber Porsche den Vortritt. Zur Not könnte man dann ja, falls irgendwann ein feindlicher Übernehmer auftauchen sollte, gemeinsame Sache machen und den Angreifer abwehren. Hoffentlich ist das nicht zu kurz gedacht, denn mit dem Piëch-Porsche-Clan sitzt vielleicht ein Übernehmer bereits im eigenen Haus. Auch die Zuffenhausener könnten VW zur reinen Filiale degradieren. Mit dem offenbar von Ferdinand Piëch gewonnenen Machtkampf im Aufsichtsrat, wonach der Ex-VW-Chef noch weitere Jahre die Marschrichtung als Oberkontrolleur festlegt, wäre dies möglich. In der Vergangenheit hat das VW-Gesetz dem Konzern dennoch mehr geschadet als genutzt. Die Verfilzung von Polilik, Gewerkschaft und Firmenleitung bis hin zu Lustreisen und Bordellbesuchen wäre ohne dieses Gesetz wohl kaum so leicht möglich gewesen. Auch die daraus resultierende Sonderbehandlung für die VW-Werker, die jahrzehntelang bei Löhnen und Arbeitszeiten mit Samthandschuhen angefasst wurden, ebenfalls nicht. Kein Wunder, dass die Arbeiter unter dem seit den Affären neuen Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh jetzt auf die Barrikaden gehen, sich angegriffen fühlen und gegen die Neoliberalen in Brüssel wettern. Helfen wird ihnen das nicht, die Entscheidung gegen das VW-Gesetz ist gefallen.
Originaltext: Westdeutsche Zeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62556 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_62556.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211/ 8382-2526 redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
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