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Rheinische Post: Und das nicht nur zur Weihnachtszeit

Geschrieben am 22-12-2006

Düsseldorf (ots) - Von Horst Thoren

Nach heutigem Selbstverständnis darf man vom Gegenüber fast alles
wissen wollen aber die Tabu-Frage "Woran glauben Sie eigentlich?"
stößt an die Grenzen. Nicht nur der Auskunftswilligkeit. Sondern auch
der Auskunftsfähigkeit. Wenn nicht auf verständnisloses Achselzucken.
Zu Weihnachten sollte erlaubt sein, einmal nach der diesbezüglichen
Befindlichkeit der Deutschen zu schauen. Viel Schatten kommt da zu
Tage, aber auch Licht.
Der getaufte Bundesbürger Ost wie West fühlt sich oft allein,
hilflos, ist auf der Suche nach Geborgenheit, nach Werten. Die
Glaubensfrage aber wird, wenn überhaupt, lapidar beantwortet. Mit der
konfessionellen Chiffre: Man ist katholisch, evangelisch, oder nix
mehr . . .
Gelebt werden konkrete Sehnsüchte: Nach familiärem Zusammenhalt, nach
Freunden, nach treuen Partnern und ehrlichen Mitmenschen. Das
Gottesbild ist davon abgekoppelt und bleibt eher diffus. Glaube ist
Privatsache und verlangt nicht nach einem öffentlichen Bekenntnis.
Nur zu Weihnachten will jeder Zweite in die Kirche. Zum Papst gar (so
lassen die Fernsehbilder vermuten) wollen alle. Wie passt all das
zusammen?
Benedikt XVI. zieht die Menschen in seinen Bann. Seine
Anziehungskraft liegt zum großen Teil in seiner charismatischen
Persönlichkeit begründet. Auch im hohen Amt und der Faszination von
Ritualen einer in zweitausend Jahren gewachsenen Struktur. Die
symbiotische Verbindung natürlicher und amtlicher Kompetenz
ermöglicht Orientierung. Etwas, was dringend vermisst wird, in der
wuseligen Beliebigkeit einer leichtgläubigen
Multi-Kulti-Gesellschaft. Die Glaubwürdigkeit des Heiligen Vaters und
die Weihnachtstradition haben eine ähnliche Wirkung: Sie locken mit
Authentizität den Menschen aus seiner inneren Emigration. Und bieten
so einen Ansatz zur Vermittlung wahrer Werte und wertvoller Wahrheit!
Die Chancen, auf offene Ohren zu treffen, stehen gut! In unsicheren
Zeiten, so vermelden die Meinungsforscher, suchen gerade junge Leute
nach Beständigkeit. Sie beschäftigt die Frage, auf wessen Solidarität
Verlass ist, wer Sicherheit und Geborgenheit geben kann. Auch der
"globale" Mensch, in Internet und Billigflieger weltweit unterwegs,
braucht sein Plätzchen, wo er daheim ist. Die Kirchen, von Haus aus
Horte der Geborgenheit, sollten der Nachfrage mit Angeboten begegnen!
Wenn sie die Herausforderung annehmen und sich weniger mit sich
selbst und der aus Finanznot resultierenden Strukturdebatte
beschäftigen können sie die Glaubensfrage seelsorgerisch
beantworten: Gott ist stets bei Dir! Komm Du zu uns! Nicht nur zu
Weihnachten. . .

Originaltext: Rheinische Post
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30621
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30621.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303


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