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Erster Evaluationsbericht vorgestellt - Mammographie-Screening-Programm erfolgreich eingeführt

Geschrieben am 21-09-2009

Siegburg/Köln/Berlin (ots) - Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)
und die Kooperationsgemeinschaft Mammographie (KoopG) haben am Montag
in Berlin den ersten Evaluationsbericht des
Mammographie-Screening-Programms in Deutschland vorgestellt. Mit der
Einführung des Programms im Jahr 2002 war durch den Gesetzgeber eine
entsprechende Datenerhebung verfügt worden, die Aufschluss über den
Verlauf und die Ergebnisse des Screening-Programms liefern soll. Wie
in den Krebsfrüherkennungs-Richtlinien vorgesehen, wurde der Bericht
den Gremien des G-BA zur Beratung übergeben.

"Der Bericht widerlegt die Zweifel am medizinischen Nutzen dieses
in Deutschland seit 2005 angebotenen Screening-Programms und
unterstreicht anhand von belastbaren Daten den Mehrwert für alle
Frauen, die an dem Programm teilnehmen. Das in Deutschland
flächendeckend eingeführte Screening ist das derzeit bestverfügbare
Instrument, um bei Frauen eine Brustkrebs-Erkrankung möglichst
frühzeitig zu entdecken und damit durch eine schnelle und
zielgerichtete Behandlung die Heilungschancen zu verbessern", sagte
Dr. Rainer Hess, Unparteiischer Vorsitzender des G-BA.

"Die Ergebnisse belegen, dass es in Deutschland gelungen ist, für
Frauen ein Programm zur Brustkrebsfrüherkennung von hervorragender
Qualität einzuführen", sagte Thorsten Kolterjahn, Beiratsvorsitzender
der KoopG auf der gemeinsamen Pressekonferenz und zog damit eine
erste positive Bilanz des Screening. In dem Bericht sind die
Auswertungen des Mammographie-Screenings von 77 Screening-Einheiten
aus den ersten drei Jahren des Programms von 2005 bis 2007
zusammengefasst. Bis zum Jahresbeginn 2009 haben inzwischen alle 94
Screening-Einheiten ihre Arbeit aufgenommen. Damit besteht jetzt für
mehr als 10 Millionen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ein
flächendeckendes Angebot zum Mammographie-Screening als Bestandteil
des Pflichtleistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV).

Auf der Grundlage Europäischer Leitlinien haben Ärzte,
Krankenkassen und Politik gemeinsam das größte europäische
Früherkennungsprogramm für Brustkrebs nach strengen Vorgaben zur
Qualitätssicherung aufgebaut. Wie die Ergebnisse im Bericht jetzt
belegen, werden die Erfolgsparameter im Programm auch erfüllt. So
werden durch das Mammographie-Screening wesentlich häufiger kleine
Tumoren aufgespürt. Der Anteil der invasiven Karzinome von einer
maximalen Größe bis 10 Millimeter liegt im Screening bei gut 30
Prozent. Vor Einführung des Mammographie-Screenings waren es nur rund
14 Prozent. Bei mehr als zwei Drittel (76,7 %) aller im Programm
entdeckten invasiven Karzinome waren die Lymphknoten noch nicht
befallen. Vor dem Screening lag der Wert mit 49 Prozent deutlich
darunter. "Für Frauen mit kleinen Tumoren, die nicht gestreut haben,
bestehen die besten Chancen, vollständig geheilt zu werden", betonte
Dr. Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Südwest.
"Die betroffenen Frauen profitieren außerdem von einer schonenderen
und meistens brusterhaltenden Therapie. Das ist ein deutlicher Gewinn
für die Frauen."

Für das Brustkrebs-Screening mussten völlig neue Infrastrukturen
geschaffen werden. "Im deutschen Gesundheitssystem gab es für solch
ein Früherkennungsprogramm bisher keine vergleichbaren Vorbilder",
sagte Dr. Wolfgang Aubke, stellvertretender Beiratsvorsitzender der
KoopG. Das sei gerade in der Startphase des Brustkrebs-Screenings
nicht immer leicht gewesen. Entscheidend für den jetzigen Erfolg und
die Akzeptanz des Programms bei den Frauen seien die konsequente
Umsetzung der hohen Qualitätsanforderungen und die Transparenz im
Screening.

Im Jahr 2002 hatten Bundestag und Bundesrat einstimmig
beschlossen, ein Mammographie-Screening-Programm auf der Grundlage
der Europäischen Leitlinien in Deutschland einzuführen. Danach
erhalten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre
eine Einladung zum Mammographie-Screening. Ziel des
Brustkrebs-Screenings ist es, durch eine frühzeitigere Diagnose von
Brustkrebs eine schonende und erfolgreiche Therapie der bösartigen
Tumore zu erreichen und so die Sterblichkeit an der Erkrankung
deutlich zu senken. Zur Koordination, Qualitätssicherung und
Evaluation des Mammographie-Screening-Programms haben die
gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztlichen Bundesvereinigung
gemeinsam die Kooperationsgemeinschaft Mammographie gegründet. Im
Jahr 2005 nahmen die ersten Screening-Einheiten ihre Arbeit auf.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste
Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und
Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er
bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der
Gesetzlichen Krankversicherung (GKV) für etwa 70 Millionen
Versicherte. Der G-BA legt fest, welche Leistungen der medizinischen
Versorgung von der GKV übernommen werden. Rechtsgrundlage für die
Arbeit des G-BA ist das fünfte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V).
Den gesundheitlichen Rahmen der medizinischen Versorgung in
Deutschland gibt das Parlament durch Gesetze vor. Aufgabe des G-BA
ist es, innerhalb dieses Rahmens einheitliche Vorgaben für die
konkrete Umsetzung in der Praxis zu beschließen. Die von ihm
beschlossenen Richtlinien haben den Charakter untergesetzlicher
Normen und sind für alle Akteure der GKV bindend.

Bei seinen Entscheidungen berücksichtigt der G-BA den aktuellen
Stand der medizinischen Erkenntnisse und untersucht den
diagnostischen oder therapeutischen Nutzen, die medizinische
Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Leistung aus dem
Pflichtkatalog der Krankenkassen. Zudem hat der G-BA weitere wichtige
Aufgaben im Bereich des Qualitätsmanagements und der
Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Versorgung.

Weiter Informationen finden Sie unter www.g-ba.de sowie unter
www.mammo-programm.de .

Originaltext: G-BA Gemeinsamer Bundesausschuss
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62954
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_62954.rss2

Pressekontakt:
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Kai Fortelka
Tel.: 02241/9388-48
kai.fortelka@g-ba.de

Kooperationsgemeinschaft Mammographie (KoopG)
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Barbara Marnach-Koop
02234/9490-240
bmarnach@koop-mammo.de


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