Düsseldorf (ots) - Nach mageren Jahren steht die Wirtschaft wieder vor fetten Jahren. Deutschland - ein Boomland, nachdem es in diesem Jahr durch den Fußball bereits ein Sommertraum war. Die Hausaufgaben in Mittelstand und Industrie sind jedenfalls in den zurückliegenden Monaten gemacht worden, die Wirtschaft hat sich restrukturiert - auch auf Kosten zahlreicher Arbeitsplätze. Die Produktivität hat sich dadurch aber erhöht. Selbst den derzeit wegen der Abkühlung in den USA immer schwächer werdenden Dollar braucht die Exportnation nicht zu fürchten.
Vor Jahresfrist sah das noch anders aus. Da trauten Experten der Wirtschaft noch nicht einmal ein Wachstum von zwei Prozent zu. Jetzt werden es wohl 2,6 und eventuell mehr. Und für das kommende Jahr sind bereits über zwei Prozent gesetzt - und das bei der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung von drei Prozent. Das ist in so hoher Steuerzuwachs auf einen Schlag, dass es dafür keine historische Vorgabe gibt und damit keine Erfahrungswerte. Nach einem Absacker in den ersten Monaten des neuen Jahres soll es aber glimpflich ausgehen, meinen die meisten Unternehmer. Eine Preiserhöhungswelle wie sie bei der Einführung des Euros über das Land geschwappt ist, soll es nicht geben. Die meisten Hersteller haben ihre Preise bereits im Vorfeld erhöht oder stecken die Steuer selbst weg. Selbst die Energiepreise sind der Konjunktur gegenüber gnädig - sie steigen kaum oder werden wie Gas wegen der Ölkopplung sogar billiger. Auch der harte Euro hält die Ölpreise im Schach.
Als Unsicherheit bleiben die Lohnerhöhungen, falls sie zu kräftig ausfallen. Aber die Tarifparteien haben dazu gelernt und setzen auf intelligentere Lösungen als reine Prozent-Hascherei. Dann kann Deutschland bleiben, was es derzeit ist - ein Wirtschaftsboom-Traum.