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Unbezahlte Rechnungen führen immer häufiger zu einem Lieferstopp

Geschrieben am 01.02.2007 - [Nächster Artikel]

Darmstadt (ots) - Mittelständische Unternehmen greifen verstärkt
zu drastischen Mitteln, wenn ihre Rechnungen nicht bezahlt werden.
Rund jedes dritte Unternehmen stellt deshalb zum Beispiel seine
Lieferungen an einen säumigen Kunden komplett ein. Etwa ein Dittel
der Unternehmen hat dies in den letzten zwei Jahren häufiger getan,
als es zuvor der Fall war. Im Durchschnitt erfolgt die
Liefereinstellung nach 74 Tagen ab dem vereinbarten Zahlungstermin.
Im internationalen Vergleich ist dies ein später Zeitpunkt. So das
Ergebnis einer Studie des europaweit im Forderungsmanagement tätigen
Unternehmens Intrum Justitia.

Mittelständische Unternehmen in Deutschland stellen Lieferungen an
säumige Kunden im Durchschnitt nach 74 Tagen ab dem vertraglich
vereinbarten Zahlungstermin ein. Die Spannweite dabei ist jedoch
groß, sie reicht vom niedrigsten Wert fünf Tage bis hin zu 360 Tage,
dem höchsten Wert. Die Mehrzahl der Unternehmen (42 Prozent) stoppt
weitere Lieferungen während des zweiten Monats nach
Rechnungsfälligkeit, 27 Prozent während des dritten, 18 Prozent nach
über drei Monaten und 13 Prozent bereits während des ersten Monats.

Im internationalen Vergleich, so stellt die Studie von Intrum
Justitia fest, warten die deutschen Unternehmen mit durchschnittlich
74 Tagen recht lange, bis sie einen Lieferstopp verhängen. Länder, in
denen dies bereits wesentlich früher der Fall ist, sind Finnland (39
Tage), Ungarn (44 Tage), Polen (47 Tage) und Lettland (48 Tage). In
Spanien (79 Tage), Italien (81 Tage), Schweiz (83 Tage), Belgien (84
Tage) und insbesondere Portugal (100 Tage) erfolgen die Lieferstopps
dagegen ebenfalls erst ab einem späten Zeitpunkt.

Lieferstopp ist Chefsache

Laut den befragten Unternehmen liegt die Entscheidung, Lieferungen
und Leistungen an einen säumigen Zahler einzustellen, mehrheitlich im
Kompetenzbereich der Geschäftsleitung (71 Prozent der befragten
Unternehmen). An zweiter Stelle liegt die Entscheidungsbefugnis im
Finanzbereich (34 Prozent), und in lediglich 15 Prozent der
Unternehmen liegt sie im Aufgabenbereich der
Verkaufsverantwortlichen. Eine automatisierte, IT-basierte
Leistungseinstellung wird von 13 Prozent der Unternehmen eingesetzt.
Je größer ein Unternehmen ist, desto stärker wird die
Entscheidungskompetenz in den Finanzbereich delegiert. Bei 83 Prozent
der Unternehmen, die bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigen, entscheidet
die Geschäftsleitung, bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter
beträgt der Anteil nur noch 41 Prozent, während der Anteil des
Finanzbereichs entsprechend ansteigt.

Häufigste Kriterien für eine Liefereinstellung sind laut der
Studie: Dauer der Außenstände, Höhe der Außenstände sowie die Bonität
des Kunden. Andere Kriterien werden nur selten eingesetzt. In den
meisten Fällen stützt sich eine Entscheidung auf mindestens zwei der
genannten Kriterien.

Die Erfahrungen der befragten Unternehmen mit Lieferstopps sind
zwiespältig. Während sich bei 55 Prozent der Unternehmen die
Kundenbeziehung nach einer Liefereinstellung nicht wesentlich
verändert hat, hat sie sich bei 19 Prozent verbessert und bei 26
Prozent verschlechtert. Werden nach einem Stopp die Lieferungen
wieder aufgenommen, so hat dies bei der Mehrheit der Unternehmen (68
Prozent) keine nennenswerten Auswirkungen auf den Umsatz mit diesem
Kunden, 37 Prozent verzeichnen einen niedrigeren Umsatz, und bei
etwas über einem Prozent der Unternehmen hat sich der Umsatz erhöht.

Über Intrum Justitia

Intrum Justitia ist der führende Anbieter für Forderungsmanagement
in Europa. Rund 2.800 Mitarbeiter in 22 europäischen Ländern bieten
mehr als 90.000 Kunden auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene
Dienstleistungen rund um Inkasso und Forderungsmanagement. Die
Unternehmens-Philosophie dabei lautet: "Fair pay...please!" Sie
kennzeichnet, dass sich das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen
als Mittler zwischen Gläubiger und Schuldner versteht. Die Gruppe mit
Hauptsitz in Stockholm betreut ein Forderungsvolumen von rund neun
Milliarden Euro. In 2005 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 384
Millionen Euro.

Originaltext: Intrum Justitia
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=54479
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_54479.rss2

Pressekontakt:
Intrum Justitia Inkasso GmbH, Pallaswiesenstraße 180-182, 64293
Darmstadt,

Ihr Ansprechpartner:
Stefan Schär, Head of Research Intrum Justitia Group, Telefon: +41 32
621 67 71, Mobile: +41 78 794 56 89,
E-Mail: public-relations.epi@intrum.com,
Internet: www.europeanpayment.com
 
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