(Registrieren)

Sparpläne der Krankenkassen gefährden Gesundheit von Kindern mit Diabetes / Deutsche Diabetes-Gesellschaft: Schwere Folgeschäden werden zunehmen / "Report Mainz", heute, 10.05.2010, 21.45 Uhr im Erste

Geschrieben am 10-05-2010

Mainz (ots) - Die geplante Streichung von schnell wirkenden
Insulinanaloga für diabeteskranke Kinder aus dem Leistungskatalog der
Krankenkassen stößt auf massive Kritik der diabetologischen
Fachgesellschaften und Patientenverbände. Gegenüber dem
ARD-Politikmagazin "Report Mainz" warnt der Präsident der Deutschen
Diabetes-Gesellschaft, Prof. Thomas Danne, davor, erreichte
Therapieerfolge aufs Spiel zu setzen. Danne, der auch Leiter des
größten deutschen Kinderdiabeteszentrums in Hannover ist, befürchtet
langfristige Gesundheitsschäden. Wörtlich sagte er: "Blindheit,
Nierenversagen, vorzeitiger Schlaganfall - diese Risiken, die diese
Kinder haben, sind durch die verbesserte Behandlung wesentlich
kleiner geworden. Wenn ich also nun befürchten muss, dass
Insulinanaloga für viele Kinder unerschwinglich wird, dann habe ich
eigentlich nur noch Angst."

Der Gemeinsame Bundesausschuss, in dem unter anderem die
gesetzlichen Krankenkassen und Krankenhäuser vertreten sind, hatte im
Februar 2010 eine Beschlussgrundlage formuliert, in der es in Bezug
auf schnell wirkende Insulinanaloga heißt: "Diese Wirkstoffe sind
nicht verordnungsfähig." Die Begründung: Das langsamer wirkende
Humaninsulin sei ebenso zweckmäßig, aber kostengünstiger. Der
Gemeinsame Bundesausschuss stützt sich dabei auf eine Bewertung des
Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
(IQWiG). Es sollte prüfen, ob schnell wirkende Insulinanaloga für
Kinder und Jugendliche einen zusätzlichen Nutzen haben. Institutschef
Prof. Peter Sawicki in "Report Mainz": "Wir haben gefunden, dass es
keine Überlegenheitsbelege für die kurzwirkenden Insulinanaloga
gibt."

Die Fachgesellschaft der kinderärztlichen Diabetologen hält diese
Einschätzung für völlig unverständlich. Sie gehe an der
Therapieerfahrung hunderter Ärzte und tausender Patienten vorbei.
Gerade bei Kindern, deren Ess- und Bewegungsverhalten nicht genau
geplant werden könne, habe die schnelle Regulierung des
Blutzuckerspiegels durch die Insulinanaloga erhebliche Vorteile. Dazu
der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrischer Diabetologie
(AGPD), Prof. Andreas Neu: "In den letzten 15 Jahren, das belegen
große Studien an mehr als 20.000 Kindern und Jugendlichen, konnte die
Diabetes-Therapie ganz erheblich verbessert werden. Die mittlere
Blutzuckerlage hat sich ganz dramatisch verbessert und das ist auch
ein Ergebnis dieser veränderten Therapiemöglichkeiten, die wir haben
mit den Analoga."

Derzeit leiden etwa 25.000 Kinder an Diabetes Typ I. In den
vergangenen 20 Jahren hat die Zahl der Neuerkrankungen stark
zugenommen. Über 50 Prozent der erkrankten Kinder werden mit
Insulinanaloga behandelt. Das bedeutet, dass unter Umständen über
13.000 Kinder medizinisch umgestellt werden müssten.

Das ARD-Politikmagazin berichtet heute, 10. April 2010, 21.45 Uhr
über die Debatte um die Insulinanaloga für Kinder und Jugendliche.

Zitate gegen Quellenangabe frei.

Originaltext: SWR - Das Erste
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/75892
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_75892.rss2

Pressekontakt:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an "Report Mainz", Tel.:
06131/929-3351.


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

267599

weitere Artikel:
  • Neues Masterstudium "Music for Film & Media" Krems an der Donau (ots) - Musik spielt neben der visuellen Dramaturgie eine herausragende Rolle für den künstlerischen und ökonomischen Erfolg bei Film, Fernsehen und elektronischen Medien. Viele Filme haben ihren internationalen Durchbruch zu einem Großteil einem gelungenen Soundtrack zu verdanken. Darüber hinaus ist die Filmmusik längst zu einem wichtigen eigenen Marktsegment geworden: Die Filmmusik-Studie des Instituts für kulturelle Innovationsforschung in Hamburg aus dem Jahr 2005 geht von einem Jahresumsatz von etwa 125 Millionen Euro mehr...

  • BVR: EU-Rettungspaket ist Zeichen der Handlungsfähigkeit - Finanzpolitik in der Bringschuld Berlin (ots) - "Mit dem in den frühen Morgenstunden verabschiedeten Rettungspaket haben die EU-Staats- und Regierungschefs ein Zeichen der Entschlossenheit und der Handlungsfähigkeit gesetzt". Dies erklärt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Uwe Fröhlich. Die Maßnahmen trügen erheblich dazu bei, die Verunsicherung an den Finanzmärkten zurückzuführen. Mit dem breit aufgespannten Rettungsschirm und der Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) befinde sich die Finanzpolitik mehr...

  • Der Tagesspiegel: SPD-Landesgruppenchef Schäfer macht Front gegen große Koalition in NRW Berlin (ots) - Berlin - Einen Tag nach der Landtagswahl regt sich in der nordrhein-westfälischen SPD Widerstand gegen eine mögliche große Koalition. Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD-Abgeordneten im Bundestag, Axel Schäfer, sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe): "Ich werde alles dafür tun, damit die SPD 2010 keinen CDU-Kandidaten zum Ministerpräsidenten wählt." Schäfer, der auch dem Landesvorstand der NRW-SPD angehört, fügte zur Begründung hinzu: "Unter dem Joch der CDU-geführten großen Koalition haben wir mehr...

  • Der Tagesspiegel: Dioxinverdacht auch in Brandenburg Berlin (ots) - Berlin - Über die bereits bekannt gewordenen Fälle hinaus ist dioxinbelasteter Futtermais auch nach Brandenburg geliefert worden. Gegen den betroffenen Betrieb sei eine Sperrverfügung verhängt worden, sagte ein Sprecher des brandenburgischen Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe). Der Betrieb darf keine Eier ausliefern, bis geklärt ist, ob diese mit Dioxin verseucht sind. Als Konsequenz auf den jüngsten Futtermittelskandal fordert die Verbraucherschutzorganisation mehr...

  • WAZ: FDP-Papke schließt Ampel aus Essen (ots) - Der nordrhein-westfälische FDP-Landtagsfraktionschef Gerhard Papke hat einer Beteiligung seiner Partei an einer Regierung mit SPD und Grünen eine unmissverständliche  Absage erteilt. "Die FDP wird ihre Glaubwürdigkeit nicht für den reinen Machterhalt aufs Spiel setzen", sagte Papke den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). "Auch wenn SPD und Grüne ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekunden - wir    bleiben  bei unserer vor der Wahl einstimmig beschlossenen Absage an eine Ampel". Papke fügte hinzu, Koalitionen mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht