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Missachtung des Bundeskartellamtes ist Kampfansage an Bwin, Faber, fluxx und private Wettanbieter

Geschrieben am 23.11.2006 - [Nächster Artikel]

Essen (ots) -

Unter dem Deckmantel der Spielsucht wird von Lotto knallharter
Verdrängungswettbewerb betrieben


Der Deutsche Buchmacherverband Essen e.V. (DBV) verfolgt mit Sorge
die neueste Stufe der Eskalationsspirale in der Auseinandersetzung um
den Deutschen Sportwettmarkt und das Lotteriemonopol. Die Einstellung
des Internetvertriebes fast aller Lottogesellschaften soll angeblich
das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum verfassungswidrigen
Sportwettmonopol umsetzen und erfolgt im Vorgriff auf den geplanten
Lotteriestaatsvertrag, der nach dem Willen der Ländern im Dezember
verabschiedet werden soll und ebenfalls weitreichende Einschränkungen
im Internetvertrieb machen würde. Tatsächlich handelt es sich aber um
ein Bauernopfer, um die private Internetkonkurrenz Schachmatt zu
setzen.

"Das Bundesverfassungsgericht fordert für die Beibehaltung des
Monopols eine deutliche Reduzierung aller Wettmöglichkeiten, ein
einseitiges Internetverbot wurde nicht ausgesprochen und wäre für
sich genommen auch nicht ausreichend, will man dem Spielerschutz
wirklich Rechnung tragen." sagt Justitiar Dr. Ronald Reichert von der
Kanzlei Redeker in Bonn, der den Deutschen Buchmachverband in
Karlsruhe vertreten hat.

"Die Milchmädchenrechnung von Lotto ist ganz einfach" erläutert
Dr. Norman Albers vom DBV, "wird der Internetvertrieb insgesamt
verboten, müssten auch die bwin-Kunden wieder in die
Lottoannahmestelle marschieren, um ihre Tipps loszuwerden."

Am Ende hofft man sogar noch mehr umzusetzen als je zuvor, obwohl
das Bundeskartellamt und die EU-Kommission an den scheinheiligen
Kartellabsprachen von Lotto massive Kritik üben. Ob diese Rechnung
allerdings aufgeht, erscheint indessen zweifelhaft. Trotz des enormen
Drucks gegen die privaten Anbieter sind die Umsätze in den
Annahmestellen nicht wieder angesprungen, sondern bleiben rückläufig.

"Die "Kanalisierung des Spieltriebes" genannte
Zwangsbewirtschaftung der Wettnachfrage funktioniert nicht mehr" sagt
Vorstandssprecher Dr. Norman Albers und ergänzt: " Der Verbraucher
lässt sich nicht mehr wie das liebe Vieh zur Tränke führen, sondern
möchte selbst auswählen, wo und was er wettet".

Der eigentliche Skandal ist nach Meinung des Deutschen
Buchmacherverbandes der rechtstaatlich unwürdige Schulterschluss von
Landespolitik und Lottointeressen. Die Risiken einer solchen Politik,
nämlich erneute Verfassungswidrigkeit und EU-Rechtswidrigkeit werden
ausgeblendet und ein Abwandern des Wettmarktes in die Illegalität
wird billigend in Kauf genommen. Wachsende Politikverdrossenheit,
worauf einige Politiker der Grünen und der FDP angesichts dieses kaum
verhüllten Machtpokers hingewiesen haben, ist dann noch das kleinste
Problem.

Originaltext: Deutscher Buchmacherverband Essen e.V.
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=43972
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_43972.rss2


Kontakt:
Deutscher Buchmacherverband Essen eV (DBV)
www.buchmacherverband.de
e-mail: bsg.buchmacher.essen@t-online.de
Tel.: 0201-79 03 29
Fax: 0201-78 88 92
Eva Hülsenbeck
 
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