(Registrieren)

Westdeutsche Zeitung: Der Terror ist nach Indonesien zurückgekehrt = Von Eberhard Fehre

Geschrieben am 17-07-2009

Düsseldorf (ots) - Im September 2008 zerfetzte eine Autobombe vor
dem Marriott-Hotel von Islamabad 54 Menschen, im Monat darauf fielen
164 Menschen der Terror-Aktion im Taj Mahal in Bombay zum Opfer, und
gestern nun verbluteten zwölf Menschen in den Luxus-Hotels
Ritz-Carlton und Marriott in Jakarta. Pakistan, Indien und jetzt
wieder Indonesien - der Terror sucht sich immer häufiger die
internationalen Hotels mit ihren westlichen Gästen als Ziel. Doch die
blutige Botschaft richtet sich auch an die jeweiligen Regierungen,
deren Ohnmacht die Bomben demonstrieren sollen.
Das Blutbad von Jakarta muss darüber hinaus alarmieren. Erst kürzlich
hatte Barack Obama in seiner Rede vor der Kairoer Universität
Indonesien, wo der heutige US-Präsident einen Teil seiner Kindheit
verbrachte, als Modell einer geglückten Verbindung von Islam und
Demokratie gepriesen. Und tatsächlich kannte das Land, das noch
Anfang des Jahrzehnts regelmäßig Opfer von Anschlägen der
radikal-islamistischen Jemaah Islamiyah war, seit 2004 keinen Terror
mehr. Zuletzt war 2003 ebenfalls das Marriott in Jakarta Ziel eines
Angriffs, und auch das Blutbad auf der Touristen-Insel Bali im Jahr
2002 mit seinen mehr als 200 Opfern ist noch in schrecklicher
Erinnerung. Aber die Terror-Gruppe Jemaah Islamiyah galt inzwischen
als zerschlagen, und eine Massenbasis hatten die radikalen
Islamisten, anders als etwa in Pakistan oder Afghanistan, in
Indonesien ohnehin nie. Das Land mit der weltweit größten
muslimischen Bevölkerung schien keinen fruchtbaren Boden für zu allem
entschlossene Djihadisten zu bieten.
Dennoch ist der Terror nach Indonesien zurückgekehrt. Vieles spricht
dafür, dass der jüngste Anschlag eine Art Racheakt für die
Hinrichtung der verurteilten Bali-Bomber im November vorigen Jahres
ist. Nicht der Beginn einer neuen Anschlag-Serie also, sondern eher
das letzte trotzige Aufbegehren eines schon längst geschlagenen
Terror-Netzes, wie manche Beobachter glauben. So schrecklich die
Opfer sind, die demokratischen Strukturen des Landes werden unter den
Bomben der Selbstmord-Attentäter nicht zusammenbrechen, so die
Einschätzung der Beoabchter. Hoffen wir, dass sie recht behalten.

Originaltext: Westdeutsche Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62556
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_62556.rss2

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2358
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

214861

weitere Artikel:
  • Neue Westfälische: KOMMENTAR Vom Fluch und Segen der Bürokratie Geregelte Freiheit UWE ZIMMER Bielefeld (ots) - Edmund Stoiber, der frühere bayerische Ministerpräsident, hat das, was man einen Charakterkopf nennt. Im Spiegel Stoibers politischer Lebensleistung wird daraus ein Ianus-Kopf, denn Stoiber hat zwei Gesichter. Wer eine Symbolfigur für die Zwiespältigkeit des Themas Bürokratie sucht, Stoiber ist der ideale Mann. Als Ministerpräsident schrieb er als zentrale Aufgabe in sein Regierungsprogramm den Abbau der Bürokratie. Als Regierungschef brachte er so viele neue Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsanweisungen auf den Weg, mehr...

  • Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder) zum Iran Frankfurt/Oder (ots) - Aus hiesiger Sicht mag die Formulierung, es sei "nicht nötig", Oppositionelle ins Gefängnis zu werfen, sonderbar klingen. Für den ehemaligen iranischen Präsidenten Rafsandschani war sie offenbar die äußerste Form, in die er seine Forderung auf Freilassung packen konnte. Gleichzeitig waren am Freitag, nach einer Phase der Abschwächung des Protests, Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mussawi auf der Straße, wo sie sich heftige Auseinandersetzungen mit Polizei und Milizen lieferten. Die Machtfrage mehr...

  • Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder) zur Bahn Frankfurt/Oder (ots) - Bei der Berliner S-Bahn wurde getäuscht, getrickst - und irgendwann platzte der Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt, der Kragen. Ab Montag rollt keine S-Bahn mehr durch Berlin. Selbst Krieg und Teilung haben das nicht vermocht. Fürwahr ein epochaler Skandal. Aber das nächste Schienen-Chaos ist programmiert: Jetzt droht allen deutschen Güterzügen das Schicksal der Berliner S-Bahn. 60 000 Güterwagen betreibt allein die Deutsche Bahn. Gegen das Chaos, das am Horizont aufscheint, ist Berlin ein laues Lüftchen. mehr...

  • Ostsee-Zeitung: Verordnete Harmonie - Kommentar zum Auftritt Merkels beim CSU-Parteitag Rostock (ots) - Nach turbulenten unionsinternen Wochen gab es gestern in Nürnberg dennoch einen Friede-Freude-Eierkuchen-Parteitag sowie die sattsam bekannten Nur-gemeinsam-sind-wir-stark-Schwüre. Schöne Bilder und schöne Worte auf einem Kongress, der sich zuallererst Harmonie verordnet hatte. Die ostdeutsche Protestantin Angela Merkel, die die CDU in den vergangenen Jahren behutsam modernisiert hat, wird in der CSU nicht abgöttisch geliebt. Aber sie wird respektiert. Und sie muss gewählt werden. Das ist Unions-Räson. Der Dissens mehr...

  • Ostsee-Zeitung: Westen im Visier - Kommentar zu den Terroranschlägen in Indonesien Rostock (ots) - Nach Jahren relativer Ruhe haben Terroristen in Indonesien erneut grausame Bombenanschläge verübt. Unter den Opfern befinden sich zahlreiche Europäer, Amerikaner und Australier. Die Attentäter konnten trotz massiver Sicherheitsmaßnahmen und trotz eines erfolgreichen Feldzugs Indonesiens gegen Jemaah Islamiyah zuschlagen. Australien warnt inzwischen vor Reisen nach Indonesien. Die Bundesregierung hält das nicht für nötig. Warum eigentlich? In diesem Jahr wurden Deutsche in Jemen und Mali getötet oder entführt. Ob Leichtsinn mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht